Bischöfe mahnen Naturerhalt an

Schöpfung war Thema beim Gottesdienst in Allerheiligen

Autor: 
Andrea Keller
Lesezeit 3 Minuten
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19. Mai 2018
Beim ökumenischen Gottesdienst in der Klosterruine von Allerheiligen wurde Ökumene gelebt (von rechts): Pfarrer Lukas Wehrle (stellvertretender Dekan), Pfarrer Achim Brodback, Gemeindereferentin Helga Klär (Sprecherin von Kirche im Nationalpark), Erzbischof Stephan Burger, Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, Thomas Waldenspuhl (Leiter Nationalpark Schwarzwald), Schuldekan Herbert Kumpf (Kirche im Nationalpark) und am Mikrofon Pfarrer Klaus Kimmig.

Beim ökumenischen Gottesdienst in der Klosterruine von Allerheiligen wurde Ökumene gelebt (von rechts): Pfarrer Lukas Wehrle (stellvertretender Dekan), Pfarrer Achim Brodback, Gemeindereferentin Helga Klär (Sprecherin von Kirche im Nationalpark), Erzbischof Stephan Burger, Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, Thomas Waldenspuhl (Leiter Nationalpark Schwarzwald), Schuldekan Herbert Kumpf (Kirche im Nationalpark) und am Mikrofon Pfarrer Klaus Kimmig. ©Andrea Keller

Ein ökumenischer Gottesdienst mit viel kirchlicher Prominenz fand am Donnerstag in Allerheiligen statt. Im Mittelpunkt stand der Aspekt der Schöpfungsbewahrung und -verantwortung, weshalb im Nationalpark Schwarzwald gefeiert wurde.

Ein großes schlichtes Holzkreuz im einstigen Altarraum der Klosterkirche, zusammengebunden aus zwei jungen Birkenstämmen, kündete schon von weitem einen besonderen Gottesdienst an. Denn just an der Stelle, wo bis vor 215 Jahren noch Mönche die Heilige Messe feierten, zelebrierten zwei Bischöfe einen ökumenischen Gottesdienst. Der katholische Erzbischof Stephan Burger und der evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh waren nach Allerheiligen gekommen, um anlässlich der jährlich weltweit gehaltenen »Gebetswoche für die Einheit der Christen« gemeinsam zu beten. Dank der besonderen Atmosphäre der Klosterruine inmitten des satten Grüns der aufbrechenden Natur erlebten die Gäste aus allen Regionen der beiden Diözesen einen ganz besonderen Gottesdienst. Dazu trug auch die exzellente musikalische Begleitung durch den Organisten Thomas Strauß am Keyboard, den Kantor Martin Huber sowie das Blechbläser-Ensemble der Stadtkapelle Oppenau bei.

Zunächst wurden die Gottesdienstbesucher, darunter auch Oppenaus Bürgermeister Uwe Gaiser mit Gattin und der Lierbacher Ortsvorsteher Matthias Fischer, gleich dreimal begrüßt: Der evangelische Schuldekan Herbert Kumpf und die katholische Gemeindereferentin Helga Klär vom »Netzwerk Kirche im Nationalpark« sowie Thomas Waldenspuhl, Leiter des Nationalparks Schwarzwald, verkörperten die gute Zusammenarbeit. Dementsprechend trugen dann auch Ehrenamtliche beider Konfessionen, Mitarbeiter des Nationalparks und anwesende Priester gemeinsam die liturgischen Elemente vom Kyrie über die Lesungen bis zum Fürbittgebet vor.

Leben, das leben will

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Die Predigt indes hielt Jochen Cornelius-Bundschuh, der in beeindruckender Weise die an diesem Ort so präsente Natur mit dem Thema der Gebetswoche verknüpfte. Dabei stellte er ein Zitat von Albert Schweitzer in den Mittelpunkt: »Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.« Demnach gehörten Mensch und Natur untrennbar zusammen, alle hätten die gemeinsame Hoffnung auf Überwindung der Vergänglichkeit. 

Cornelius-Bundschuh griff das Wort des Apostels Paulus in dessen Römerbrief vom »Seufzen der Kreaturen« auf und stellte die Frage, ob etwa der Klimawandel zu hören sei. Er habe dabei das laute Krachen eines abbrechenden Eisberges im Ohr und denke an die Not vieler Inselbewohner in der Karibik angesichts steigender Meeresspiegel. Die ängstliche Kreatur warte darauf, dass wir unsere Ohren und unsere Herzen nicht verschließen. Dass wir Gottes Schöpfung bewahren, die Not an uns heranlassen und mutig und voller Hoffnung das teilen, was wir haben – jeder an seinem Ort und im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Pfarrer Klaus Kimmig allen, die zum guten Gelingen beigetragen hatten und lud die Gäste zu einem Stehempfang bei der benachbarten Allerheiligen-Kapelle ein. Dort loderte bereits ein Schwedenfeuer und Mitglieder der Gemeindeteams aus Oppenau und Bad Peterstal-Griesbach hatten Getränke sowie eine kleine Stärkung gerichtet. Viele nutzten die Gelegenheit, mit den beiden Bischöfen und auch untereinander ins Gespräch zu kommen. Zudem lud der erst vor einer Woche eröffnete Stationenweg zum Erkunden ein, sodass sich schließlich alle einig waren in der Freude darüber, dass diese Kapelle erhalten und neu mit Leben gefüllt wird.

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