August-Ganther-Straße

Oberkircher Rat vertagt Entscheidung über Einbahnstraßen

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11. Dezember 2019

Noch hat die Einbahnstraßenregelung in einem Teil der August-Ganther-Straße Bestand. Der Gemeinderat befasst sich 2020 auch mit Alternativen. ©Archivfoto: Patric König

Bleibt die Einbahnstraßenregelung in Teilen der August-Ganther- und der Lohstraße in Oberkirch bestehen? Die Antwort auf diese Frage hat der Oberkircher Gemeinderat am Montag ins neue Jahr vertagt. Die SPD/Bürgerliste hat die Verwaltung aufgefordert, bis dahin nachzubessern.

 Nach der Sperrung der Hauptstraße hatten die Einwohner der August-Ganther-Straße ihrem Ärger über den zunehmenden Durchgangsverkehr vor ihren Häusern mit Protestplakaten Luft gemacht. Die Stadt richtete daraufhin im Frühjahr 2017 zwei Einbahnstraßen ein: Die August-Ganther-Straße ist ab dem Weierweg nur noch Richtung Westen befahrbar, die Lohgasse nur noch Richtung Osten. Nun gingen die Anwohner der parallel verlaufenden Schwarzwaldstraße auf die Barrikaden, weil sich der Verkehr dorthin verlagert hatte.

Der Gemeinderat sollte die Verkehrslenkung daher bewerten, als er Ende Oktober über die Länge der Fußgängerzone entschied. Die Entscheidung, ob die Einbahnstraßen Bestand haben sollten, war dem Gemeinderat aber so wichtig, dass er sie auf Antrag der SPD/Bürgerliste und der CDU losgelöst vom Fußgängerzonen-Beschluss fällen wollte. Am Montag sollte es so weit sein. Eigentlich. Doch da die nicht öffentlichen Vorberatungen mit der Polizei ihn „nicht zufriedengestellt hatten“, beantragte Hans-Jürgen Kiefer (SPD/Bürgerliste) eine Vertagung. Kiefer forderte die Verwaltung auf, auch eine Einschätzung des Beratungsbüros Fichtner Water Transportation einzuholen, das die Stadt schon bei der Ausweisung der Fußgängerzone beraten hatte. Dann solle ausgelotet werden, ob die Einbahnstraße die beste Lösung sei oder ob es Alternativen gebe.

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Eine Anwohnerin erinnerte in der Bürgerfragestunde an den Zustand, der in der August-Ganther-Straße zwischenzeitlich geherrscht hatte: ungeduldige Autofahrer, die teilweise den Gehweg nutzten, Hupkonzerte und Kinder, die die Straße nicht mehr überqueren konnten. Durch die Einbahnstraßenregelung sei eine Verbesserung eingetreten, die aber mit „einem großen Aber“ verbunden sei: der deutlichen Zunahme des Verkehrs in der Schwarzwaldstraße und im Weierweg, der für den Begegnungsverkehr mit so vielen Fahrzeugen nicht geeinigt sei. Die Anwohnerin forderte dort Tempo 20, um die Sicherheit zu erhöhen.

Tempo 20 ist – das hatten Vertreter der Polizei und der Stadt in den vergangenen Jahren bei Infoveranstaltungen deutlich gemacht – ist aber für einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich reserviert. Diesen Punkt sollte die Polizei nun nochmals überprüfen. „Wo ist der Unterschied, ob Kinder auf der Straße laufen oder Leute, die zum Müller oder Peters wollen?“, fragte die Anwohnerin rhetorisch.

Die Einbahnstraßen-Entscheidung soll nun im Februar erneut auf den Tisch des Gemeinderats kommen. Einen Hinweis, in welche Richtung es gehen könnte, gab die Sitzungsvorlage unterdessen nicht: Die Verwaltung wollte die Entscheidung dem Gemeinderat überlassen. Zugleich verwies sie auf ein Dokument vom Oktober. Darin kam die Verwaltung zu zwei Schlüssen: Erstens führe die Verlängerung der Fußgängerzone nicht zu deutlichen Verkehrsverlagerungen. Und zweiten seien die absolute Verkehrsmengen insbesondere nördlich der Hauptstraße – also auch in der August-Ganther-Straße, dem Weierweg und der Schwarzwaldstraße – weiterhin im Einsatzbereich der jeweiligen Straßentypen. 

Stichwort

Einige Parkplätze bald kostenlos

Vertagt hat der Gemeinderat auch die Entscheidung über das Parkraumbewirtschaftungskonzept, da sie teilweise von der Verkehrsführung abhängt. In der Sitzungsvorlage bewertet die Verwaltung, wie sinnvoll es ist, einzelne Standorte durch Parkgebühren, Parkscheibenregelung oder Parkausweise für Dauerparker zu sperren. Änderungen sind an vier Stellen geplant, die Parkplätze dort sollen wieder frei zugänglich sein:
Lohplatz/Lindenplatz
Lindengasse
Renchener Straße ab der Einmündung Pflugstraße Richtung Westen
Franz-Schubert-Straße an Haus 9 inklusive der rechtseitigen Parkfläche
Der Gemeinderat muss diesen Vorschlägen aber erst noch zustimmen. 

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