Gottesdienste sollen stattfinden

Renchtäler Pfarrer sind froh über Absage der „Osterruhe“

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08. April 2021
Oppenaus Pfarrer Klaus Kimmig kann, anders als 2020, die Osterkerze wieder im Rahmen eines Präsenzgottesdienstes entzünden. So eng wie auf unserem Archivfoto von 2016 werden die Beteiligten aber vermutlich nicht zusammenstehen.

Oppenaus Pfarrer Klaus Kimmig kann, anders als 2020, die Osterkerze wieder im Rahmen eines Präsenzgottesdienstes entzünden. So eng wie auf unserem Archivfoto von 2016 werden die Beteiligten aber vermutlich nicht zusammenstehen. ©Bernhard Huber

Die Empfehlung der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten, die Präsenzgottesdienste an Ostern zugunsten einer pandemiebedingten Osterruhe ausfallen zu lassen, kam auch für Oberkirchs katholischen Pfarrer Markus Fischer überraschend. Dabei ist sich Fischer der Gratwanderung bewusst, wenn die Glocken zum Gottesdienst läuten: Da sei einerseits die Freiheit der Kirchen, selbstständig über ihre Gottesdienste zu entscheiden – „ein kostbares Gut“. Andererseits bleibt die Solidarität mit vom Lockdown hart getroffenen Berufsgruppen und die Sorge um den Gesundheitsschutz.

Oberkirchs Pfarrer: Osterruhe hätte nicht als Wellenbrecher getaugt
Die Osterruhe hätte diese Gratwanderung nur unterbrochen, aber nicht beendet: „Am Mittwoch der Karwoche die Gottesdienste auszusetzen, um am Dienstag nach Ostern wieder zu beginnen, ist meines Erachtens nicht sinnvoll“, sagt Fischer. „Für einen Wellerbrecher-Lockdown bräuchte es meines Erachtens zwei bis drei Wochen ein starkes Zurückfahren des gesellschaftlichen Lebens. Das, glaube ich, ist rund um die Ostertage kaum machbar, weil die Menschen auch etwas für die Gesundheit der Seele brauchen.“

Die Idee der Osterruhe ist mittlerweile vom Tisch: Oberkirch setzt auf Präsenzgottesdienste – und auf sein Hygienekonzept: „Wir versuchen weiterhin, die größtmögliche Sicherheit zu bieten durch Maskenpflicht, Abstände und Desinfektionsmittel, keinen gemeinsamen Gesang und Schnelltests für einen bestimmten Kreis an liturgisch Mitwirkenden sowie für die Zelebranten.“

Oppenaus Pfarrer ist froh, dass die Katholiken die Wahl haben
Im gesamten Renchtal müssen sich die Katholiken anmelden für die Präsenzgottesdienste an Ostern (siehe Stichwort). Oppenaus katholischer Pfarrer Klaus Kimmig ist dankbar, dass diese stattfinden können: „Es bedeutet mir viel, mit der Gemeinde feiern zu können.“ Dennoch spürt auch Kimmig in seiner Gemeinde eine gewisse Unsicherheit und Spannung bezogen auf die Entwicklung der Pandemie. Dennoch findet er es gut, „dass jeder selbst entscheiden kann, ob er an den Präsenzgottesdiensten teilnimmt oder nicht“. Nachdem der Erzbischof am Donnerstag grünes Licht gegeben hatte, hatte sich auch der Oppenauer Pfarrgemeinderat am Montag mehrheitlich für die Gottesdienste vor Ort entschieden. Dass für diese eine Voranmeldung nötig ist, stand schon fest, bevor im Kanzleramt die Osterruhe-Idee ausgebrütet wurde. Für Ostern hat Klaus Kimmig vor allem eine Hoffnung: „dass wir die Zeit als Tage der Stärkung feiern können“. Das gelte auch für die Kranken und diejenigen, die lieber von zuhause aus mitfeiern.

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„Ich bin froh, dass der Beschluss einer Osterruhe von Gründonnerstag bis Ostermontag revidiert wurde“, verweist Oberkirchs evangelischer Pfarrer Roland Kusterer auf ungeklärte rechtliche Fragen und praktische Probleme wie einen Ansturm auf die Lebensmittelgeschäfte in den Tagen davor. Nachvollziehen kann er bei steigenden Inzidenzzahlen die Empfehlung, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten.

Kusterer: Internet ist kein Ersatz für Ostergottesdienste

Kusterer wäre ein solcher Verzicht schwergefallen, zumal die Ostergottesdienste schon 2020 wegen des Lockdowns abgesagt werden mussten. „Gottesdienste im Internet und im Fernsehen sind für das persönliche Erleben der Zuschauer*innen nur ein schwacher Ersatz, auch wenn sie oft aufwändig und sehr ansprechend gemacht sind, vor allem in musikalischer Hinsicht.“ Auch der Kirchengemeinderat entschied sich für die Präsenzgottesdienste. Eine Veranstaltung fällt dennoch aus: Die Auferstehungsfeier am Ostersonntag am Friedhof wurde abgesagt, weil die Einhaltung des Schutzkonzeptes im Freien nicht garantiert und kontrolliert werden könne.

Oppenaus evangelischer Pfarrer: Oster-Feiertage sind kein bloßes Instrument der Pandemie-Bekämpfung

Sowohl in Oberkirch als auch im Oberen Renchtal werfen die Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinden aber einen Blick auf die Inzidenzzahlen – diese sollten in der Ortenau nicht über 200 steigen, damit Gottesdienste vor Ort stattfinden können. „Ein weiteres Mal Ostern nicht feiern zu können, wäre sicher ein harter Schlag und nur sehr schmerzhaft für die Gemeinde zu ertragen“ ergänzt Oppenaus evangelischer Pfarrer Achim Brodback.

Die Osterfeiertage über eine verlängerte Osterruhe als „Instrument der Pandemiebekämpfung“ einzusetzen – das wäre Brodback viel zu weit gegangen. „Mit zusätzlichen Corona-Feiertagen hätte das Fest eine grundsätzlich andere Bedeutung erhalten. Die Politik kann andere Zeiträume wählen und muss nicht kirchliche Hochfeste dazu verwenden. Der Ausfall von Präsenz-Ostergottesdiensten wäre nur dann verhältnismäßig, wenn auch sonst gar nichts mehr stattfinden kann.“

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