Oberkirch

Oberkircher Kleiderladen für Flüchtlinge ist »Selbstläufer«

Autor: 
Patric König
Lesezeit 3 Minuten
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13. September 2017
Paula-Vorsitzende Eva Woelki (links) und Laden-Leiterin Steffi Bätz sind mit dem Erfolg des Kleiderladens für Bedürftige in der Oberen Grendelstraße zufrieden.

Paula-Vorsitzende Eva Woelki (links) und Laden-Leiterin Steffi Bätz sind mit dem Erfolg des Kleiderladens für Bedürftige in der Oberen Grendelstraße zufrieden. ©Patric König

Seit in Oberkirch nicht mehr so viel Flüchtlinge ankommen, geht auch die Nachfrage im Second-Hand-Kleiderladen des Vereins Paula zurück. Vorsitzende Eva Woelki und Ladenleiterin Steffi Bätz wollen ihn jetzt für einen breiteren Personenkreis öffnen.

Von der Fluktuation im Containerdorf und in der Unterkunft im Waldweg hängt auch der Umsatz im Kleiderladen des Vereins Paula in der Oberen Grendelstraße in Oberkirch ab. Mit der Zahl der Neuankömmlinge ist auch die Zahl derer zurückgegangen, die sich dort komplett mit Kleidung eindecken. Die Leute, die schon länger hier sind, kaufen im Kleiderladen, der mittwochs von 15 bis 17 Uhr geöffnet hat, nur saisonal ein – oder sie gehen gleich zu einem der hiesigen Modediscounter. 

Bei Normalverdienern gesellschaftsfähig werden

Eva Woelki und Steffi Bätz erweitern deshalb den Kreis der Zugangsberechtigten für den Kleiderladen: Er steht nun allen offen, die Sozialleistungen beziehen und sich das von der Stadt oder vom Landrats­amt bestätigen lassen. »Es kommen inzwischen mehr Deutsche. Die mussten anfangs eine gewisse Hemmschwelle überwinden«, berichtet Ladenleiterin Bätz. Die Lage des Ladens in einer Seitenstraße trage aber zur Anonymität bei, so Paula-Vorsitzende Woelki. Sie geht davon aus, dass das Second-Hand-Kauf zunehmen auch bei Normalverdienern gesellschafsfähig wird.

Bisher richtete sich das Angebot vor allem an Flüchtlinge und sozial Schwache, die auch zum Einkauf im Tafelladen berechtigt sind. Paula gibt auch Kleider an das St. Ursulaheim für Obdachlose in Offenburg weiter. Wartelisten wie der Tafelladen hat die Kleiderkammer auch in ihren Hochzeiten nie geführt - auch weil die Spendenbereitschaft der Bevölkerung auch abseits zentraler Spendenaufrufe groß ist. »Das ist inzwischen ein Selbstläufer«, sagt Woelki. »Uns fehlt nix«, sagt Bätz. Zweimal im Jahr gibt es auch eine Spende des Kinderkleiderbasarteams von »Gemeinsam aktiv«. 

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Sommerkleider nimmt der Laden derzeit keine mehr an, und auch die »Winterkollektion« sollte am besten noch bis Oktober in den Kellern und Speichern der Spender schlummern. Das Sortieren der Spenden ist die zeitaufwändigste Aufgabe des Ladenteams, zu dessen hartem Kern gut zehn Personen zählen. Auch zwei Flüchtlingsmädchen helfen mit.

Mit Flipflops im Winter

 Bei der Nachfrage treten kulturelle Unterschiede zutage: Normale Oberteile gehen gut, Tops und weit ausgeschnittene Oberteile sind hingegen gerade bei Frauen aus dem muslimischen Kulturkreis nicht gefragt. Und auch warme Stiefel gehen schlecht. »Das ist eine Kulturgeschichte. Viele Flüchtlinge tragen auch im Winter lieber Flipflops«, weiß Woelki. 

Keine Wegwerfware: Kleider kosten symbolischen Beitrag

Umsonst gibt es im Laden nur einen geringe Teil der Kleider: Um die Kleider nicht zu beliebig verfügbarer Wegwerfware verkommen zu lassen, verlangt Paula für Kindersachen 50 Cent pro Stück, für Erwachsenenbekleidung ein Euro und für Jacken sogar zwei Euro. Mit dem so eingenommenen Geld muss der Verein ab dem kommenden Jahr auch die Miete der Räume bezahlen, die weder über eine Toilette noch über ein Waschbecken verfügen. Bisher hatten Sponsoren und Stifter die Miete übernommen. Ein Puffer für 2018 hat Paula aber schon aufgebaut.
 

Hintergrund

Café Kontakt

Mit dem Café Kontakt will der Verein Paula im Herbst ein neues Angebot schaffen. Der Treff samstags von 11 bis 14 Uhr steht allen Interessenten offen. Bei dieser Gelegenheit können sich auch Flüchtlingsfamilien wiedersehen, die nach dem Auszug aus der Erst­unterkunft nicht mehr so viel Kontakt miteinander hatten.

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