100 Jahre Altsasbacher

Schulschrift "Sasbacher" erscheint an Lender trotz Corona

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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04. August 2020

Trotz Corona und Lockdown wurde die Schulschrift „Der Sasbacher“ im 100. Jubiläumsjahr der Vereinigung der Altsasbacher fertig. ©Roland Spether

Seit 1920, ebenso ein Krisenjahr wie 2020, gibt es die Vereinigung ehemaliger Lenderschüler, die ihrer alten Schule in Sasbach eng verbunden bleiben. Trotz Corona erschien nun die Schulschrift „Der Sasbacher“.

Vor 100 Jahren war es um die Schule von Franz Xaver Lender alles andere als gut bestellt. Damals gab es eine galoppierende Inflation mit Hunger, Not und Arbeitslosigkeit. Sie zwang Direktoren und Lehrer, in den Bauerndörfern Nahrungsmittel zu erbitten, „um den Hunger der vielen Kostgänger zu stillen“. Die Schule stand finanziell vor dem Aus. Doch von überall her kamen Spenden, sei es von ehemaligen Schülern, von der Kirchenbehörde, von Ämtern und Banken. Selbst aus Rom kam eine ansehnliche Spende, nachdem Reichskanzler Josef Wirth  beim Heiligen Stuhl um Unterstützung gebeten hatte. 

In dieser schwierigen Zeit bewies Dorfpfarrer Franz Xaver Sester Weitblick und gründete die Vereinigung der Altsasbacher. Er übernahm den Vorsitz, Lehrer Kühner wurde Schriftführer und Kaufmann Zink Kassierer. Alle drei waren Lenderschüler und wollten die „Wohltat“, die sie selbst erfahren hatten, wieder zurück an ihre alte Schule geben.

Aus drei wurden 7000

Das war in den folgenden 100 Jahren immer so. Aus den ersten drei wurden bis heute fast 7000 Altsasbacher, die das Freundschaftsband immer wieder neu knüpfen. Doch 2020 ist auch bei den Ehemaligen alles anders.

Das Konzert des Altsasbacher-Orchesters musste abgesagt werden und die Feiern zum 100. Jubiläum werden auf 2021 verschoben. Doch pünktlich zum Ende des Schuljahrs werden 7000 Exemplare der Schulschrift „Der Sasbacher“ angeliefert. Sie gibt es seit 1926, im Jubiläumsjahr bringt sie es auf 336 Seiten und schildert das schulische Leben seit Sommer 2019 bis zu den Corona-Zeiten.

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Das Redaktionsteam mit Stefan Sauer, Gabriel Wagner, Elisabeth Neumann (Kunst), Eberhard Schreiber (Kunst) und Adrian Keller (Altsasbacher) leistete erstklassige Arbeit, zumal ab Ende März auch die Lender im Lockdown war und erst im Mai den Schulbetrieb unter Auflagen wieder aufnahm.

Die Arbeit lief einfach im Homeoffice weiter, viele Schüler und Lehrer hielten in Wort und Bild das Schuljahr mit Konzerten, Theater, Projekten, Exkursionen oder Schüleraustausch fest. Auch außerhalb des Unterrichts war das Schulleben so vielfältig und reich an kulturellen Projekten, dass vom Umfang her trotz Corona ein ganz normaler „Sasbacher“ gedruckt wurde.

Erstmals schrieb Petra Dollhofer, die neue Schulleiterin, den Jahresbericht. Sie habe sich für ihr erstes Jahr in der Leitung der Heimschule Lender auch etwas anders gewünscht. Wochenlang eine Schule ohne Schüler und Lehrer zu sehen, sei schon außergewöhnlich gewesen. Auch ihr Stellvertreter Philipp Friedmann, seit September neu an die Lender, habe wie das gesamte Kollegium eine enorme Aufgabe meistern müssen. Homeschooling, Präsenzunterricht mit A- und B-Gruppen sowie schriftliches und mündliches Abitur: Das war für alle neu. Wie dies gemeistert wurde, können die Ehemaligen in der ganzen Welt nun lesen.   

„Der Sasbacher“ ist seit 1926 auch das Organ, das die Ehemaligen über die Aktivitäten des Vereins informiert. Vieles trägt bei jährlichen Zuwendungen von mehr als 100 000 Euro das Label „Sponsoring by Altsasbacher“.

Dazu gehören Stipendien sowie Projekte wie Schülerplaner, Lender-TV, SMV-Thementage, Freiwilligendienste,  Altsasbacher-App, Altsasbacher-Orchester oder aktuell die neue Mehrzweckhalle.

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