Gutachten zeigt Handlungsfelder auf

Sasbachwalden hat Nachholbedarf bei der Wasserversorgung

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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28. März 2020

Im Hochbehälter Schindelskopf auf dem Brandrüttel wird Quellwasser zu Trinkwasser für Sasbachwalden aufbereitet. Er sollte dringend ein Notstromaggregat bekommen, heißt es im Strukturgutachten. ©Michaela Gabriel

Ein Gutachten zeigt Sasbachwalden auf, wo die Gemeinde bald für mehr Versorgungssicherheit und Qualität beim Trinkwasser zu sorgen hat. Die Bürgermeisterin ist froh drum, benötigt aber einen langen Atem.

„Ich bin begeistert”, kommentiert Bürgermeisterin Sonja Schuchter das Gutachten, das jetzt für die Wasserversorgung von Sasbachwalden auf dem Tisch liegt. Das mag verwundern, denn in dem 80-seitigen Bericht der Zink-Ingenieure Lauf stecken ein Fülle von teuren Verbesserungsmaßnahmen.

„Da kommt einiges auf Sasbachwalden zu”, wissen die Bürgermeisterin und ebenso der Gemeinderat, der wegen der Absage der Sitzung keine Präsentation der Ergebnisse durch den Verfasser bekam. Wäre Bauingenieur Simon Weisser zum Zug gekommen, er hätte erklärt, dass die Versorgungssicherheit oberhalb des Dorfes nur mäßig ist.

Nach und nach

Dass die Defizite nun aufgezeigt wurden, gebe der Gemeinde die Möglichkeit, sie nach und nach anzugehen, sagt Sonja Schuchter, um die Qualität des Trinkwassers zu sichern. Das Gutachten kostete rund 20 000 Euro, die Hälfte zahlte das Land.
Ein Viertel des Wassers aus den fünf Quellen der Gemeinde kommt nicht beim Verbraucher an, heißt es im Gutachten. Das sei auch dem komplizierten Netz und den langen Leitungen geschuldet, weiß Fachmann Weisser. Trotzdem sollten Wasserverluste höchstens bei zehn Prozent liegen.

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Das Wasserangebot aus den Quellen sei derzeit ausreichend. „Es sollte jedoch auf jeden Fall erhöht werden”, steht da zu lesen. Außerdem wird auf notwendige Sanierungen und Optimierungen an Hochbehältern, Quell- und Quellsammelschächten hingewiesen. Der Hochbehälter Schindelskopf, der „von immenser Bedeutung für das Wasserversorgungssystem der Gemeinde” sei, sollte kurzfristig ein Notstromaggregat erhalten. Das Dorf Sasbachwalden und der Ortsteil Sandweg können von Achern her mit Trinkwasser versorgt werden, wenn die Quellen der Gemeinde nicht ausreichen. Für die Hochzone gibt es jedoch bisher kein zweites Standbein. Empfohlen wird der Bau einer Leitung vom Schindelskopf zum Hochbehälter Lautenbächle der Gemeinde Lauf. Die Kosten dafür würden laut Gutachten bei rund 1,1 Millionen Euro netto liegen.

Man werde mit Lauf die Möglichkeiten besprechen, das habe das Landratsamt ihr sehr ans Herz gelegt, so die Bürgermeisterin Schuchter. Als erstes müsse man jedoch den hohen Wasserverlust aufgreifen. 

Nicht genug Löschwasser

Auch die Löschwasserversorgung müsse Priorität haben. Die Brandreserve in den Hochbehältern Schindelskopf und Langert seien zu gering.

Zu Brandreserve und Wasserverluste sollen noch in diesem Jahr Planungen und weitere Untersuchungen stattfinden, um 2021 geeignete Maßnahmen ergreifen zu können, kündigt Sonja Schuchter an. Alle notwendigen Maßnahmen umzusetzen, werde in den nächsten fünf Jahren nicht möglich sein. Innerhalb von zehn Jahren sei es finanzierbar. Die Umsetzung werde wohl Gebührenerhöhungen nach sich ziehen. Schuchter möchte deshalb die Grund- und Gewerbesteuern in den nächsten Jahren stabil halten, um Bürger nicht zu überfordern.

Stichwort

Dringende Maßnahmen

Diese Maßnahmen müssten laut Gutachten in Sasbachwalden mit hoher Priorität kurzfristig angegangen werden:

Die Analyse des Leitungsnetzes und Reduzierung der Wasserverluste, die Aufstellung einer jährlichen Wasserbilanz und die Einführung einer Rohrbruchstatistik, die Automatisierung der Quellschütt-Messungen und die Verbesserung der Löschwasserversorgung.mg

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