Antrag zugestimmt

Rheinau schickt Förderschüler zähneknirschend nach Kehl

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
15. Juni 2018
Die Pestalozzi-Förderschule in Memprechtshofen ist Geschichte; jetzt soll das Gebäude entwidmet werden.

Die Pestalozzi-Förderschule in Memprechtshofen ist Geschichte; jetzt soll das Gebäude entwidmet werden. ©Archivfoto: Matzat

Bitter stieß dem Gemeinderat der Abschluss der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen Rheinau, Kehl und Willstätt bezüglich des sonderpädagogischen Beratungs- und Bildungszentrums (SBBZ) an der Albert-Schweitzer-Schule in Kehl auf. Trotzdem stimmte er zu. 

Die Stadt Rheinau hat mit Schreiben vom 26. Oktober die Schließung der Förderschule Memprechtshofen und die Entwidmung des Schulgebäudes beantragt (wir berichteten). Voraussetzung zur Schulschließung ist, die örtliche Zugehörigkeit Rheinaus zu einem sonderpädagogischen Beratungs- und Bildungszentrum (SBBZ) im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung (ÖRV) zu regeln. Die Bildung eines Schulbezirks ist nach dem Schulgesetz verpflichtend. Eine Weiterverarbeitung des städtischen Antrags durch die Landesbehörden könne erst nach Vorlage der ÖRV erfolgen, hieß es. 

Keine Alternative

Für Rheinau zeichnet sich eine örtliche Zugehörigkeit zum Schulbezirk der Albert-Schweitzer-Schule ab. Die Stadt Kehl als deren Schulträger hatte dazu eine Mustervereinbarung vorbereitet. »Der Abschluss dieser Vereinbarung bedeutet, dass künftig alle Rheinauer Schüler, für die der Förderschwerpunkt ›Lernen‹ in Frage kommt, die Albert-Schweitzer-Schule in Kehl besuchen werden«, erklärte Welsche. Das sei auch aufgrund der verkehrstechnischen Anbindung die beste Lösung. Für Schüler aus Helmlingen könnte der Besuch einer Förderschule im Bereich der Stadt Bühl besser organisierbar sein. Hinsichtlich eines Antrages auf Schulbezirkswechsel signalisierten alle Beteiligten Offenheit. 

- Anzeige -

Christian Dusch (CDU/FWG) erkundigte sich, wo die Schüler im laufenden Schuljahr beschult werden. »Einige wurden in der Werkrealschule Rheinau inkludiert, ein oder zwei gehen nach Kehl«, antwortete Welsche. Dusch fragte weiter, wieso man die ÖRV abschließen müsse, wenn es auch so funktioniere. »Wir müssen nun eine Vereinbarung mit der Stadt Kehl beschließen, um dort ein Angebot einrichten zu können, das wir gerne bei uns angeboten hätten – das widerstrebt einigen in unserer Fraktion«, betonte Dusch. Erst werde man in den Beschluss gedrängt, die Schule zu schließen, nachdem man sie ausbluten ließ, und jetzt werde mit der Entwidmung Druck ausgeübt, wenn der Vereinbarung nicht zugestimmt werde. »Ich habe große Zweifel, ob die im Regierungspräsidium verstanden haben, was kommunale Selbstverwaltung bedeutet sowie, dass wir Schulträger sind«, schimpfte er. 

Als »unseriös« betitelte Manfred Kress (SPD/FW) die »Geschichte«. Trotzdem sah seine Fraktion keine andere Möglichkeit, um das Gebäude entwidmen zu können. Wichtig war ihm wie die Schülerbeförderung und die Kosten dazu aussehen, da die Entfernungen zugenommen hätten. »Von Helmlingen nach Kehl sind es fast 30 Kilometer«, betonte er. Welsche bedauerte ebenfalls, dass gerade die Schüler, die eher mehr Fürsorge benötigen, einen solchen Weg auf sich nehmen müssten, während alle anderen die Schule vor Ort haben. »Unseren Widerwillen und unsere Erzürnung über die Vorgehensweise haben wir von der Verwaltung ebenfalls vehement mit dem Regierungspräsidium und Schulamt diskutiert«, sagte Welsche. Aber als Kommune müsse man nun sehen, wie es weiter gehe. 

Sieben Neinstimmen

Die IG Handel stimmte zähneknirschend der ÖRV zu. »Wir wollten alle, dass unsere Förderschule in Memprechtshofen bestehen bleibt. Wir haben darum gekämpft, aber es wurde uns nicht ermöglicht, und das sind die Konsequenzen«, fasste Welsche zusammen. Er empfahl, der ÖRV zuzustimmen. Die Abstimmung ging mit 16 Ja- und sieben Neinstimmen – alle aus der CDU/FWG – aus.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Bei der Firma Mulag in Oppenau und in Bad Peterstal-Griesbach wird die Arbeitszeit der Mitarbeiter seit 20 Jahren elektronisch erfasst. Vor allem kleinere Betriebe sehen eine verpflichtende Arbeitszeiterfassung allerdings kritisch.
vor 5 Stunden
EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung
Vertrauensarbeitszeit und Überstunden, die nicht genau erfasst werden, dürfte es in vielen Unternehmen geben. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) könnte damit aber bald Schluss sein. Der EuGH fordert die Erfassung der tatsächlich geleisteten Arbeit. Die Acher-Rench-Zeitung hat...
vor 8 Stunden
In vierter Generation und 140jähriger Tradition
Die Bäckerei Rolf und Petra Federer, ein Urloffener Familienbetrieb in vierter Generation und mit 140-jähriger Tradition, ist am 29. Juni letztmals geöffnet. 
vor 14 Stunden
Viele interessante Aktivitäten im Angeobt
Zusammen mit den örtlichen Vereinen, den Kitas und engagierten Bürgern hat die Stadtverwaltung Renchen ein Programm zusammengestellt, das den Kindern in den Sommerferien ein interessantes Spiel- und Spaßangebote bietet. Im Rahmen eines Pressegesprächs stellte Bürgermeister Bernd Siefermann das...
Die Mitglieder des Betriebsräte-Netzwerks Renchtal tauschten sich aus.
vor 22 Stunden
Freizeit hat Vorrang vor Geld
Lieber mehr Freizeit als mehr Geld: Diese Priorisierung vieler Mitarbeiter kommt derzeit insbesondere den Automobilzulieferern zugute. Das kam bei einem Treffen des Betriebsräte-Netzwerks Renchtal ebenso zur Sprache wie der anhaltende Fachkräftemangel.
19.06.2019
Achern/Oberkirch
Gleich zwei Alkoholsünder sind am Dienstagabend an der Maiwald Kreuzung in Achern in eine Polizeikontrolle geraten. Beide Autofahrer müssen jetzt mit Anzeigen rechnen. 
19.06.2019
Oberkirch
Wie gut lebt es sich in der Oberkircher Kernstadt? Im Städtecheck geht es zum Abschluss um die Infrastruktur der Großen Kreisstadt. Sie ist laut OB Matthias Braun für alle Lebenslagen gerüstet.
Besser geht es nicht, denn die neue Brücke schneidet im Praxistest hervorragend ab und bleibt unter den Grenzwerten.
19.06.2019
Rheinau - Freistett
Der Montag blieb mit dem statischen Belastungstest für die neue 63 Meter lange und 30 Tonnen schwere Fuß- und Radwegbrücke, der längsten Aluminiumbrücke in Europa, bis zum Schluss spannend. 
Neben dem zweitägigen Programm schätzten die Besucher in Önsbach auch das gute Essen.
19.06.2019
Rundflüge und viel Musik
Das Pfingstfest in Önsbach lockte viele Besucher an. Für diese stand sogar ein Hubschrauber bereit.
19.06.2019
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren
Traditionell mit dem ersten Ferientag, 29. Juli, startet in Appenweier auch das Ferienprogramm. Die Vorbereitungen laufen nach Auskunft von Programm-Managerin Claudia Männle, in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Vereinigungen, auf Hochtouren.
Die Dinkel Brothers (von links) Martin Nock, Joachim Köninger und Rupert Bäuerle begeisterten mit ihrem Konzert beim Zuckerbergschloss. Als Überraschung spielte und sang bei ein paar Stücken der ehemalige Dinkel Brother Christian Huber (vorne, Mitte) mit.
19.06.2019
30 Jahre "Dinkel Brothers"
Sonntagnachmittag, Sonnenschein, strahlender Sound und ein großes, enthusiastisch mitgehendes Publikum, alles passte bestens beim Geburtstagskonzert der Musikgruppe »Dinkel Brothers« im Pavillon beim Zuckerbergschloss.
Hüpfburgen wie dieser Leuchtturm sind eine von vielen Attraktionen beim Oberkircher Kindertag.
19.06.2019
Kindertag in Oberkirch
Hüpfburgen, Kistenklettern, Ponyreiten oder basteln: Zum 23. Mal findet am Samstag, 29. Juni, der Oberkircher Kindertag statt. In der Hauptstraße sowie auf dem Kirch- und Marktplatz erwarten die Kinder jede Menge Attraktionen.
19.06.2019
Gesunde Ernährung und reichlich Sportangebote
Für die Kinder Grundschule Grimmelshausen-Grundschule fand eine Gesundheitswoche statt. Unterstützt auch von Eltern und außerschulischen Partnern gab es eine abwechslungsreiche Auswahl an Ernährungs- und Sportangeboten.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 12.06.2019
    Storytelling von Reiff Medien
    Exakt bestimmen, wer meine Werbung sehen will und Produkte mit neuen Erzählformen und einflussreichen Gesichtern bewerben: Online-Marketing ist heute so kraftvoll wie nie – und die Experten von Reiff Medien Digital Natives unterstützen regionale Firmen auf diesem Weg.
  • Die Profis für Werbeanzeigen auf digitalen Plattformen (von links): Sebastian Daniels (Abteilungsleiter Digital Natives), Serkan Nezirov und Andreas Lehmann von Reiff Medien.
    12.06.2019
    Interview mit drei Experten
    Wie können sich Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung ihren Kunden präsentieren? Die neue Abteilung »Reiff Medien Digital Natives« bietet maßgeschneiderte Lösungen an und hievt regionale Firmen auf Plattformen wie Facebook und Instagram.
  • 30.05.2019
    Größtes Volksfest der Ortenau
    Vom 30. Mai bis 2. Juni läuft in Kehl wieder der »Messdi«. Das größte Volksfest der Ortenau mit seinen etwa 160.000 Besuchern wartet in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf.
  • 13.05.2019
    »Schöne Zeit« – der zeitlose Weingenuss
    Fruchtig, farbenfroh und voller Lebensfreude – so zeigt sich der neue »Schöne Zeit«-Weißwein der Durbacher WG. Der Name ist Programm und steht für zeitlosen Genuss für jedes Alter – aus dem Herzen des Durbachtals.