Statt Gruppenstunden

Oberkirchs Pfadfinder helfen auf den Erdbeerfeldern

Nicole Braxmaier
Lesezeit 3 Minuten
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16. Mai 2020

Aus der Not eine Tugend gemacht: Oberkircher Pfadfinder halfen in den Erdbeerfeldern. ©privat

Ein knappes Dutzend Pfadis meldete sich für den Einsatz bei der Ernte. Für die Kinder und Jugendlichen fallen nicht nur Gruppenstunden, sondern auch die geplanten Lager bis in den Sommer aus. Ein Treffen mit Jugendlichen aus Russland wird wegen der Corona-Pandemie verschoben.


Die Corona-Krise geht auch an den Oberkircher Pfadfindern nicht vorbei. Seit  nunmehr sieben Wochen ist das Pfadfinderheim in der Stadtmattstraße verwaist. Wegen der  Beschränkungen sind keine Gruppenstunden mehr möglich. 
Spontan entschlossen sich einige  Mitglieder des Stammes Jörg von Schauenburg, als Erntehelfer einzuspringen. Karoline Vogt,  selbst Mitglied des Oberkircher Stammes, hatte den Hilferuf abgesetzt, als plötzlich die  Reisebeschränkungen zu verhindern drohten, dass die vertrauten Helfer aus Rumänien einreisen  konnten. Immerhin ein knappes Duzend „Pfadis“ meldeten sich und konnten ihre ersten  Erfahrungen auf einem im Wortsinn „fremden Feld“ machen. 
Die Anlernphase war kurz. Die Erntehelferinnen und Helfer mussten nicht nur lernen, wie man  die Früchte an der „Sollbruchstelle“ direkt über dem Kelch abknickt, sondern auch Größe und  Qualität zu taxieren. 
Zu kleine Erdbeeren oder Früchte mit üppig auswuchernden Wülsten kamen  zu den „Marmeladenerdbeeren“. Und fünf Stunden gebückt auf den Erntewagen im Tunnel zu  hocken, fuhr einigen anfangs ziemlich in den Rücken. 
Glücklicherweise durften dann doch einige  professionelle Helfer aus Rumänien einreisen. Dabei zeigte sich  allerdings auch der Unterschied  im Arbeitstempo der geübten zu den neu angelernten Helfern. 
Letztlich war es aber ein Erfolg für  alle und auch der Spaß bei der Arbeit kam nicht zu kurz. Wie sehr die gegenwärtigen Beschränkungen das soziale Leben des traditionellen Oberkircher  Stammes beeinträchtigt, zeigt ein Blick in die nähere Zukunft. 
Reise an die Wolga
Es gibt wohl auch bei den  Oberkircher Pfadfindern Bestrebungen, die ausgefallenen Gruppenstunden durch digitale  Vernetzung zu überbrücken, doch diese Möglichkeiten haben Grenzen. Außerdem mussten alle  geplanten Lager, die Höhepunkte eines Pfadfinderlebens,  bis in den Sommer hinein abgesagt  werden. 
Besonders schmerzlich ist dabei, dass ein geplanter Austausch mit russischen Jugendlichen um zwei Jahre verschoben werden musste. Die russischen Gäste wären in diesem  Jahr zum Sommerlager der Pfadfinderschaft Süddeutschland (PSD) in der Nähe von Heilbronn  eingeladen gewesen. 
Der Gegenbesuch, an dem auch Mitglieder des Oberkircher Stammes  beteiligt sind, ist für drei Wochen im kommenden Jahr geplant. Ziel: die Stadt Tutajew, etwa 300  Kilometer nördlich von Moskau an der Wolga gelegen. Nun hoffen die Schauenburger, dass ihr  Pfadfinderleben bald wieder in die reale Welt zurückkehren kann.   
Der Stamm „Jörg von Schauenburg“ der Renchtäler Pfadfinder leistet seit fast 70 Jahren  soziale Arbeit mit Jugendlichen. Er wurde im Jahr 1951 gegründet und gehört seit vielen Jahren  der „Pfadfinderschaft Süddeutschland“ an, die derzeit aus fünf Stämmen besteht. 
Aktuell haben  die Renchtäler Pfadfinder etwa 240 Mitglieder, von denen 170 aktiv sind. Die „Wölflinge“  (zwischen 6 und 10 Jahren alt) sind in drei „Meuten“ aufgeteilt. Die älteren Pfadfinder (zwischen  11 und 16 Jahren) sind in acht „Sippen“ organisiert. Stammesführer ist derzeit Frederic Fies. 
Alle  Mitwirkenden sind bei den Pfadfindern ehrenamtlich tätig. Die Gruppenstunden finden immer wöchentlich statt. Das  Pfadfinderheim als zentraler Treffpunkt befindet sich in der Stadtmattstraße 2 und das Gebäude ist in  städtischem Besitz.

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