Oberkirch

Schwarzwaldbrennerei Fies liefert die Pralinenkirschen

Autor: 
Redaktion
Lesezeit 3 Minuten
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04. Juli 2020

Landrat Frank Scherer (2.v.l.) auf Stippvisite bei der Schwarzwaldbrennerei Fies gemeinsam mit Geschäftsführer Joachim Neymeyer (l), Marketingleiterin Anne-Katrin Hormann und Geschäftsführer Heinz-Peter Fies (r.) vor den Fässern mit den für die Pralinenherstellung bereits aufbereiteten Kirschen. ©Landratsamt

Landrat Frank Scherer und der CDU-Abgeordnete Willi Stächele besuchten die Schwarzwaldbrennerei Franz Fies in Oberkirch. Die beliefert mit den Früchten auch die Süßwarenindustrie.

Bei einem Vor-Ort-Termin bei der Schwarzwaldbrennerei Franz Fies in  Oberkirch bekam Landrat Frank Scherer Einblicke in den aufwändigen Verarbeitungsprozess und die  Vermarktung heimischer Kirschen für die Süßwarenindustrie. „Die schmackhaften Kirschen aus der  sonnenverwöhnten Ortenau sind weit über die Grenzen der Region bekannt und stehen für erstklassige  Qualität. Mit dem Obstbau tragen unsere heimischen Erzeuger ganz wesentlich zur Attraktivität unserer  besonderen Kulturlandschaft bei“, so der Landrat.   

Der vor rund 15 Jahren aufgebaute Absatzweg der Schwarzwaldbrennerei sei ein richtiger und wichtiger  Schritt mit großer Tragweite für die Branche und die Region gewesen: „Der Anbau von Süßkirschen für  die Pralinenindustrie ist für viele Haupt- und Nebenerwerbslandwirte im Rench- und Achertal ein wichtiges  Standbein geworden, das gerade auch aktuell aufgrund der coronabedingten Absatzrückgänge in  anderen Sparten an Bedeutung gewinnt“, betonte Scherer.

Die Erzeuger liefern die Kirschen zum Obstgroßmarkt Mittelbaden, wo sie von der Schwarzwaldbrennerei  Fies nach deren Reinigung im Wasserbad nach strengen Qualitäts- und Größenkriterien kontrolliert und  sortiert werden. Anschließend werden sie in Alkohol eingelagert. Sind die Kirschen zu klein oder zu groß,  finden die süßen Früchte Verwendung in der Lebensmittelindustrie, etwa in Joghurt oder Marmelade, oder  werden zu einem edlen Schwarzwälder Kirschwasser weiterverarbeitet.  

Die wieder geöffneten Grenzen haben bei der Feingeistbrennerei Fies in Oberkirch für großes Aufatmen gesorgt: Seit dem 15. Juni können die Stamm-Saisonarbeiter aus Rumänien und Polen ohne Probleme nach Deutschland einreisen. Sie konnten deshalb genau rechtzeitig zur ersten großen Anlieferung der Kirschen in der Firma eintreffen. 

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Über Wochen hinweg werden die Kirschen jetzt ausgesondert und verarbeitet. 50 große LKWs transportieren die mit Alkohol angereicherten Kirschen in Fässern zum Entsteinen und danach zur Verwendung in der Pralinenproduktion.

Der Landtagsabgeordnete Willi Stächele (CDU) besuchte vergangene Woche die Anlieferungs- und Sortieranlage der Brennerei. „Ohne Saisonarbeiter aus Osteuropa wäre die Produktion hier überhaupt nicht möglich“, sagte er. Stächele begrüßte, dass – wie ringsum auf den Höfen – auch bei der Firma Fies eine Unterbringung in Zwei-Bett-Zimmern für die Saisonkräfte bereitgestellt wurde.

Der Politiker erinnerte daran, dass Anbau nur dort möglich ist, wo es auch Absatz und Verwertung gebe. „Dies gilt ganz besonders auch für die wunderbare Kirschbaumlandschaft im Acher- und Renchtal“, betonte Stächele. Die Landwirte bemühten sich mit großem Aufwand um Qualität, wenn es darum gehe, etwa ein Drittel des Kirschanbaus in Mittelbaden – also um die 2000 Tonnen – der Pralinenherstellung zuzuführen.

Er appellierte erneut an die Bevölkerung, hiesige Produkte anzunehmen, auch gegebenenfalls einen etwas höheren Preis zu bezahlen. „Wenn all dies nicht mehr gewährleistet ist, würde es schwer sein, diese herrliche Kulturlandschaft so zu erhalten“, sagte er bei seinem Besuch in Oberkirch. „Kirschblütenzauber oder auch Kirschblütenfest in Mösbach wären dann schnell beendet.“ Aber auch die Handelsorganisationen müssten Verantwortung zeigen, indem sie den Verbrauchern die hiesige Auswahl auch anböten, so der Abgeordnete.
 

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