Jubiläumswochenende

Renchen bekommt eine Lokomotive zum 900-Jährigen

Autor: 
Barbara Kimmig
Lesezeit 3 Minuten
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08. Mai 2015
Sind mit der Feldbahn auch beim Stadtjubiläum »900 Jahre Renchen« unterwegs (von links): Albrecht und Jens Reith.

Sind mit der Feldbahn auch beim Stadtjubiläum »900 Jahre Renchen« unterwegs (von links): Albrecht und Jens Reith. ©Stadtverwaltung Renchen

Die Feldbahn von Albrecht und Jens Reith fährt beim Renchener Jubiläumsfest die Besucher durch die Hauptstraße.

In der Landwirtschaft, im Forst und in der Industrie – bis in die Nachkriegszeit waren Schmalspurbahnen ein verbreitetes Transportmittel für ganz verschiedene Materialien. Seit 30 Jahren besitzt der Renchener Albrecht Reith eine historische Feldbahn, auf die er beim Jubiläums-Festwochenende die Besucher zu nostalgischen Fahrten einlädt.

Um die Lokomotive der Schmalspurbahn zum Fahren zu bringen, ist noch richtig Handarbeit angesagt. Nachdem Jens Reith das Zündpapier angezündet und in den Luntenhalter des Dieselmotors gesteckt hat, dreht er ein paar Mal kräftig an der Kurbel und die Lok springt an: Es dampft und qualmt und der Zweitaktmotor der Deutz-Lokomotive knattert los. Fahren kann die Lokomotive deshalb, weil Albrecht Reith und sein Sohn Jens in der Nähe des Renchener Bahnhofs ein Gelände gepachtet haben, wo sie rund 600 Meter Schienen verlegen konnten. Dort gibt es auch einen Schuppen für ihre beiden Loks und Platz, um weiteres Material zu lagern.

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Eine der beiden Lokomotiven – das »Cabriolet« von Deutz, wie Albrecht Reith sagt, stammt aus Renchen. Sie war ab 1938 beim Bau des Renchflutkanals im Einsatz und wurde später bis in die 60er Jahre in Wagshurst genutzt. Albrecht Reith, schon immer ein Eisenbahnfan, hat die Lokomotive dann im Jahr 1985 gekauft. Später kam die Gmeinder-Lokomotive dazu, die jahrelang als Spielgerät auf einem Acherner Spielplatz stand und in einem desolaten Zustand war. Viereinhalb Jahre haben Vater und Sohn an der Restaurierung der Lokomotive gearbeitet, haben das Fahrzeug bis aufs letzte Schräubchen auseinandergebaut und einige Teile komplett ersetzen müssen. 

Als gelernter Starkstromelektriker und Zimmermann sind die Reiths zwar auch beruflich handwerklich tätig, für die Arbeiten an der Lokomotive mussten sie sich aber doch einiges an Knowhow erarbeiten. »Es war ein besonderer Tag, als die Lokomotive dann ihre erste Testfahrt antrat«, erinnert sich Albrecht Reith.

Beim Jubiläums-Festwochenende werden beide Lokomotiven der Feldbahn zum Einsatz kommen. Damit mehr Besucher mitfahren können, werden die Reiths weitere Personenloren besorgen, auf denen jeweils acht Erwachsene Platz finden. Auf der Strecke zwischen den Besucherparkplätzen bei Aldi und Lidl und der Festmeile wird die Schmalspurbahn dann unterwegs sein – auf Schienen, welche die Reiths vorher auf der Straße verlegen. Bei ihren bisherigen Einsätzen bei Renchener Stadtfesten haben die Eisenbahnliebhaber viele positive Reaktionen erhalten. Früher war die Feldbahn ein Arbeitsgerät, jetzt ist sie eine echte Attraktion.

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