Räte in Lauf und Sasbach stimmen zu

Pflegeheim wechselt Besitzer: Was sich für Bürger ändert

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 2 Minuten
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16. Mai 2019
Das Pflegeheim Erlenbad bekommt einen neuen Eigentümer – der Beschluss der Gemeinderäte zum Verkauf des Sasbacher Gesellschafteranteils war einstimmig.

Das Pflegeheim Erlenbad bekommt einen neuen Eigentümer – der Beschluss der Gemeinderäte zum Verkauf des Sasbacher Gesellschafteranteils war einstimmig. ©Roland Spether

Die Gemeinderäte von Sasbach und Lauf haben am Montag und Dienstag dem Verkauf der Gesellschafteranteile am Pflegeheim Erlenbad zugestimmt. Der Verkauf wird als vernünftigste Lösung angesehen.

Am Montag beschloss der Sasbacher Gemeinderat einstimmig den Verkauf der Geschäftsanteile der Pflegeheim Erlenbad Bauträgergesellschaft. Es gab keine große Debatte mehr, aber besonderen Dank von Bernhard Wölfle vom Aufsichtsrat an Gregor Bühler für dessen Engagement bei der Suche nach einem Investor und dem Bemühen um die Sicherung des Pflegestandorts.

Der Ratsbeschluss sieht vor, den Bürgermeister mit dem Abschluss des Kaufvertrags zu beauftragen. Gregor Bühler stellte am Montag klar, dass die Gründung dieser Bauträgergesellschaft 2002 die »richtige Entscheidung« gewesen sei, da sonst niemand ein Pflegeheim in Sasbach bauen wollte. 

Pläne zerschlagen

Mitte 2018 sei eine fast sechs Jahre lang geplante Erweiterung des Pflegeheims mit einer Tagespflege und altersgerechtem Wohnen aus unterschiedlichsten Gründen gescheitert. Es sei nun ein Investor mit lokalem Bezug für diese Investitionen gefunden worden, dem es wichtig sei, dass das Pflegeheim auch die nächsten Jahrzehnte in Obersasbach erfolgreich ist.

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Der Bürgermeister zerstreute die Sorgen der Bürger, was die Kosten angeht: »Die Preise für einen Pflegeplatz werden sich nicht anders verhalten, als wenn die Kommunen und das Kloster Gesellschafter wären.« Dies liege am festgeschriebenen Investitionskostensatz.

Einzig die Umbaumaßnahmen hätten gemäß der Landesheimbauverordnung Einfluss auf diesen Kostensatz. Die Umsetzung dieser Verordnung müsse sein, egal wer das Heim führt. »Vor allem durch tarifbezogene Lohnerhöhungen der Caritas steigen auch in Zukunft die Preise für einen Pflegeplatz«, machte der Bürgermeister klar. Der Vertrag mit der Caritas wurde bis 2044 verlängert. Bühler: »Unser Ziel ist die Weiterentwicklung als Seniorenzentrum«.

»Die beste Lösung

»Ich habe um die Zukunft des Pflegeheims keine Angst«, kommentierte Rätin Barbara Kowollik-Schneider (FBL). »Leider wurden uns immer wieder die Zuschüsse für eine Erweiterung abgelehnt«, sagte Bernhard Wölfle (FBL). »Unter Abwägung aller Möglichkeiten ist dies die beste Lösung«, meinte Ambros Bühler (CDU). »Auch für das Kloster ist es eine gute Lösung«, sagte Wolfgang Hetzel (FBL).  

Info

Zustimmung auch im Laufer Rat

Mit 10:3 Stimmen beschloss auch der Gemeinderat Lauf am Dienstag den Verkauf des Gesellschaftsanteils. Das Pflegeheim soll im Mai an die Badische Wohnbau Neuwindeck in Lauf verkauft werden. 

Von schwierigen Zeiten in der Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sasbach und dem Kloster Erlenbad war in der Erklärung von Bürgermeister Oliver Rastetter zu hören. Die Heimbauverordnung und die Ausstiegsklausel des Klosters Erlenbad, »die nie hätte eingeräumt werden dürfen«, hätten das Konstrukt seit Jahren belastet (wir berichteten).

Seine Anregungen zur Stärkung des Pflegeheims seien an dem früheren Sasbacher Bürgermeister Wolfgang Reinholz immer wieder abgeperlt, sagte Rastetter. Mit dessen Nachfolger klappe dies »um einiges besser«. Der Verkauf sei die »vernünftigste Lösung«. Für die Bevölkerung werde es keine Veränderung geben. 

Die Räte hoffen, dass man finanziell mit einem blauen Auge davonkomme. Ulrike Heib (CDU) sprach davon, dass der »quasi über Nacht« aufgetauchte Investor plötzlich den vorher nur »leise angedachten« Verkauf ermöglicht habe. 

»Wir haben ein Parkgrundstück gekauft und die Gemeinde Sasbach kam mit dem Bebauungsplan nicht zu Potte«, nannte Siegfried Huber (FBL) das Kind beim Namen. Für die Bürger sei mit der Nachricht »eine Bombe geplatzt«, sagte Bianca Weiler (LM).  

Das Geld aus dem Gesellschaftsanteil sowie aus der Rückzahlung des Darlehens und der Kapitalrücklage soll in den Kita-Neubau fließen.mg

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