Rheinau - Freistett

Potenzial für eine bessere Welt

16. Mai 2015
&copy Ellen Matzat

Die Bildungspartnerschaft des Anne-Frank-Gymnasiums Rheinau mit der »Ehemaligen Synagoge Kippenheim« im Rahmen des vom Kultusministerium Baden-Württemberg ausgeschriebenen Wettbewerbs »Menschenrechte in Baden-Württemberg ­– Schulpatenschaft mit Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts« erlebte am Montag ihren Auftakt.

Nach einleitenden und einfühlsamen Worten von Schulleiter Thomas Müller-Teufel führte Florian Hellberg in den Abend ein:  »Dieses Jahr jährt sich der Todestag unserer Schulnamensgeberin zum 70. Mal«. Allerdings ließen nur wenige Orte in Rheinau Reminiszenzen an ein über Jahrhunderte andauerndes vitales jüdisches Leben erkennen. Das große Potential, das mehr als 400 Schüler als aktive Erinnerungsträger in die Öffentlichkeit treten könnten, bliebe bisher nahezu unberücksichtigt, meinte er. Die Erinnerungskulturen der Gemeinde Kippenheim sind mit Stolpersteinen, der restaurierten Synagoge, der Dauerausstellung zum Ortenauer Landjudentum und dem jüdischen Verbandsfriedhof Schmieheim äußerst vielfältig. Aufgrund der sich gegenseitig ergänzenden jüdischen Erinnerungsorte beider Gemeinden soll die Patenschaft in den kommenden Jahren etabliert werden. Die Schwerpunkte lägen dabei bei der Regionalgeschichte der jüdischen Bevölkerung in der Ortenau während der Zeit des Nationalsozialismus.
Zu Beginn des Schuljahres hatte Geschichtslehrer Florian Hellberg die AG »Steine zum Sprechen bringen – der jüdische Friedhof Freistett« ins Leben gerufen. Während sich eine Gruppe für einen Dokumentationsfilm entschied, war für die zweite Gruppe ein Denkmal der richtige Ansatz. Beides wurde nun vorgestellt.
Film für Grundschüler
Im Rahmen des Bundeswettbewerbes für Geschichte »Anders sein – Außenseiter in der Geschichte« haben Silja Minet, Franziska Rub, Tina Schadt, Laura Stein und Nilas Lichtenfeld außerhalb des Regelunterrichts den Film »Die jüdischen Gemeinden Neufreistett und Rheinbischofsheim«  mit der Zielgruppe Dritt- und Viertklässler erstellt. Gezeigt wurde die einjährige Auseinandersetzung  mit der jüdischen Regionalgeschichte zwischen 1933 und 1945. Als Rahmenhandlung diente ein Familienspaziergang, in dem die Familie die historischen Orte in Freistett und Rheinbischofsheim aufsuchte und ihre beiden Kinder dazu viele Fragen stellten.
Die Idee der zweiten Gruppe war, ein Denkmal ohne vorurteilshafte Darstellung zu entwerfen, um den Opfern des Naziregimes zu gedenken und aufzuzeigen, dass alle Menschen gleich sind. Dazu entwarfen Lea Schneider, Theresa Clemens, Melos Gasi und Lisa-Marie Baumert eine Art Tafel mit vier gleichen Personenumrissen, die alle an derselben Stelle ein Herz haben sowie der Aufschrift »ob Nord, Süd, Ost oder West, alle sind gleich«.
Spannend und berührend war auch der 30-minütige Dokumentationsfilm »Geschichte ganz nah – eine Reise zu den Gedenkstätten in meiner Heimat« von Daniela Schaffart, der im Rahmen ihrer Masterarbeit im Studiengang »Medien in der Bildung“ entstand und über die sechs Gedenkstätten Offenburg, Kippenheim, Haslach, Emmendingen, Breisach und Sulzburg informierte sowie erschütternde Zeitzeugenberichte beinhaltete.
Mehr als ein Kontakt
Jürgen Stude, Vorsitzender der »Ehemaligen Synagoge Kippenheim« freute sich über die Schulpartnerschaft, die deutlich mehr sei, als nur ein punktueller Kontakt.

Autor:
Ellen Matzat

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