Mehrfacher Olympia-Teilnehmer

Ski-Funktionär Joachim Bruder aus Bad Griesbach wird 80

Autor: 
red/pak
Lesezeit 4 Minuten
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19. September 2020

Der langjährige Skisprungfunktionär Joachim Bruder wird am Sonntag 80.  ©Skizunft Bad Griesbach

Am Sonntag, feiert Joachim Bruder seinen 80, Geburtstag. Der gebürtige Bad Griesbacher machte sich als Skifunktionär einen Namen weit über Deutschland hinaus – unter anderem bei Olympischen Spielen.

 Die Wiege von Joachim Bruder, der seit vielen Jahren in Offenburg wohnt, stand im ehemaligen Gasthaus „Linde“ in Bad Griesbach, wo er auch seine Jugend verbrachte. Nach dem Besuch der Hauptschule Bad Griesbach und der Wirtschaftsoberschule Offenburg wurde er 1958 als Inspektorenanwärter beim Regierungspräsidium Freiburg angestellt. 

Nach zwei Jahren beim Landratsamt Lörrach übernahm Bruder einen Bereich des Baurechtsamtes beim Landratsamt Offenburg. Er wurde nach der Ernennung zum Kreisoberamtsrat mit den Bereichen Bauleitplanung, Naturschutz und Denkmalschutz betraut. Mit Ablauf des Jahres 2004 schied er nach 46 Jahren aus dem aktiven Dienst aus.

 1962 heiratete Joachim Bruder Dagmara Lux aus Crimmitschau in Thüringen. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Neben seinen dienstlichen Verpflichtungen beim Landratsamt Offenburg war Joachim Bruder von 1965 bis 1975 Mitglied im Gemeinde bzw. Ortschaftsrat von Bad Griesbach sowie von 1973 bis 1975 im Gemeinderat von Bad Peterstal-Griesbach. 

Seine große Leidenschaft war aber seit jeher der Skisport. Als im Dezember 1952 im benachbarten Kurhotel „Adlerbad“ die Ski- und Wandervereinigung Bad Griesbach aus der Taufe gehoben wurde, war der damals Zwölfjährige jüngstes Gründungsmitglied. Joachim Bruder war in seiner Schüler- und  Jugendzeit ein talentierter Skirennläufer; viele Pokale sind Zeichen seiner sportlichen Erfolge. Seine Begeisterung für den Skisport und für den Skiverein (mittlerweile in Skizunft Bad Griesbach umbenannt) wuchs und er wurde als Sportwart 1962 erstmals in den Vorstandt gewählt. Von 1978 bis 1989 bekleidete er das Amt des Sportreferenten und am 20.11.1982 wurde er als Nachfolger des legendären Skipioniers Egon Muschal zum Vorsitzenden des aufstrebenden Vereins gewählt. Dieses Amt hatte er 22 Jahre lang bis 2004 inne. 

Zu den bedeutendsten Projekten seiner Ära gehört  der Ausbau der Sommersprungschanzenanlage zur heutigen Größe sowie die Errichtung der Festhalle auf dem Schanzenplatz. Auch die Erfolgsgeschichte der Georg-Thoma-Pokal-Serie ist dem Jubilar zuzuschreiben. Bei der Jahreshauptversammlung 2004 wurde er nach 42-jähriger Tätigkeit im Vorstand zum Ehrenvorsitzenden der Skizunft Bad Griesbach ernannt.

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Aber auch überörtlich war und ist Joachim Bruder für den Skisport tätig. So legte er bereits 1966 die Kampfrichterprüfung nordisch ab und 1969 wurde er Sprungrichter. 1980 legte er die Prüfung als FIS-Sprungrichter ab und 1981 wurde er zum Technischen Delegierten für Skisprung und Nordische Kombination im Internationalen Skiverbandverband ernannt. In beiden Funktionen nahm er an mehreren Olympischen Spielen und Nordischen Skiweltmeisterschaften teil. Seine internationale Tätigkeit als Sprungrichter endete aus Altersgründen im Jahre 2000 und die als Technischer Delegierter 2005.

Im Jahr 1993 wurde Bruder Fachreferent nordisch im Deutschen Skiverband (DSV) und 1995 Vorsitzender des Ausschusses Kampfrichter. Diese Ämter hatte er bis 2008 inne. Gleichzeitig war er Kampfrichterreferent nordisch im Skiverband Schwarzwald von 1981 bis 2012.

Seinen großen Erfahrungsschatz konnte Joachim Bruder auch im Internationalen Skiverband einbringen. So saß er von 1998 bis 2008  im Subkomitee Regeln und Kontrolle für den nordischen Bereich gewählt. Auf nationaler Ebene ist Joachim Bruder aber nach wie vor als unermüdlicher Funktionär aktiv, im Ältestenrat des Skiverbandes Schwarzwald und im Deutschen Skiverband als Mitglied des Rechtsausschusses. Letztere Funktion übt er mittlerweile auch schon wieder 15 Jahre aus. 

Medienwirksam in Erscheinung trat er zuletzt mehrfach als „Schneekontrolleur“ für nordische Großveranstaltungen. In dieser Funktion musste er zu seinem Leidwesen in jüngerer Vergangenheit die eine oder andere Wettkampfabsage empfehlen und die immer mehr um sich greifende Schneearmut verfolgt er natürlich mit großer Sorge. 

Für seine Verdienste um den Skisport wurden dem zweifache Groß- und einfache Urgroßvater viele Ehrungen zuteil. So erhielt er unter anderem die Ehrennadel in Gold vom Skiverband Schwarzwald, die Ehrennadel in Gold vom Deutschen Skiverband und die Ehrennadel in Gold vom Badischen Sportbund.

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