Amt für Waldwirtschaft warnt

Weiterhin massive Schneebruchschäden im oberen Renchtal

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red/rüd
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17. Januar 2019
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Das Amt für Waldwirtschaft gibt Tipps, um den Borkenkäferbefall im Frühjahr zu begrenzen.

Das Amt für Waldwirtschaft gibt Tipps, um den Borkenkäferbefall im Frühjahr zu begrenzen. ©Amt für Landwirtschaft

Das Amt für Waldwirtschaft warnt in einer Mitteilung vor Eis- und Schneebruchschäden in den Höhenlagen des Ortenaukreises. Waldbesitzer sollen Schadholz baldmöglichst beseitigen – allerdings sind viele Straßen und Waldwege zum Teil noch nicht passierbar.

Massive Eis- und Schneebruchschäden gibt es nach Auskunft des Amtes für Waldwirtschaft in den Höhenlagen des Ortenaukreises. »Waldbesitzer sollen Schadholz baldmöglichst beseitigen.«  Die aktuelle, nass-kalte Witterung mit abwechselndem Schneefall und Regen auf den Höhenlagen des Ortenaukreises habe zu teils massiven Schäden am Wald geführt. 

Betroffen seien die Waldgebiete ab rund 700 Höhenmetern, insbesondere die Bereiche auf den westabfallenden Bergrücken zwischen Schliffkopf und Hornisgrinde. Deshalb ruft das Landratsamt zur besonderen Vorsicht auf und bittet dringend darum, die aus Sicherheitsgründen verhängten Wald- und Straßensperrungen zu beachten. 

Den Waldbesitzern empfiehlt das Amt für Waldwirtschaft, sich einen Überblick über das Ausmaß der Schneebruchschäden in ihrem Wald zu verschaffen. Dies sollte aber erst geschehen, wenn sich die Wetterlage entspannt habe und die Zuwegungen wieder frei seien. »Grund für die prekäre Lage ist eine Kombination aus Eisanhang und Nassschnee, die dazu geführt hat, dass Äste und Kronen unter der großen Last brechen und Laub- und Nadelbäume umgedrückt oder entwurzelt werden«, so Holger Schütz, Leiter des Amts für Waldwirtschaft. 

Ein umfassender Überblick über die Ausbreitung des Schadgebiets und eine valide Aussage über das Schadausmaß sei derzeit noch nicht möglich, da Straßen und Waldwege zum Teil noch nicht passierbar seien. Ersten Schätzungen zufolge könnten kreisweit bis zu 10 000 Festmeter Schadholz anfallen. 

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Starke Betroffenheit

»Deswegen wird die Aufarbeitung – vor allem in den besonders stark betroffenen Gebieten – einige Zeit in Anspruch nehmen, weshalb nicht alle Wald- und Wanderwege zeitnah wieder passierbar sein werden«, bittet Schütz Waldbesucher um Verständnis. Allen Waldbesitzern rät der Amtsleiter, mit der Schadholzbeseitigung zu beginnen, sobald es die Lage zulasse. Priorität sollten dabei Orte mit erhöhter Verkehrssicherungspflicht, wie etwa Wanderhütten oder Waldspielplätze, und Schäden in der Nähe von wichtigen Infrastruktureinrichtungen, wie Straßen oder Stromleitungen, haben. 

»Die Beseitigung insbesondere von schwierig aufzuarbeitem Schadholz sollte aber in jedem Fall Profis überlassen werden«, warnt Schütz. Ein Stamm unter Spannung könne bei unsachgemäßer Sägetechnik hochschnellen oder aufreißen – es bestehe Lebensgefahr. Bedingt durchs Trockenjahr 2018 sei im Frühjahr 2019 mit einem außergewöhnlich Borkenkäferaufkommen zu rechnen. 

Daher, so das Amt für Waldwirtschaft, müsse vor allem das schneebruchgeschädigte Nadelholz noch vor dem Ausflug der Borkenkäfer aufgearbeitet werden, damit es nicht als Brutstätte dienen könne. Nur so seien Folgeschäden am Wald zu verhindern. Es sei wichtig, vereinzelte, im Wald verstreute Schadbäume vor großen Schadflächen aufzuarbeiten. Falls keine ökonomische Entwertung des Holzes zu befürchten sei, könne mit der Aufarbeitung von Laubholz abgewartet werden. Das Amt für Waldwirtschaft und die örtlichen Revierförster stünden den Waldbesitzern mit fachkundiger Beratung zur Seite.

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