Für Erdbeeren, Äpfel und Gemüse

Ringelbacher Obstbauer richtet Lieferdienst ein

Autor: 
Alicia Tedesco
Lesezeit 3 Minuten
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26. Mai 2020

Ellen Birk, Patrick Jülg und Marcus Pfützner (von links) wollen ihr Obst auch zu Corona-Zeiten direkt an den Kunden bringen – mit einem Lieferservice. ©Privat

Obst und Gemüse direkt vor die Haustüre geliefert zu bekommen – das wäre doch was! Mit diesem Gedanken spielte Obstbauer Patrick Jülg aus Ringelbach schon seit längerer Zeit und jetzt setzte er ihn gemeinsam mit Familie und Freunden um.

In Zeiten der Corona-Krise überlegen es sich viele Kunden lieber zweimal, ob man sie zum Obst- und Gemüseeinkauf in den Supermarkt oder auf den Wochenmarkt gehen und somit Kontakt mit Menschen riskieren sollen. Gleichzeitig möchte man in solchen Zeiten doch erst recht lokale Unternehmen unterstützen. Pizza und Pasta werden schon seit eh und je vor die Haustüre von Kunden geliefert – warum nicht auch Obst und Gemüse? 

Patrick Jülg, Obstbaumeister aus Ringelbach, ging dieser Gedanken schon länger durch den Kopf. „Durch die Corona-Problematik ist der Gedanke immer konkreter geworden“, erzählt Jülg, der mit seiner Familie bereits in der sechsten Generation den Obstbaubetrieb bewirtschaftet. Seit vier Jahren bietet die Familie ihr selbst erzeugtes Obst an einem Selbstbedienungsstand auf ihrem Hof in Ringelbach an – seit Mitte April betreiben sie zudem einen Lieferservice für Obst und Gemüse. 

„Momentan wollen die Leute weniger einkaufen gehen und nutzen daher Lieferdienste. Um unser Obst auch in diesen Zeiten direkt an die Kunden aus unserer Region zu bringen, haben auch wir entschieden, einen Lieferservice anzubieten“, erklärt Jülg diese Entscheidung. „Aber bevor wir mit unseren Lieferungen starten konnten, verbrachten wir vier Wochen lang jede freie Minute mit der Umsetzung dieser Idee.“ 

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Eine große Herausforderung sei dabei die Entwicklung des Bestellprozesses gewesen, aber auch die Erstellung von Lieferscheinen habe zu den vielen Aufgaben gezählt, die vor der ersten Lieferung erledigt sein mussten. Allein und ohne Hilfe wäre das nicht möglich gewesen, betont er. Seine Schwester Ellen Birk sei für die Annahme zuständig und kümmere sich auch um alle weiteren Aufgaben, die im Büro anfallen. Den Onlineshop, über den einzelne Angebote ausgewählt, kombiniert, individualisiert und schließlich bestellt werden können, habe sein bester Freund Marcus Pfützner selbstständig entworfen, ohne vorgefertigtes Konzept. Jülg selbst kümmere sich hauptsächlich um den Anbau des Obstes, das später vor die Haustüre der Kunden geliefert wird. Doch nicht nur Variationen von Obst gehören zu den Angeboten, die online über www.obstbauer.eu bestellt werden können. „Wir liefern auch Gemüse vom Bernhardshof in Achern-Önsbach und Spargel vom Spargelhof Wurth in Oberkirch-Zusenhofen“, erklärt Jülg. Lieferungen seien nach Oberkirch, Renchen und Kappelrodeck möglich, bei Bedarf solle der Umkreis erweitert werden. Die Produktauswahl reicht von Erdbeeren über Salate bis zu bereits zusammengestellten Obst- und Gemüsekisten und variiert wöchentlich. Aus der Region für die Region ist hier das Motto, denn fast alle Produkte kommen aus eigener Ernte. „Erdbeeren sind momentan sehr beliebt“, berichtet Jülg, „und auch Äpfel werden nach wie vor gerne bestellt. Für die Verpackung der Produkte verwenden wir aus hygienischen Gründen momentan oft Papiertüten. Sobald sich die Corona-Lage entspannt hat, wollen wir komplett auf Kisten umsteigen, die wir wieder bei unseren Kundenabholen und neu befüllen können.“ Somit könne man unnötigen Müll vermeiden und auf Nachhaltigkeit setzen.

Gemüsekiste als Abo

Patrick Jülg und sein Team haben noch weitere Pläne für die Zukunft des neuen Lieferservices: „Wir möchten unsere Gemüsekisten bald auch als Abo anbieten“, erzählt Jülg. Kunden sollen dann in individuell einstellbaren Zeiträumen, beispielsweise zweimal in der Woche, Gemüsekisten mit saisonaler Auswahl zugeliefert bekommen. 

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