In Zeiten der Klimaschutzdemos

Sasbacher Lender-Theater düst »in 80 Tagen um die Welt«

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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12. Juni 2019
Zu Wasser, zu Lande und auf einem Elefanten ging es in 80 Tagen um die Welt und alle Akteure und das Lender-Label »Eigenregie« machten ihrem Namen alle Ehre.

Zu Wasser, zu Lande und auf einem Elefanten ging es in 80 Tagen um die Welt und alle Akteure und das Lender-Label »Eigenregie« machten ihrem Namen alle Ehre. ©Roland Spether

»In 80 Tagen um die Welt« ging das Lendertheater. Das Stück nach Jule Vernes hatte Bezüge zu den »Fridays for Future«-Demonstrationen, die ihm eine besondere Note verliehen.

 »Hopp, hopp, hopp – Plastik stopp!« Hätte Jules Verne diesen Slogan für Umweltschutz bereits in seinen 1873 erschienen Abenteuerroman »In 80 Tagen um die Welt« geschrieben, dann wäre es wahrlich allerhöchste Eisenbahn für »Fridays for Future«-Demonstrationen von Schülern und Theaterspielern wie die der Heimschule Lender. Die führten ihre fantastische Reise just an einem Freitag auf und erhielten stehende Ovationen. 

Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als sich den Weltreisenden als ökologischer »Running Gag« mit aktuellen Bezügen lauthals rufende Demonstranten in den Weg stellten und Forderungen stellten wie »Gebt den Fischen eine Stimme«. Diese wichtige Botschaft Jugendlicher an die Politik traf ins Schwarze und das Ensemble um die Hauptdarsteller Phileas Fogg (Beatrice Friedmann), Jean Passepartout (Madeleine Charenton) und Francis Fix (Ann-Sophie Behrle) hatten so eine Idee zum selbstkritischen Nachdenken.

»Die Eigenregie der Heimschule Lender präsentiert« stand auf dem Programmheft und neben dem Titel »In 80 Tagen um die Welt« folgte der Zusatz »eine Reise in die Lender«. Damit führten die Schüler um Regisseurin Beatrice Friedmann ihre Gäste mitten hinein in eine der ganz großen Qualitäten der Schule, deren Gremien den Jugendlichen sehr viel kreativen Freiraum lässt und sie bestens unterstützt. 

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Klasse inszeniert

Modisch maßgeschneidert wie im 19. Jahrhundert sorgte die Kostümbild-AG (Leitung Tanja Esser) für das passende Outfit und die Bühnenbild-AG (Leiter Eberhard Schreiber) leistete beste Arbeit. Faszinierend war, auf welch hohem spielerischem Niveau die Akteure ihre Rollen lebten, die enorme Textfülle sprachlich gestalteten und sich wie der Spezialagent Fix bei der Verhaftung eines mutmaßlichen Bankräuber selbst von seinem auf- und ab klappernden Revolver nicht aus der Ruhe bringen ließ. Mit der englischen Nobless, die Beatrice Friedmann ihren Fogg von Kopf bis Fuß ausstrahlen ließ, sowie dem herrlichen französisch-deutschen Akzent von Madeleine Charenton als perfekter »Mann für alle Fälle« gehörte dies zu den Glanzlichtern. Dies bewies er als mutiger Retter der zum Tod geweihten Prinzessin Aouda (Sofia Friedmann) und emsiger Diener seines Herrn, als Clown mit Riesenschlange und als Charmeur, der Elsie Fusselforth (Lisa Häuser) die Augen verdrehte und deren Ehemann (Elias Falk) das Nachsehen gab. 

Auch Maya Brunner, Milad Eslami Zahed, Thorven Sonntag, Sophie Kasparet und Claudius Sonntag begeisterten als wettfreudige Clubmitglieder und feine Gesellschaft, als Elefantenführerin, Kapitän, Zirkusdirektor, Gorilla oder Schuhputzer. Alle legten sich mächtig ins Zeug, so dass Mr. Fogg in 80 Tagen um die Welt düste, sich dabei auch noch Hals über Kopf verliebte, seine Wette gewann und zur Krönung in bester »Fridays for Future«-Manier zurief: »Rettet die Pole statt die Kohle«.

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