Oberkirch

Sechs Künstler zeigen Werke in einer Ausstellung

Rainer Braxmaier
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20. Juni 2016

Fröhliche Gesichter bei der Vernissage der Ausstellung »Neues aus dem Osten«: Bürgermeister Christoph Lipps, Dorsten Klauke, Sabine Heller, Akbar Behkalam, Kurator Werner Schmidt und Trak Wendisch (von links). ©Nicole Braxmaier

Sechs Künstler aus dem Osten stellen ihre Werke im Alten Rathaus in Oberkirch aus. Eine spannende Auseinandersetzung.

Draußen fröhliche Kinderstimmen beim gleichzeitig gefeierten Kindertag,  drinnen ebenfalls ein frohes Echo: Applaus, schöne musikalische Klänge, mit Bedacht  gesprochene Worte. Die Eröffnung der Ausstellung »Neues aus dem Osten« der Reihe „eins plus“  im Alten Rathaus war ein Erfolg. Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Ausstellungsreihe  gastierte, wie Bürgermeister Christoph Lipps in seiner Begrüßungsrede betonte, eine ganze  Gruppe von auswärtigen Künstlern. 
Der Oberkircher Maler Werner Schmidt hatte das ehrgeizige  Projekt kuratiert und Künstlerfreunde ins Renchtal eingeladen, die er selbst im Vorjahr bei einem  Künstlersymposium in Brandenburg kennengelernt hatte. Es sind die Bildhauer Sabine Heller und Trak Wendisch, die Maler  Akbar Behkalam, Dorsten  Klauke, Walter Libuda und Marc Groeszer.
Vier der sechs Künstler hatten mit ihren Partnern die weite Reise ins Renchtal unternommen und sie genossen sichtlich die Gastfreundschaft im  Südwesten. Werner Schmidt hatte schon am Vortag eine Weinprobe organisiert, um den Gästen  eine zweite kulturelle Säule des Renchtals nahezubringen. Nach einem Mittagstreff auf der  Schauenburg ging es dann gleich weiter nach Straßburg.
Bei der Vernissage wies Bürgermeister Lipps auch auf ein zweites Novum hin: Zum ersten Mal  sind im Alten Rathaus auch Bildhauerarbeiten zu sehen, die nach der Renovierung auf neuem  Boden erst richtig zur Geltung kommen könnten. Dieser Austausch, ebenso wie die rege  kunstpädagogische Vermittlung bei der davor liegenden Schau von Norbert Huwer waren für den Bürgermeister ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Ausstellungsreihe kein »closed shop« sei,  sondern sich wachsender Beliebtheit erfreue. Dazu trugen auch vertraute Klänge bei, denn, wie gewohnt, sorgte ein Ensemble der Musikschule für eine musikalische Umrahmung auf hohem Niveau; am Samstag war wieder ein Bläserquartett an der Reihe.
Werner Schmidt gestaltete seine Einführungsrede als Parforce-Ritt durch die gesamtdeutsche  Nachkriegsgeschichte der Kunst, verhehlte dabei nicht, dass das von ihm gewählte Motto »Neues  aus dem Osten« nicht bei allen der eingeladenen Künstler auf Zuspruch gestoßen sei, die mehr als  ein Vierteljahrhundert nach der Wende nicht immer auf die unterschiedlichen Wurzeln  hingewiesen werden wollen. Man fand aber wieder zusammen bei der Erkenntnis, dass es in den  Bildwerken hüben wie drüben um den Menschen gehe.
Dem Oberkircher Maler gelang das Kunststück, die unterschiedlichen Beiträge miteinander zu verknüpfen, oft auch im spontanen  Zwiegespräch mit den ausstellenden Gästen. Dabei ließ er gerne eindrucksvolle Details aus dem  gemeinsamen Symposium auf Gut Fretzdorf in Brandenburg einfließen. Auch sein eigener  Ausstellungsbeitrag ist  dort entstanden.
Bis zum 17. Juli sind die Arbeiten zu den Öffnungszeiten des Heimat- und  Grimmelshausenmuseums zu sehen. Bis dahin wird manches »Neue aus dem Osten« den  Oberkircher Kunstfreunden vertraut geworden sein.

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