Oberkirch-Stadelhofen

Renchtäler Jungbauern fordern Perspektive

Roman Vallendor
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02. September 2015

Karl Rombach (CDU) diskutierte in Stadelhofen mit Landwirten und Jungbauern über die Probleme im Obst- und Weinanbau. ©Roman Vallendor

Mindestlohn, Arbeitszeitschutzgesetz, Bürokratiewust, Produktvermarktung, Ernteausfälle. Dabei brennen jungen Obstbauern Investitionen in die Zukunft unter den Nägeln. Sie forderten Regelungen, die die Existenz ihrer Familien sichern.

Gut besucht war der Obsthof von Klaus Müller in Stadelhofen, um mit dem Landwirtschaftsmeister Karl  Rombach, agrarpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, die derzeitige  Situation zu erörtern. Anlass für die Veranstaltung der CDU-Verbände Oberkirch und Stadelhofen und des CDU-Agrarausschusses sind Auswirkungen von Mindestlohn,  Arbeitszeitschutzgesetz, Bürokratie und Ernteausfällen auf die Landwirtschaft und die Situation der jüngeren Betriebsleiter.
»In vielen Gesprächen erleben wir die belastende  Situation. Wir müssen den Nachwuchsbetriebsleitern eine echte Perspektive geben«,  forderte Johannes Rothenberger für die CDU Oberkirch. 

Klaus Müller vom gleichnamigen Obsthof in Stadelhofen stellte seinen Betrieb vor.  Seine Obstanbaufläche beträgt 25 Hektar. Die Vermarktung laufe nahezu komplett über den Obstgroßmarkt (OGM). Pro Jahr ernte er rund 350 000 Kilogramm  Obst. Bis zu 20 Saisonarbeitskräfte mit rund 10 000 Arbeitsstunden würden bei ihm beschäftigt. »Schon bei einem Euro mehr Stundenlohn steigt die finanzielle  Belastung für den Betrieb enorm an«, zeigte Müller mit den Worten: »Obstbauern haben  den Mindestlohn noch nicht geschluckt« auf.

Seine Tochter Sophie befindet sich derzeit in der Ausbildung zur  Obstbäuerin, richtete er den Blick in Richtung Hofübernahme. Die jungen Obstbauern und jungen Winzer schilderten ihre Perspektive und die  Belastungen, die die Hofübernahme immer unattraktiver machten. 

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Investitionen nötig

Investitionen seien nötig, aber die betriebswirtschaftliche Entwicklung lasse dazu  zunehmend weniger Spielraum. Der Mindestlohn sei eine Belastung und  insbesondere bei den Saisonarbeitskräften, die keine Sozialabgaben zu bezahlen  haben, nicht nachvollziehbar. Zusätzliche Knüppel gibt es durch die Arbeitszeitdokumentation. »Die Regelungen  sind völlig praxisfern und gehen am Ziel vorbei«, findet Rothenberger. Wendelin Obrecht, Vorsitzender des BLHV-Ortsvereins Bottenau, forderte von der  Politik die Schaffung von Rahmenbedingungen für das »Obstbauland Nummer 1«. Er  kritisierte, dass Katrin Altpeter, SPD-Landesarbeits- und -Sozialministerin beim Mindestlohn keinen Handlungsbedarf sah. Rosa Karcher, Präsidentin der Landfrauen Südbaden,  lenkte den Blick auf die Klimaveränderungen und forderte für die Landwirte Risikoausgleichsmaßnahmen. Die Wolfacher Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac  begrüßte die Einführung von Agrarpunkten bei der Rente der Landfrauen.

Franz Männle, Vorstandsvorsitzender der Oberkircher Winzer, schilderte die Situation der  Weinbauern in Steillagen nach die Liberalisierung des Weinbaus in der Ebene.  Heinrich Männle aus Durbach warf ein, dass die Politiker zu 70 Prozent auf die  Verbände hörten. »Der Markt gibt nicht mehr her. Die Einkäufer geben die Preise vor«,  stellte er fest.   

Karl Rombach warnte vor zu schnellem Wachstum, wie  jetzt auf dem Milchmarkt. Das rufe massive Probleme hervor. Beim Arbeitszeitschutzgesetz  forderte er von der Landesregierung die Änderung der Ausführungsbestimmungen,  damit Saisonarbeitskräfte, die  Geld verdienen wollten, auch zehn Stunden am Tag  arbeiten dürften. Stadelhofens CDU-Ortsverbandsvorsitzender Walter Hund verwies auf den besonderen Stellenwert  der Landwirtschaft in der Politik. Einen weiteren Dialog der CDU gibt es am 14. Oktober mit dem Fraktionsvorsitzenden der CDU im Landtag, Guido Wolf und dem Abgeordneten Willi Stächele in der  Renchtalhalle in Stadelhofen.

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