Gemeinderat tagte

Sasbach sucht weiter Plätze für Flüchtlinge

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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15. Januar 2020

300 000 Euro Miete muss die Gemeinde Sasbach für die Unterbringung von Flüchtlingen pro Jahr bezahlen. Nun werden schnell Alternativen gesucht. ©Roland Spether

Die Gemeinde Sasbach ist weiter auf der Suche nach einer Unterkunft für Flüchtlinge. Geprüft werden fünf Plätze aus 15 Standorten.

„Wo wollen wir hin mit unseren Flüchtlingen, hat jemand noch leer stehende Räume? Hintergrund der Frage bei der Sitzung des Gemeinderats war, dass Sasbach 2017 unter Bürgermeister Wolfgang Reinholz eine Gemeinschaftsunterkunft im „Mättich“ anmietete, nachdem das Seminar St. Pirmin geschlossen wurde und sich kein Wohnraum fand. Im Februar 2018, nach dem Amtsantritt von Gregor Bühler, zogen die ersten Flüchtlinge in der „Anschlussunterbringung“ und gemäß der Aufnahmeverpflichtung der Gemeinde im „Mättich“ ein. 

Hoher Mietpreis

Seither  wurde  von  der  Verwaltung sehr viel und in direktem Gespräch mit Bürgern versucht, privaten Wohnraum zu akquirieren oder Bauplätze zu erhalten, doch leider ohne Erfolg, so Gregor Bühler. Wichtig wäre dies, da die vertragliche Bindung mit dem Eigentümer der Mättich-Unterkunft im Mai 2021 auslaufe und die Gemeinde „schnellstens handeln muss“. Sicher würde es eine Sondergenehmigung für die Weiterführung der Unterkunft im „Mättich“ geben, aber dies sei nicht billig. „Wir sprechen hier von 300 000 Euro pro Jahr, das ist sehr viel Geld für diese Unterkunft“. Anmerkung der Redaktion: Die Unterkunft ist für 50 Personen ausgelegt, es gibt 25 Zimmer, zwei Aufenthaltsräume mit Küchen und sanitäre Anlagen. 

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Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die Thematik „Wohnraum für Wohnungslose“ (Flüchtlinge, Obdachlose) bei der Klausurtagung im September 2019 ausführlich beraten wurde, ebenso 2018, doch offensichtlich sei es so, dass niemand im Dorf bereit sei, Wohnraum für Flüchtlinge zur Vermietung bereitzustellen. Mit den Gemeinderäten wurden bei der Klausurtagung Kriterien für Kommunalen Wohnungsbau aufgestellt und überlegt, wo dieser konkretisiert werden könnte. Dazu wurde bereits Ende vergangenen Jahres  zwei Aufstellungsbeschlüsse für Gemeindegrundstücke in der Schwarzwaldstraße und im Allmendweg gefast. 

In der jüngsten Sitzung wurden weitere Alternativen diskutiert und letztlich wurden der Gemeinde aus 15 Standorten fünf Plätze zur weiteren Prüfung mit auf den Weg gegeben. Dies sind Grundstücke in der Schwarzwaldstraße, im Allmendweg und im Kirchwegfeld in Sasbach, in der Schulstraße in Obersasbach sowie als Gesamtpaket die gemeindeeigenen Häuser „Merkel“ und „Sparkasse“ im Bereich um das Rathaus.  

„Für 300 000 Euro Miete im Jahr kann man auch etwas Neues bauen“, so Bernhard Ringwald. Laut Ambros Bühler sei zu klären, ob es sich um kommunalen oder sozialen Wohnungsbau oder beides zusammen handelt. Wie Bautechniker Christoph Karch mitteilte, bestehe im Haus „Merkel“ ein Sanierungsbedarf von 400 000 bis 800 000 Euro, auch das ehemalige Sparkassen-Gebäude sei in keinem besseren Zustand. Deshalb wurde ein Erhalt beider Gebäude eher verworfen, wohl aber soll dieser Bereich um das Rathaus weiter als Option bestehen.

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