Auftritt in der Klosterkirche

Obersasbacher Trachtenkapelle konzertiert zum Thema Liebe

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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14. Januar 2020

Mit ihrem außergewöhnlichen Konzert in der Klosterkirche setzte die Obersasbacher Trachtenkapelle ein starkes Zeichen für die Liebe. ©Roland Spether

„Wenn die Liebe nicht wär!“ – so lautete der Titel eines eindrucksvollen Konzerts, das die Obersasbacher Trachtenkapelle in der Klosterkirche gab. Rund 800 Zuhörer ließen sich davon verzaubern.

Eine Welt ohne Liebe wollte sich wahrlich keiner der 800 Besucher vorstellen, doch vielleicht führte sie der berühmte „Wunderfitz“ ins Kloster, um zu hören, was Dirigent Thomas Roth mit den 65 Musikern zum Klingen bringen wollte. Diese Neugier wurde im Vorfeld auch bewusst geweckt, denn es wurde „nur“ angekündigt, dass es um eine „Reise in eine Welt mit und ohne Liebe“ handelt. 

„Das Konzert soll ein gemeinsames Innehalten von Musikern und Besuchern sein“, meinte Jürgen Zipfel über ein inhaltlich ausdrucksstarkes und musikalisch fulminantes Konzert. Dirigent und Orchester setzten in Marmoutier und Obersasbach Maßstäbe.

Kreativ ausgetüftelt

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Mit feierlicher Musik und einem Werk der Höchststufe „Elsas Zug zum Münster“ von Richard Wagner begann das Konzert. Alle spürten: Diesmal wird Großes dargeboten. Musik, Atmosphäre, Gedanken und kreativ ausgetüftelte Farbeffekte von Manuel Brommer und Sebastian Graf von „Trend Light“ formten sich zu einer wohltuenden Harmonie. 

Überrascht waren die Gäste vielleicht, dass der gut überlegte „rote Faden“ des Konzerts, die ausgewählten Stücke und die tiefgehenden Gedanken mit Sprechimpulsen aus dem Dunkeln der Kirche Bezüge zum Paulus-Text „Das Hohelied der Liebe“ hatten und die Musik mit dem Blick auf den Kern der Liebe Wesentliche abrundeten. Denn alle Macht der Welt, alles Geld und alle irdische Herrlichkeit nützen nach Paulus nichts, wenn die Liebe fehlt und Menschen nicht Güte, Langmut und Hoffnung haben. „Alle Liebe beginnt in der Familie“, so Zipfel und verwies auf das Urvertrauen, das Eltern Kindern schenken. Dazu erklang im feinsten Piano der herrliche „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“.

Trotz der großen Sehnsucht nach Liebe ist die Welt auch geprägt von Misstönen und Lieblosigkeit, die in der alles vernichtenden Naturgewalt in „From the ashes“ zum Klingen kam. Tief ins Mark gingen die aktuellen Meldungen über „Orte der Asche“ von der Empore herab: „Politikermord in Kassel, judenfeindlicher Anschlag in Halle, Abschuss eines Passagierflugzeugs“. Die Titelmelodie aus „Schindlers Liste“ (Solistin Susanne Kaldor) machte mit ihren klagenden und weinenden Melodie das übergroße Leid von über sechs Millionen jüdischen Menschen spürbar, die während des Holocaust ermordet wurden. Doch in dieser Hölle des Bösen gab es Menschen wie Oskar Schindler, der über 1200 Menschen rettete. Diesen Widerstand der Liebe gegen abgrundtief Böses wurde hier wie in dem wundervollen Stück „Gabriellas Song“ (Gesang Alice Ringwald und Lisa Bürck) entfaltet. 

„Können Sie die Liebe spüren?“, wollte Jürgen Zipfel wissen. Jeder Zuhörer beantwortete diese Frage für sich. Die Musiker gaben ihre Antwort mit großer Leidenschaft, setzten starke Töne der Hoffnung und verwiesen in einem prächtigen Finale mit „Alleluja! Laudamus Te“ (Orgel Jens Bader) auf Gott, der „Die Liebe“ schlechthin ist.  

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