Landwirtschaftsminister vor Ort

»Rettet die Bienen-Initiative« besorgt auch Oberkirchs Winzer

Roman Vallendor
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21. September 2019
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Bei der Weinlese der Sorte »Spätburgunder Rotwein« mit 95 Grad Oechsle im Tiergärtner Gewann Ulmenhardt (von links): Dieter Blaeß, Markus Ell, Christoph Lipps, Josef Huschle, Monika Huschle, Thomas Krechtler, Alois Huschle, Jürgen Mußler, Landwirtschaftsminister Peter Hauk, Markus Huschle, Landtagsabgeordneter Willi Stächele, Franz Männle.

Bei der Weinlese der Sorte »Spätburgunder Rotwein« mit 95 Grad Oechsle im Tiergärtner Gewann Ulmenhardt (von links): Dieter Blaeß, Markus Ell, Christoph Lipps, Josef Huschle, Monika Huschle, Thomas Krechtler, Alois Huschle, Jürgen Mußler, Landwirtschaftsminister Peter Hauk, Markus Huschle, Landtagsabgeordneter Willi Stächele, Franz Männle. ©Roman Vallendor

Die Ernteaussichten für einen Top-Weinjahrgang 2019 lassen Optimismus zu. Demgegenüber stehen die berechtigten Zukunftsängste, vor allem der Jungwinzer, zum bevorstehenden Volksbegehen »Rettet die Bienen«, das bei Inkrafttreten des Gesetzes existenzgefährdend werden könnte.

Der Spätburgunder, der zurzeit geerntet wird, ist ein jahrhundertealtes Kulturgut. Die Weinernte, wie hier im Tiergärtner Gewann Ulmenhardt von der Familie Josef Huschle, ist voll im Gang. Der frühe Ernteabschluss ist auch eine Auswirkung des Klimawandels.

Gestern war Vor-Ort-Termin mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk: Franz Männle, Vorstandsvorsitzender der Oberkircher Winzer eG, beschrieb die Vegetationsphase, die in den Weinbergen im Frühjahr mit ausreichend Niederschlägen begann, so dass ein normaler Austrieb der Reben erfolgte. Die Trockenheit im Juni, Juli und jetzt noch im August fügte tiefwurzelnden Reben keinen Schaden zu. Dankbar sei der Winzer, so Männle, dass es wegen der befürchteten Mehltaukrankheit keines Pflanzenschutzmittels bedurfte. Auch seien aufgrund der Trockenheit keine tierischen Schäden entstanden.

 
Männle betonte, dass in den Reben auch nur das Nötigste an Pflanzenschutzmitteln eingebracht würde. Demgegenüber steht das Volksbegehren »Rettet die Bienen« zum Artenschutz in Baden-Württemberg. 
Gegen Pilzbefall  bei entsprechender Witterungslage seien Kulturpflanzen nicht resistent, argumentierte Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Das Volksbegehren dürfe man so nicht stehen und eine »Hoppla-hopp-Entscheidung nicht zulassen«, forderte Hauk. Der Biene sei nicht gedient, wenn es keine Weinberge mehr gäbe.

Große Verantwortung

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Landtagsabgeordneter Willi Stächele nannte es eine große Verantwortung über das Volksbegehren aufzuklären. Bei der Gesprächsrunde im Vinotorium der Oberkircher Winzer eG brach Oberkirchs Bürgermeister Christoph Lipps eine Lanze für die Bedeutung der Kulturlandschaft. Durch die Forderungen des Volksbegehrens kämen Wein- und Obstbau in Gefahr. Man müsse die Öffentlichkeit über Konsequenzen aufklären.

Lautenbachs Bürgermeister Thomas Krechtler sieht in dem Volksbegehren extreme Beeinträchtigungen für den Tourismus. Landwirte würden Tallagen aufgeben, lautete die Aussage aus Gesprächen mit Betroffenen. Keiner sei gegen die Biene, so Markus Ell, geschäftsführender Vorstand der Oberkircher Winzer. Doch die sachliche und fachliche Argumentationslücke sei problematisch. Die Stimmung beim Erzeugeranbau sei schlecht. »Die Abstimmung ohne Ahnung wirkt auf Menschen«, meinte Haslachs Ortsvorsteher Jürgen Mußler. Daher hätte die Aufstellung der »grünen Kreuze« in den Rebbergen den Effekt, die Leute erreichen zu können. Was die Befürworter und Gegner des Volksbegehrens im Landtag betrifft, brauche man einen Dialogprozess, der auf die Problematik aufmerksam mache, sagte Hauk.

Volksantrag 

Gegensteuern wollen die Verbände mit einem so genannten Volksantrag, einem Gegenentwurf, der bis Ende nächster Woche ausformuliert vorliegen soll, informierte Alois Huber, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Oberkircher Winzer eG. Bis Ende des Jahres rechne er mit 40 000 Unterschriften für die Aktion der Verbände. Im Gegensatz zum Volksbegehren, das im Landtag bei der Gesetzesabstimmung nur ein »Ja« oder »Nein« zulasse und bei Zustimmung »Eins zu Eins« umgesetzt werden müsse, beinhalte der Volksantrag Frage- und Antwortstellungen zur Thematik, über die der Landtag beraten könne. Der Landtag habe die Möglichkeit für einen Gegenentwurf. Dieter Blaeß regte an, dass die Kommunen über die Auswirkungen des Volksbegehrens, ihre Ortschaft betreffend, aufklären sollten. Bei weiteren Themen sprach sich Franz Männle für die Einführung einer Mehrfachversicherung für Weinbauern aus. 

Alois Huber sprach sich für die Aufrechterhaltung der Flurbereinigung in Kappelrodeck aus. Unisono ging die Aufforderung an Gemeinderäte und Kreisräte jetzt Stellung zu beziehen.

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