Nachruf

Oskar Oberle in Mösbach im Alter von 85 Jahren verstorben

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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30. Januar 2018
Oskar Oberle war die gute Seele des Mösbacher Heimatmuseums und ein sehr engagierter Mensch im kirchlichen und weltlichen Bereich.

Oskar Oberle war die gute Seele des Mösbacher Heimatmuseums und ein sehr engagierter Mensch im kirchlichen und weltlichen Bereich. ©Roland Spether

Oskar Oberle ist am Freitag im Alter von 85 Jahren gestorben. Nicht nur Mösbach trauert um den in vielen Vereinen engagierten Mann.

Die gute Stube im »Vogt Johannes Spinner Hus« in Mösbach war die zweite Heimat von Oskar Oberle. Oft saß er mit Besuchern gemütlich am Tisch unter dem »Herrgottswinkel«, um aus seinem reichen Fundus an Dorfgeschichte zu berichten. Nun ist diese für das Kirschendorf so wertvolle Stimme verklungen. Die gute Seele des Museumshauses starb am 26. Januar im Alter von 85 Jahren. Mit den Familien seiner vier Kinder und 13 Enkelkindern trauert ganz Mösbach.

Ein guter Mensch

Oskar Oberle war ein guter, freundlicher und sozialer Mensch, der sich auf weltlicher und kirchlicher Ebene engagierte und sich mit Leib und Seele um die Geschichte seines Heimtorts kümmerte. Tausende von ehrenamtlichen Stunden investierte er vor allem mit Fridolin Klumpp und seinem Sohn Christoph Oberle, damit 2004 das Fachwerkhaus von 1834 als Museum eröffnet werden konnte. Riesenkomplimente gab es für die liebevolle Arbeit, die Oskar Oberle als Vorsitzender des Museumsvereins und »Hausherr« mit stets offener Museumstür  leistete.

»Ich kenne viele Heimatmuseen im Land, aber das Mösbacher hat meine Erwartungen weit übertroffen. Das ist professionell gemacht«, sagte der damalige Landwirtschaftsminister Willi Stächele, der Oberle am 11. Dezember 2005 für sein großartiges ehrenamtliches Lebenswerk die Stauffer-Medaille verlieh. 

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Noch Anfang Januar hatte Oberle Museumsgäste durch den Erinnerungsraum für die aus Mösbach stammenden Geistlichen und durch die Knechtskammer geführt, die er besonders mochte. Gerne gab er Auskünfte, wer einst in Haus Nr. 28 oder 78 wohnte oder wer nach Amerika ausgewandert war. Mit Altbürgermeister Heinrich Hund schrieb er die Orts­chronik neu, die 1986 zur 600-Jahrfeier veröffentlicht wurde.

Oskar Herrmann Oberle kam am 15. Mai 1932 als zweitjüngstes Kind von Wilhelm und Maria Oberle, geb. Schmälzle, auf dem Sohlberg zur Welt. Er wuchs mit zehn Geschwistern auf, zur Schule musste er den weiten Weg hinunter nach Lautenbach. Nach Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten absolvierte er eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter und wurde bei der Finanzverwaltung für Betriebsprüfungen eingestellt, bis zur Pension arbeitet er beim Finanzamt Offenburg. Am 8. Oktober 1963 heiratete er Rosa Fischer aus Mösbach, die eine herzensgute Frau war und ihren Ehemann sehr unterstützte.

In DRK und Kirche

Das Lied »Geh aus, mein Herz, und suche Freud’« von Paul Gerhardt war sein Lieblingslied. Oskar Oberle war von der Einführung des Pfarrgemeinderats 1969 bis 2005 dort Mitglied, davon 32 Jahre als Vorsitzender. Er war Lektor, Kommunionhelfer und Mitarbeiter im Pfarrverband, ging als Dekanatsrat mit gutem Beispiel voran. Aus dem Glauben heraus wollte er Menschen helfen. Er war Mitglied im Mösbacher DRK, dem er von 1985 bis 1997 vorstand. Im Mai 2003 war er einer der zwölf Gründerväter des Vereins Heimatmuseum Mösbach. In ihm fand er im Sinne seines Lieblingsliedes viel »Freud« an seinem Tun.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 2. Februar, 14 Uhr, in der Friedhofshalle Mösbach statt, danach ist Beerdigung.

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