Sasbach-Obersasbach

Sasbachs Alt-Bürgermeister Ewald Panther wird 70 Jahre alt

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 4 Minuten
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06. April 2016
Ewald Panther führte als Sasbacher Bürgermeister den Ort vom Zwetschgendorf zum Industrie­standort.

Ewald Panther führte als Sasbacher Bürgermeister den Ort vom Zwetschgendorf zum Industrie­standort. ©Roland Spether

Er stammt aus Obersasbach, war Bürgermeister von Sasbach und ist in Europa zu Hause. Gemeint ist der lokal verwurzelte und weltoffene Ewald Panther, der heute seinen 70. Geburtstag feiern und dankbar und zufrieden auf sein Leben zurückblicken kann. 

Das Leben von Ewald Panther war reich gefüllt mit vielen guten Erfahrungen, vor allem während seiner 16-jährigen Amtszeit als Bürgermeister von Sasbach und Obersasbach. Diese Aufgabe nahm er mit viel Elan, fachlichem Können und aus vollem Herzen wahr, was sich in der Nähe zu den Mitbürgern und sein stets offenes Ohr für ihre Sorgen und Wünsche zeigte. Er musste aber auch so manches einstecken, das Thema Bachvilla ist den etwas älteren Sasbachern noch in guter Erinnerung. Doch dank seiner offenen, kooperativen und ausgleichenden Art überwogen bei weitem die positiven Erfahrungen. Unvergessen bleibt die 1250-Jahrfeier der Gemeinde. Ewald Panther ist mit seiner Frau Ursula seit 48 Jahren verheiratet und hat zwei Kinder.

Als Messbub engagiert

Dass er einmal Bürgermeister werden sollte, war dem »Obersaschbacher Bub« nicht selbstverständlich in die Wiege gelegt, als er am 6. April 1946 als Sohn von Karolina und Bernhard Panther das Licht der Welt erblickte, im Kreise der Familie eine glückliche Zeit verbrachte, sich als Messbub engagierte und beim Fußball auf Torjagd ging. 

Er absolvierte die Volksschule, wechselte in die Handelsschule und staunte nicht schlecht, als Bürgermeister Valentin Striebel bei dem Schüler anfragte, ob er sich denn keine Verwaltungslehre bei ihm im Rathaus vorstellen könnte: »Bei so einem Angebot überlegt man nicht lange«. Dass er nach dem Wechsel von der Handelsschule ins Rathaus als »Lehrbub« mit seinem Vorgesetzten im Sommer auf dessen Zwetschgenacker gehen und die blaue Frucht ernten musste, wäre heute undenkbar. 

Aber geschadet hat es nicht, er absolvierte die Verwaltungslehre, qualifizierte sich weiter und wuchs in das kommunale Tätigkeitsfeld hinein. Unter Bürgermeister Hermann Striebel in den frühen 70er Jahren war er mitten drin in der Diskussion um die Gemeindereform und die Frage, wem sich die bislang eigenständige Gemeinde Obersasbach anschließen soll. 

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Freibad versprochen

Von Sasbach wurde neben einer Halle sogar ein Freibad versprochen, doch die Vereine und Bürger wollten lieber einen Festplatz und eine Halle. Letztlich entschieden sich die Bürger deutlich für Sasbach: »Für Obersasbach war es das Beste, weil es eine gute Entscheidung war«. In dieser Zeit war Ewald Panther auch auf vielfältigen Gebieten tätig: Vorsitzender des Verkehrsvereins, des Gesangvereins und der Sängergruppe Achertal, Schriftführer im Sportverein und Presseberichterstatter. 

Nach der Gemeindereform 1974 ging es ins Rathaus Sasbach weiter und schon bald kandidierte er in Lauf gegen den Amtsinhaber. 40 Prozent der Stimmen waren nicht schlecht. 

Im Jahre 1985 sollte es in Sasbach reichen, denn gegen fünf Bewerber erhielt er im ersten Wahlgang 54 Prozent der Stimmen, in Obersasbach gar 70 Prozent. Von Anfang an war ihm die Beteiligung der Bürger ein Anliegen, doch im Gemeinerat war es für ihn anfangs nicht einfach. Letztendlich setzte er sich durch, der Bau der Schnellbahntrasse und der B 3 neu markierten den Durchbruch, denn er erkannte die Chance, Sasbach weiter zu entwickeln und von einem Zwetschgendorf zu einem Industriestandort zu führen. So entstanden sukzessive das Industrie- und Gewerbegebiet mit über 1000 Bauplätzen, Baugebiete im Bereich des Sportplatzes wurden mit mit günstigen Optionen gerade für Russlanddeutsche Mitbürger realisiert. 

Drei Museen eingerichtet

Drei Museen wurden eingerichtet, der Kindergarten Waldfeld nach modernsten Aspekten gebaut und der Obersasbacher saniert und das Projekt Pflegeheim Erlenbad aus der Verantwortung für die älteren Mitbürger in die Wege geleitet. Herausragend waren die internationalen Initiativen, die Partnerschaften mit Mapello und Marmoutier und die Gründung des Internationalen Jugendprojekts, das für ihn stets ein Modell für ein grenzenloses Europa in Freiheit, Respekt und Menschlichkeit war.

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