Geplante Kita-Erweiterung

Rheinbischofsheim befürwortet Aufstockung des Krippenbaus

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 4 Minuten
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25. Januar 2020

Der Krippenbau des Kindergartens Storchennest soll aufgestockt werden, das entschied der Ortschaftsrat. ©Ellen Matzat

Dringend erweitert werden muss der evangelische Kindergarten Storchennest in Rheinbischofsheim. In der Sitzung am Donnerstag billigte der Ortschaftsrat einstimmig eine Aufstockung der Krippe, auch wenn es eine kostengünstigere und schneller realisierbare Lösung gäbe.

Für die Kita-Erweiterung wurden drei Varianten geprüft: Der Ausbau des Dachgeschosses würde über 600 000 Euro kosten. Das steht laut Verwaltung nicht in Relation zur Raumgewinnung. Die bauliche Erweiterung durch Aufstocken der als Krippe genutzten Räume sei hingegen besser zu realisieren, hieß es in der Sitzung. Statische Erfordernisse sowie abstandsrechtliche Bedingungen seien noch zu klären. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 490 000 Euro. Die frühste Fertigstellung wäre im Sommer 2021. 

Die günstigste und schnellste Variante wäre das Aufstellen eines Modulgebäudes wie beim Kindergarten Schwimmbadstraße in Freistett. Dadurch würde sich aber die Außenspielfläche um ein Drittel verringern. Die Kosten hier: 330 000 Euro. Die frühste Fertigstellung wäre Anfang 2021. 

Sollte eine Erweiterung des Kindergartens nicht realisierbar sein, müssten zur Abdeckung des Bedarfs Angebote in anderen Stadtteilen geschaffen werden. Als kurzfristige Umsetzungsmöglichkeit sieht die Stadtverwaltung die Erweiterung an das bestehende Modulgebäude im Kindergarten Schwimmbadstraße. Kostenpunkt: 230 000 Euro. 

Mit Warteliste

Kindergartenleiterin Katja Junker berichtete von 13 Kindern auf der Warteliste 2019, von denen bis heute immer noch vier keinen Platz hätten. Weiter sprach sie den Raumbedarf von Rheinaus zweitgrößter Kita mit fünf Gruppen an sowie den kritischen Zustand des Gebäudes. „Uns fehlen wichtige Räume“, sagte sie. „Bei einem Modulgebäude bleibt der Ist-Zustand im Gebäude und wir verlieren viel Außenfläche“, monierte sie. Damit erreiche man 5,9 Quadratmeter pro Kind, was man in Großstädten vorfinde. Die Empfehlung liege bei acht bis zehn Quadratmetern. Es wäre besser, so Junker, den Rheinbischofsheimer Kindergarten dauerhaft aufzustocken, anstatt die geplante Kita in der „Rheinau-Mitte“ auf zehn Gruppen auszulegen; die Krippe sollte aufgestockt werden. Zum Modulgebäude müsste man die Kosten für die Gartenumgestaltung sowie den Abbau dazu zählen, was die Differenz verringere. 

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Alle unter einem Dach

Eine Mutter fügte hinzu, dass auch Kindergartenfeste mit Modul nicht mehr stattfinden könnten. Pfarrer Martin Grab gab an, dass es einen Planer gebe, der den Dachausbau wesentlich günstiger realisieren könnte und bat als Sprachrohr des Kirchengemeinderats, nicht für das Modulgebäude zu votieren: „Das Außengelände als Highlight unseres Kindergartens ist sonst lange Zeit nicht bespielbar.“ Er erinnerte daran, dass die Krippe erst für viel Geld umgebaut worden sei und eine Gruppe außerhalb des Gebäudes ein Inseldasein führen. Er wünscht sich alle Kinder unter einem Dach. 

Hauptamtsleiter Thomas Bantel bestätigte, dass die Mindestvoraussetzungen bei einem Modulanbau gegeben seien und in Freistett derzeit 20 Kinder aus anderen Stadtteilen betreut würden. Ein weiterer Modulanbau sei auch in Freistett denkbar. Die benachbarte Doppelhaushälfte sei nicht zu realisieren gewesen. 

Ortsvorsteher Robert Reifschneider wünschte sich, dass die Kinder im eigenen Ort einen Platz bekommen. Er sprach sich wie das Kuratorium am Vorabend für die Aufstockung aus. Klaus Berger (SPD/FW) betonte, dass man im Ortschaftsrat schon seit Jahrzehnten an einem neuen Kindergarten arbeite. Michael Hemler (SPD/FW) empfand die Aufstockung trotz Kostenunterschied von 160 000 Euro als nachhaltiger. Dies könne bei einer kleinere Variante des Kindergartens in der Rheinau-Mitte wieder eingespart werden. Die Reduzierung von 9,3 auf 5,9 Quadratmeter empfindet er fürchterlich. 

Kritisch hinterfragt

Frank Schadt (CDU/FWG)plädierte für mehr gesamtstädtisches Denken; nicht jedes Kind könne an seinem Wohnort alle gewünschten Leistungen bekommen. Die geschätzten Zahlen für die Aufstockung sah er kritisch, auch wenn er dies ebenfalls favorisiert. Reifschneider fügte hinzu, dass er keine Großstadtverhältnisse in Rheinbischofsheim einführen und damit Vorreiter für neue Rheinauer Mindeststandards sein wolle. Das einzig attraktive am „Bischemer“ Kindergarten sei die Außenfläche, die man mit dem Modul zerstören. 

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