Thema im Bauausschuss Achern

Seehotel und Campingplatz: Am Achernsee geht es voran!

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14. April 2021
Soll aus dem Dornröschenschlaf erwachen: das Acherner Seehotel.

Soll aus dem Dornröschenschlaf erwachen: das Acherner Seehotel. ©Martin Egg

Die Mitglieder des Acherner Bauausschusses haben am Montagabend die Entwurfsfassung für den künftigen Bebauungsplan Campingplatz/Seehotel gebilligt.

Bei zwei Gegenstimmen hat der Acherner Bauausschuss am Montag einem Bebauungsplan-Entwurf für das Areal Campingplatz/Seehotel grünes Licht erteilt. An der Sitzung nahmen auch Mitglieder des Großweierer Ortschaftsrats teil, der an dem Abend allerdings nicht beschlussfähig war.

Wie mehrfach berichtet, plant die Achernsee GmbH des Kehler Investors Jürgen Grossmann, seit 2018 Eigentümer des rund 8 Hektar umfassenden Areals, eine Revitalisierung des vom Verfall gezeichneten Seehotels und des benachbarten Campingplatzes. Mareike Till vom Esslinger Planungsbüro „Re2Area“ stellte dem Ausschuss die Entwurfsplanung vor, die auf einem inzwischen drei Jahre alten Masterplan Grossmanns fußt und von den Ausschussmitgliedern mehrheitlich positiv aufgenommen wurde.

350 Dauercamper

Für Irritationen gesorgt hatten in der Vergangenheit die Investor-Pläne zur grundlegenden Modernisierung des Campingplatzes inklusive eines Ausbaus der dafür notwendigen Infrastruktur. Der Platz soll künftig neben Wohnwagen und Campinghütten mit maximal 50 Quadratmetern Fläche auch sogenannte Tiny Houses auf Rädern (30 m2) in höchstens 50 m2 großen Parzellen beherbergen. Viele, über die Jahre am Achernsee heimisch gewordene rund 350 Dauercamper fürchten aber, sie könnten ihren angestammten Platz verlieren: „Irgendwann wird es mit den Campern wie mit den Mauereidechsen sein – sie werden vergrämt“, spitzte Stadträtin Jutta Römer (ABL) im Ausschuss zu und erhielt dafür Applaus aus den Reihen der Zuhörer. „Wir haben es abgelehnt und sehen es als schade an, dass sich der Campingplatz nicht mehr in städtischer Hand befindet.“

Das Herz von Alois Berger-Köppel (SPD) schlug im Ausschuss ebenfalls für die Dauercamper, allerdings diejenigen, eine „Handvoll“, die sich auf dem Gelände illegal eine günstige Heimstatt errichtet haben und künftig nicht mehr geduldet werden sollen: „Gibt es für diese Menschen eine sozialverträgliche Lösung?“

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Den beiden Vorrednern trat OB Klaus Muttach (CDU) entgegen: „Ob jetzt ein Campingplatz ordnungspolitisch zur Kernaufgabe einer Stadt gehört, darüber kann man streiten. [...] Wir waren der Meinung, dass auf dem Campingplatz, so wie er sich jetzt darstellt, etwas getan werden muss.“ Man habe sowohl die Verpachtung als auch den Verkauf geprüft und sich für letztere Option entschieden. Der Investor bemühe sich, möglichst vielen Dauercampern eine Perspektive zu bieten.

Ein „Schandfleck“

„Dauerhaft“, hatte bereits zuvor Grossmanns Projektentwickler Christof Birkhofer konkretisiert, beziehe sich aber nur auf die Camping-Einrichtung, nicht aber auf denjenigen, der diese Einrichtung dort aufgestellt habe. Von einer „Vergrämung“ könne nicht gesprochen werden: „Wir haben die klassischen Bereiche, die da sind, explizit erhalten [...] und Dauercamping als Sondernutzungsform aufgenommen.“

Noch ungeklärt ist, was mit dem zerfallenden ehemaligen Seehotel (Muttach: ein „Schandfleck“) in naher Zukunft geschehen soll, für das der Bebauungsplan-Entwurf eine theoretisch mögliche Höhe von 21 Metern vorgibt. Birkhofer: „Wir würden Ihnen gern heute Abend eine Antwort geben können und sind im Gespräch mit mehreren Betreibern.“ Schwer sei es jedoch, von diesen klare Aussagen zu bekommen. „Für uns ist es wichtig, dass wir nicht den Fehler machen, irgendwo ein Bestandsgebäude abzureißen, um es später in gleicher Form wieder herzustellen. Wenn wir das Gebäude erhalten können und das von der Technik und Nutzung funktioniert, dann wird es erhalten“, ansonsten werde es neu erstellt.

Im Rahmen der B-Plan-Diskussion kam von Seiten Gebhard Glasers (Freie Wähler) und der Grünen Cornelia Hummel auch der Wunsch auf, den Campingplatz künftig besser an den öffentlichen Personennahverkehr anzubinden. Für einen großzügigen Radweg entlang der Kreisstraße und eine E-Bike-Ladestation machte sich Karl Früh, Vorsitzender CDU-Fraktion, stark.

Info

So geht es weiter

Nach dem Votum durch den Bauausschuss geht der Bebauungsplan-Entwurf nun zur Abstimmung in den Acherner Gemeinderat: Die nächste Sitzung ist am 26. April. Anschließend, erläutert Baubürgermeister Dietmar Stiefel unserer Zeitung, warte man auf das Ergebnis planungsrechtlicher Prüfungen im Hinblick auf die Umwandlung eines Waldstücks und das Thema Lärmschutz. Es schließt sich ein Beteiligungsverfahren an, das in der Offenlage des B-Plan-Entwurfs mündet. Bestenfalls nach der Sommerpause, so Stiefel, könnte darüber beraten werden. Das Ergebnis einer zweiten Beteiligungsrunde wird dem Baurechtsexperten zufolge wiederum mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Stiefel rechnet mit einem Satzungsbeschluss frühestens in einem Jahr.

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