Achern

Premiere ist ein Volltreffer

Autor: 
Johanna Graupe
Lesezeit 3 Minuten
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02. Dezember 2013

Happy End für Aschenputtel (Deborah Springmann) in einer großartigen Inszenierung: Der Schuh passt. Daran erkennt der Prinz (Aaron Kimmig), begleitet vom Hofmarschall (Helmut Schiffner), die Richtige. ©Johanna Graupe

Ein tolles Ensemble, opulente Kostüme und ein künstlerisches Bühnenbild sowie eine kindgerechte, aber nicht kindertümelnde Textvorlage: Regisseurin Daniela Busam wird mit ihrer sorgfältigen Inszenierung sicher noch viele Besucher beeindrucken – das Premierenpublikum war restlos begeistert.

Weihnachtliches Flair erlebten die Besucher am Samstag schon im geschmückten Vorraum des Theatersaals: Zum großen Teil offensichtlich schon mit dem Märchen vertraut, fieberten die kleinen Besucher mit Mutmaßungen »Aschenputtel« entgegen. Im wahrsten Sinne des Wortes erlebten die Besucher eine Jubiläumsinszenierung: Vor 20 Jahren hat sie im ehemaligen Stattheater selbst das Aschenputtel gespielt, dieses Jahr führt Daniela Busam zum zehnjährigen Bestehen des »Illenau-Theaters« die Tradition des Weihnachtsmärchens als Regisseurin weiter.
Daniela Busam und Wolfgang Winter haben »Aschenputtel« bearbeitet, wobei sie in der Handlung stark der Urfassung folgen, ohne auf das grausame Ende der Stiefschwestern einzugehen, das die Grimms in ihrer 1819 erweiterten Version vorsehen. In langen Gesprächen entwickelt sich das Stück, das Winter in einem Rutsch schreibt und von Daniela Busam während den Proben permanent weiterentwickelt wird.
In einem Rutsch wird auch gespielt, kindgerechte Länge, ohne Pause. Ein besonderes Anliegen der Regisseurin war es, eine »heitere Note mit entsprechenden Nebenrollen« in das Stück zu integrieren. So hat Eveline Schneider als »Bursche« im ständigen Dialog mit den Kindern die Spielfäden in der Hand: Sie impliziert, ergänzt, fragt, bespricht, macht Lust aufs nächste Bild. Eveline Schneider, die auch die Produktion leitet, ist eine Idealbesetzung für diese Rolle.
Doppelt gefordert
Witzig natürlich auch die Garde der Ballschönen, die als Schneider, Schuhmacher, Bote (Stefanie Lorenz, Alyssa Schneider, Muriel Pfennig, Hanna Knorr) doppelt gefordert sind. Sehr gekonnt sowohl als witzig französisch radebrechender Koch wie als sensitive Fee: Lisa-Marie Schulze. Barbara Behrendt war eine herrlich überkandidelte, diktatorische Stiefmutter – ihr befehlendes »vite, vite« wurde von den Kindern schon nach kurzer Zeit mitintoniert. Klasse als zentrale Gegenspielerin zum bescheidenen Aschenputtel agierten die eitlen, garstigen Stiefschwestern, die sich nur auf Äußerlichkeiten verlassen: Mit dem passenden Outfit gab sowohl Viktoria Sutterer ihrer »Tussi« wie Sophie Bross der Sieglinde das entsprechende zickige, nörgelnde, selbstbezogene Auftreten. 
Aaron Kimmig als Prinz und Deborah Springmann als Aschenputtel, auch im realen Leben befreundet, ergänzen sich großartig. Deborah Springmann, mit langer Theatererfahrung, bewirbt sich zurzeit gerade zum Musicalstudium: für die Rolle eine Idealbesetzung. Sie agierte mit großer Ausdrucksfähigkeit und viel Charme, kein Wunder, dass die Kinder für sie mitfieberten, bis es schließlich zum Happy End kommt. Auch das Bühnenbild, von der Acherner Künstlerin Alina Atlantis entworfen und hergestellt, gibt dem Stück den besonderen Pfiff.

 

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Infokasten: Weitere Termine

Weitere Aufführungen sind am 7., 8., 14. und 15. Dezember, jeweils am Samstag um 15 und 17 Uhr, und am Sonntag jeweils nur eine Vorstellung um 15 Uhr im Maison des France, Karl-Hergt-Straße 13. Vorverkauf: Stadt Achern, Buchhandlungen Büchermehr und Kleber, www.ortenaukultur.de.

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