Haushaltsplanentwurf

Renchen muss 2023 für Investitionen wohl Kredite aufnehmen

Von Peter Meier
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
25. Januar 2023
Die Friedhofstraße soll nach der Fertigstellung des Gebäudes mit 21 Wohnungen (links) neu ausgebaut werden. Das Vorhaben ist Teil umfangreicher Infrastrukturausgaben der Stadt Renchen in diesem Jahr.

Die Friedhofstraße soll nach der Fertigstellung des Gebäudes mit 21 Wohnungen (links) neu ausgebaut werden. Das Vorhaben ist Teil umfangreicher Infrastrukturausgaben der Stadt Renchen in diesem Jahr. ©Peter Meier

Enorme finanzielle Herausforderungen kommen auf die Stadt Renchen zu. Das wurde am Montag bei der Vorstellung des Haushaltsplanentwurfs 2023 deutlich.

Renchen. Schwerpunkt der Gemeinderatssitzung am Montag waren die Beratung und Beschlussfassung des Haushaltsplanentwurfs für 2023. Die erheblichen Investitionen machen voraussichtlich eine Darlehensaufnahme von 4,1 Millionen Euro nötig. Dank der Ergebnisrücklagen von 5,679 Millionen Euro sieht Bürgermeister Bernd Siefermann eine stabile Ausgangssituation. Vorgesehen sind Investitionen von rund 5,274 Millionen Euro, mit denen ein breites Spektrum abgedeckt wird - von der Bildung und Betreuung bis zur Sanierung von Straßen und Gebäuden, von der Feuerwehr bis zum Katastrophenschutz.

Bei den Ermächtigungsübertragungen aus dem Vorjahr ging es um Investitionen im Gesamtwert von 3,128 Millionen Euro, die 2022 noch nicht begonnen, abgeschlossen oder abgerechnet waren. Davon entfielen allein 989.000 Euro auf den Neubau der Kita in der Blumenau und 690.000 Euro auf die Erlacher Kronguthalle. Auch der behindertengerechte Ausbau von Bushaltestellen mit 282.000 Euro und die Anlegung von Parkplätzen an der Friedhofstraße sollen 2023 abgeschlossen werden.

Personal wird teurer

Urban Schwendemann stellte für die Finanzverwaltung den Haushaltsentwurf vor. Im Entwurf für 2023 stehen im Ergebnishaushalt ordentlichen Erträgen von 21,381 Millionen Euro Aufwendungen von 22,915 Millionen Euro gegenüber. Der Fehlbetrag wird aus Überschüssen aus Vorjahren ausgeglichen. Die Gewerbesteuereinnahmen werden mit 4,46 Millionen Euro vorsichtig angesetzt, der Anteil an der Einkommenssteuer klettert auf 5,148 Millionen Euro. Dagegen steigen die Aufwendungen vor allem beim Personal auf 6,895 Millionen Euro; hier macht sich die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben vor allem im Bereich der Kindergärten und der Betreuung bemerkbar. Die Energiekosten belasten den Haushalt zusätzlich mit 600.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr.

- Anzeige -

Auch die wichtigsten Großprojekte wurden aufgeführt. Für den dringenden Neubau der Kindertagesstätte in der Blumenau soll eine Million Euro bereitgestellt werden, die Gesamtkosten bezifferte Schwendemann auf 6 Millionen. Im Hochbau nannte er unter anderem die Erneuerung von Heizung, Lüftung und Warmwasser in der Kronguthalle mit 610.000 Euro; 180000 Euro werden hier als Zuschuss erwartet.

In Ulm ist im laufenden Jahr für 350.000 Euro der Anbau eines Umkleidebereichs am Feuerwehrhaus vorgesehen. Für den Kauf des Kindergartens wird eine weitere Rate von 146.500 Euro fällig. Im Tiefbau sind unter anderem 100.000 Euro für den Ausbau der Friedhofstraße im Einmündungsbereich in die Renchtalstraße eingeplant. Weitere 150.000 Euro erfordert der Ringschluss dieser Straße an Friedhof und Mergelgrube vorbei in die Renchtalstraße. Ein Notstromaggregat für 160.000 Euro ergänzt die aktuellen Maßnahmen zum Katastrophenschutz. Für 230.000 Euro erhält die Renchener Feuerwehr ein Kleineinsatzfahrzeug, das mit 25.000 Euro bezuschusst wird. Für den Endausbau der Senator-Franz-Burda-Straße sind 955.000 Euro vorgesehen.

Liquidität schmilzt

Insgesamt, so das Fazit von Schwendemann, mache die sehr hohe Liquiditätsbelastung unterjährig noch eine Priorisierung notwendig. Für Unsicherheit sorgten die Energiekrise und die anhaltende Inflation; sie könnten es notwendig machen, die Einnahmen weiter zu steigern.

Christian Abel (FWV) betonte, dass die Verschuldung in besseren Zeiten wieder abgebaut werden müsse. Werner Bär (CDU) begrüßte, dass das eindrucksvolle Investitionspaket alle drei Ortsteile betrifft; die personellen Ressourcen der Stadt seien nach wie vor knapp. Heinz Schäfer (SPD) verwies auf die enorme Belastung durch Personal- und Energiekosten. Die Zustimmung zum Haushaltsentwurf erfolgte einstimmig.

Info

Eigenbetriebe bleiben Zuschussgeschäft

Die Eigenbetriebe, deren Wirtschaftspläne der Gemeinderat akzeptierte, bescheren der Stadt unterm Strich auch 2023 Verluste. So liege der Verlust aus den Bereichen Wasserversorgung, Verkehrsbetrieb und Beteiligungen Energie planmäßig bei insgesamt 85.500 Euro.

Bei der Wasserversorgung im Ergebnishaushalt betragen die ordentlichen Erträge 1,0391 Millionen Euro und die Aufwendungen 1,0735 Millionen Euro, was ein negatives Ergebnis von 34.400 Euro bedeutet. Der Finanzhaushalt weist aus Investitionen einen Finanzierungsmittelbedarf von 131.600 Euro aus, was eine Kreditaufnahme in dieser Höhe erfordert.

Beim Verkehrsbetrieb geht es um das Parkhaus. Hier stehen im Ergebnishaushalt ordentlichen Erträgen von 22.600 Euro Aufwendungen von 130.600 Euro gegenüber. Hier sind Arbeiten an den Dehnfugen des Parkhauses vorgesehen. Außerdem sollen für 161.000 Euro 36 Fahrradboxen am Bahnhof entstehen. Für diese Maßnahme wurden 58.500 Euro Fördermittel beantragt.

Erfreulich sieht es im Betriebsbereich Beteiligungen Energie aus. Den Aufwendungen im Ergebnishaushalt von 51.700 Euro stehen Erträge von 109.600 Euro gegenüber. Hier handelt es sich um die Gewinnanteile an Badenova und E-Werk Mittelbaden. Der Zahlungsmittelüberschuss liegt mit 57.900 Euro niedriger als im Vorjahr. Mit der Tilgung von 70.600 Euro im Finanzhaushalt sinkt die Liquidität um 12.700 Euro.

Die Gesamtverschuldung der Stadt liegt Ende 2023 bei 12,99 Millionen Euro. Daran ist der Darlehensstand bei der Wasserversorgung mit gut 31 Prozent beteiligt, die Verkehrsbetriebe mit 3,7, die Beteiligungen Energie mit 8,6 und der Abwasserverband Vorderes Renchtal mit 11,45 Prozent. Der kommunale Anteil beträgt mit der geplanten Neuverschuldung von 4,1 Millionen Euro rund 44,8 Prozent. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt Ende 2023 voraussichtlich 1731 Euro.m

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Viel Geld muss Appenweier in den nächsten Jahren in die Sanierung der Kläranlage stecken.
vor 59 Minuten
Haushalt 2023 steht
Appenweier kann auch 2023 ohne eine Kreditaufnahme im Kernhaushalt meistern, das sieht der am Montag verabschiedete Haushaltsplan vor. Spätestens ab 2024 dürfte damit aber Schluss sein.
ARZ-Redakteur Patric König ordnet den Dauerstreit um die  Oberkircher Kindergartengebühren ein.
vor 3 Stunden
Kommentar
Alle Jahre wieder streitet der Oberkircher Gemeinderat über die Kindergartengebühren. Das Ergebnis, das eine Konsensfindungsrunde brachte, überraschte nicht. Unbefriedigend ist es trotzdem.
Amtsgericht Achern.
vor 6 Stunden
Prozess
Vor dem Amtsgericht Achern musste sich ein 38-jähriger Kreditnehmer unter anderem wegen Urkundenfälschung verantworten.
„Leicht errötend“ heißt die Ausstellung von Wolfgang Müller in der Galerie im Alten Rathaus. Unser Bild zeigt den Künstler mit Fachbereichsleiter Mathias Benz (links) und Kurator Rainer Braxmaier (rechts) bei der Eröffnung der Ausstellung.
vor 15 Stunden
"Leicht errötend" ins neue Jahr
Der Bühler Künstler Wolfgang Müller eröffnete am Samstag die 2023er Ausstellungsreihe "Eins plus" in der Städtischen Galerie in Oberkirch. Er widmet sich mit Vorliebe der Farbe Rot.
Ritten in Wagshurst ein: die "Raubritter aus der Schauenburg bei Oberkirch". 
vor 17 Stunden
Achern - Wagshurst
Die Wagshurster Narren eröffneten vor einer proppenvollen Maiwaldhalle die Fasnacht. Tanzeinlagen und Sketche sorgten für eine ausgelassene Stimmung.
Bei der “Jazz-Suite 12-9-6“ verwandelte sich das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg unter er Leitung von Marvin Stutz in eine Bigband. Toni Toth spielte am Saxofon ein eindrucksvolles Solo.
vor 17 Stunden
Tschaikowsky statt Sirenen
Mit der Polizei assoziiert man in der Regel Blaulicht und Streifenwagen. Dass die Polizei auch musikalisch etwas zu bieten hat, durfte das Publikum am Samstagabend in der Erwin-Braun-Halle erleben.
Die Seebacher Feuerwehr erhält einen neuen Mannschaftstransportwagen (von links): Dekan Georg Schmitt, Pfarrerin Regina Christine Bub, Kommandant René Schneider, Bürgermeister Reinhard Schmälzle, Chris Fühner und der stellvertretende Kommandant Roland Fischer.
vor 17 Stunden
Seebach
Dank des neuen Mannschaftstransportwagens müssen die Floriansjünger nicht mehr teilweise in Privatwagen anrücken. Das wurde bei der feierlichen Inbetriebnahme deutlich.
Das Baugebiet Rödermatt III in Zusenhofen wird aktuell erschlossen. 
vor 17 Stunden
Bauplatzpreise festgelegt
Nicht zu halten waren im Baugebiet Rödermatt die Bauplatzpreise, welche die Stadt zunächst anvisiert hatte. Zusenhofens Ortsvorsteherin rechnet dennoch mit vielen Interessenten.
Die Neuensteinhalle in Lautenbach wird rundum saniert. Mindestens bis Ende 2023 wird die Halle für Vereine wohl geschlossen bleiben müssen. Die Vereine schaffen sich Alternativen. ⇒Foto: Julian Ehinger
30.01.2023
Geduld ist das Fundament
Die Arbeiten an der Neuensteinhalle in Lautenbach genießen große Unterstützung im Ort und sind aus Sicht vieler unumgänglich. Doch manche Vereine müssen nun Ausweichmöglichkeiten suchen.
Das Posaunenquartett der Musikschule, das in der Kategorie Blechbläser-Ensemble mit 25 Punkten die Höchstpunktzahl erreicht hat: von links Lehrkraft Michael Fünfgeld, Benedikt Kasper, Nils Ruf, Felix Braun und Marius Munz.
30.01.2023
Jugend musiziert
Der Regionalwettbewerb Jugend musiziert in den Kategorien Klavier, Bläserensemble, Streicherensemble und Drum-Set brachte hervorragende Ergebnisse füe Musikschule Achern-Oberkirch.
Die Feuerwehr löschte am Sonntag einen Küchenbrand in Oberkirch.
30.01.2023
Küche brannte
Ein Küchenbrand führte am Sonntag zu einem Feuerwehrweinsatz in der Butschbacher Straße in Obnerkirch. Der Bewohner musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Ehrungen bei der Acherner Feuerwehr (von links): Daniel Maier-Hipp, Franz Maier-Hipp, Johannes Bold, Hermann Ehret, Heiko Fett, Heinrich Röder, Hubert Glaser, Kommandant Michael Wegel und Heinz Ehret.
30.01.2023
Einsatzbilanz 2022
Dass die Kernstadtwehr im vorigen Jahr öfters ausrücken musste, hat mit der neuen Alarm- und Ausrückordnung "Cobra 4 " zu tun. Vor allem in Sachen Technische Hilfe waren die Einsatzkräfte gefragt.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Die Kunden trainieren in den M.O.H.A.-Studios in Offenburg, Oberkirch und Haslach in moderner Atmosphäre. 
    27.01.2023
    EMS-Training in Offenburg, Oberkirch und Haslach entdecken
    Gesundheit, mehr Attraktivität, dazu Kraft- und Leistungssteigerung – und schnell sichtbare, spürbare und messbare Erfolge. Was unglaublich klingt, ist mit dem gezieltem EMS-Training bei M.O.H.A. an den Standorten Offenburg, Oberkirch und Haslach absolut möglich.
  • Egal ob jung oder jung geblieben: Beim Line Dance kann jeder die Freude an Rhythmus und Bewegung entdecken. 
    27.01.2023
    Mit DanceInLine in Offenburg die Freude am Tanz entdecken
    In toller Gesellschaft Tanzen lernen – auch ohne festen Tanzpartner, dafür auch mal mit Baby. Das bietet Julia Radtke in ihrer Tanzschule DanceInLine in Offenburg an. Hier entdecken Junge und jung Gebliebene Teilnehmer die Freude an Rhythmus und Bewegung.
  • Vom Azubi bis zum Quereinsteiger: J. Schneider Elektrotechnik bietet viele  Karrierechancen.
    24.01.2023
    J. Schneider Elektrotechnik – Bewerben und durchstarten!
    Fachkräfte, Anlernkräfte, Quereinsteigende, Azubis: Die Bewerbertage bei J. Schneider Elektrotechnik in Offenburg am 3. und 4. Februar 2023 wenden sich sowohl an diejenigen, die beruflich neue Wege gehen möchten, als auch an Berufseinsteiger.
  • Mehr Raum für sensationell durchdachte Küchen: moki Küchen erweitert im Offenburger Rée Carré. 
    26.12.2022
    moki Küchen erweitert im Rée Carré Offenburg
    Bei moki Küchen im Offenburger Rée Carré tut sich Großes: Der Mietvertrag für weitere Flächen ist unterschrieben worden. Im Januar beginnen die umfangreichen Umbauarbeiten; im April ist die Neueröffnung geplant.