Appenweier

Schlittenhunde laufen um die Wette

Autor: 
Steffi Rohn
Lesezeit 4 Minuten
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06. März 2017

Bis zu 30 Kilometer pro Stunde schnell sind die »Sibirischen Huskys«, die in Appenweier ordentlich Tempo machten. ©Steffi Rohn

Fast schon tropisch anmutende Temperaturen für die vierbeinigen sibirischen Sportler herrschten am Wochenende beim zweiten Badentrail in Appenweier. 100 Schlittenhunde-Gespanne maßen sich auf einem fünf Kilometer langen Rundweg in Geschick und Geschwindigkeit.

Am Gelände rund um den Appenweierer Sportplatz bot sich ein ungewöhnliches Bild. Unzählige Wohnmobile, Anhänger und Zelte bevölkerten den Platz. Dazwischen hunderte Vierbeiner, meistens »Sibirische Huskys«  und »German-Trailhounds«, die entweder erschöpft in der Sonne lagen oder aufgeregt bellten.  
Im zweiten Jahr in Appenweier lockte der Badentrail hundert Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Belgien und der Schweiz mit ihren Vierbeinern  hierher. Das Rennen, das zusammen mit dem Odenwaldtrail und dem Schwabentrail den Baden Württemberg-Cup 2017 darstellt, wurde auf einer Rennstrecke von rund fünf Kilometern ausgetragen. Insgesamt 250 Hunde  gingen auf die Strecke.  
Die Aktion wurde erst möglich durch den Ortenauer Schlittenhunde Club »Crazy Dogs«. Vorsitzender Thomas Serrer ist inzwischen schon routiniert. »Es ist schon ein unheimlich großer Aufwand im Vorfeld nötig, um dieses Event auf die Beine zu stellen«, weiß er aus der Erfahrung vom letzten Jahr. »Aber wir haben hier eine tolle Infrastruktur und deshalb die Möglichkeit, vor Ort ein solches Rennen zu veranstalten«, erzählt er. 
In weiser Voraussicht wurde im Vorfeld ein »Renn-Komitee« zusammengestellt, um alle erforderlichen Maßnahmen zu erfüllen. Manfred Lauster, Sport- und Tourenwart des Vereins, der gleichzeitig Ideengeber des Badentrail in Appenweier war, regelte mit viel Herzblut alle notwendigen Genehmigungen. Das gewisse »Knowhow« bringt Alexandra Peters aus Staufen mit. 
Leben für Hundesport
Die Hauptorganisatorin, die unter anderem auch die Rennen in Todtmoos leitet, lebt für den Hundesport. Vor vier Jahren stieg sie in das Metier ein und lebt seither dafür. Ehrensache ist, dass sie selbst als »Musher« mit Bike und ihren beiden Huskys an den Start ging.  
»Auch das Zusammenspiel der Vereinsgemeinschaft funktionierte sehr gut«, lobte Serrer. Während der Kleintierzuchtverein Räumlichkeiten und Bewirtung zur Verfügung stellte, konnte man beim Sportverein die sanitären Anlagen benutzen.
Sechser-Gespann
Carolin Sum und Michael Ruopp sind, wie schon im letzten Jahr, mit 21 Vierbeinern von der Schwäbischen Alb angereist. In einem eingezäumten Bereich relaxen die reinrassigen Huskys. Ihre Tour haben sie schon hinter sich. Jeweils im Sechser-Gespann haben sie schon früh am Morgen ihre Rennstrecke mit Bravour gemeistert. Etwa 30 Kilometer pro Stunde laufen sie. Sum ist seit zehn Jahren und Ruopp seit zwanzig Jahren dabei. »Jetzt ist Sommerpause angesagt, langsam wird es den Hunden zu warm«, erklärt Sum.
Auch Max Böhm aus Drossingen bei Tuttlingen hat das Rennfieber gepackt. Der 16-Jährige ist einer der jüngsten Teilnehmer. Schon in der Wiege hat er die Liebe zu den Vierbeinern entdeckt. 
Mit zehn Jahren fuhr er seine ersten Rennen. »Seine ersten Versuche hat er aber schon mit dem Bobbycar gemacht«, erzählt sein Vater, der den Junior mit wertvollen Tipps unterstützt. Er selbst fährt nämlich europäische und deutsche Meisterschaften. Für diese Saison reicht es aber, erzählt er, die war sehr erfolgreich und jetzt ist der Sohn dran. Mit Ursula Steeb nahm dieses Jahr auch eine Europameisterin in Appenweier teil. 
»Good Mush«
 Ein glückbringendes »Good Mush« gibt Chris Dörle den Teams am Start mit auf den Weg. Der Stadionsprecher, der die Gäste professionell mit Infos und Ansagen unterhält, kommt eigentlich aus der Rad-Branche. »Früher war ich um diese Zeit in der Karibik und habe den Rad-Cup moderiert2, verrät er. Dass er nun bei einstelligen Temperaturen, im Matsch stehen mit Begeisterung das Schlittenhunde-Rennen moderiert, hat er seiner Frau Alexandra Peters zu verdanken. »Sie hat meinen Horizont erweitert und mich in die große Familie der Hundetrails gebracht«, berichtet er. 

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