Bianca Vladar schafft Nahversorgung

S’Lädele bietet nun regionale Produkte in Honau an

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 4 Minuten
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26. April 2019
Bianca Vladar öffnet am Samstag in Honau ihr drittes Lädele. Sie setzt dabei auf familiäre Atmosphäre, guten Service und regionale Produkte.

Bianca Vladar öffnet am Samstag in Honau ihr drittes Lädele. Sie setzt dabei auf familiäre Atmosphäre, guten Service und regionale Produkte. ©Ellen Matzat

Morgen, Samstag, 9 Uhr, öffnet »s’Lädle 3.0« von Bianca Vladar offiziell mit Sekt, Kuchen und Fingerfood am Kirchplatz in Honau. Es sichert dort die Nahversorgung. Geöffnet hat der Laden künftig montags bis samstags von 6 bis 10.30 Uhr.

Nach dem Lädle in der Klausenstraße 1 in Zierolshofen (Eröffnung am 23. Dezember 2017) und dem in der Kronenstraße 38 in Freistett (Eröffnung am 8. Juni 2018), dem ehemaligen Café Kaltschmidt, öffnet somit am Samstag in Honau Vladars drittes »Baby« in 18 Monaten.

Der Hauptgrund zur Eröffnung des ersten Lädles war die Nahversorgung mit Wurst, Obst, Gemüse und Backwaren. Ein weiteres Steckenpferd wurde neben dem von Vladar und ihren Mitarbeitern gebackenen Kuchen der DHL-Paketshop, den sie ab 13. Mai auch in Honau anbieten wird. Das s’Lädle-Team bietet auch Catering mit Fingerfood an.

Viel Wert legt Vladar auf Regionalität. Ihre Wurst für alle drei Läden stammt von der Metzgerei Gerber in Linx, Backwaren von der Bäckerei Schmidt, Eier von den Familien Sänger in Linx und Kropp in Bodersweier sowie vom Banater Hof in Honau (auch Nudeln), der Honig kommt aus Zierolshofen, Senf und Meerettich aus Urloffen, Waren gibt es von einer Mühle aus Unzhurst. Auch Wein, Sekt, Obst und Gemüse, Schokolade Liköre und Gin kommen aus der Ortenau. 

Einen Traum erfüllt

Wie in den anderen beiden Läden kann man auch in Honau frühstücken. In Planung sind Café-Mittage für Familien und Senioren. »Es war ein Traum von mir, ein kleines Cafè-Lädchen zu führen, was lange beruflich und privat nicht möglich war«, erklärte Bianca Vladar. Als allerdings im April 2017 das Lädle in Zierolshofen schloss, habe alles gepasst. Den Businessplan hatte sie bereits vier Jahre zuvor geschrieben.

Ein offenes Ohr

Im August 2017 unterschrieb sie den Vertrag und konnte noch vor Weihnachten eröffnen. »Uns macht das Persönliche, das Familiäre aus«, erklärt sie ihren Erfolg. Eines ihrer Grundkonzepte sei, für die Menschen ein offenes Ohr zu haben. »Sie können mit uns über alles reden«, sagt Vladar. Der zweite Punkt seien ihre mit Dinkelmehl gebackenen Kuchen (auch laktosefrei).

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Kunden sind neben Senioren auch Familien, da heute nicht mehr jeder zwei Autos fährt. »Wir sind als Kinder noch mit solchen kleinen Läden aufgewachsen und haben dort das selbständige Einkaufen gelernt«, erinnert sie sich. »Wir bringen das wieder in die Dörfer zurück«, sagt sie. Die Kunden seien bereit, für guten Service und regionale Produkte, ein paar Cent mehr zu bezahlen, dafür brauche man aber auch kein Auto, um einzukaufen.

Gerade Senioren seien froh, bei ihr alles zu bekommen. Ein kleiner Laden sei natürlich teurer als ein Supermarkt, aber Vladar versuche, stets auch immer eine preisgünstige Alternative anzubieten.

Klar sei auch, dass die Leute ihren Wocheneinkauf nach wie vor im Supermarkt erledigen. Vladar sieht ihre Nische aber im alltäglichen Bedarf. Außerdem bietet sie den Service an, spezielle Artikel besorgen zu können.

»In Zierolshofen haben mein Team und ich ganz klein angefangen, uns stetig weiterentwickelt und immer wieder unser Sortiment an Kundenwünsche angepasst«, erklärt die Inhaberin. Als Ende Januar der Laden in Honau schloss, besprach sie sich mit ihrem Team und es passte wieder alles. Wie in den anderen Läden wird es auch in Honau jeden Mittwochmorgen frischen Kuchen geben.

Aktuell bildet sie als Ausbilderin ihre Tochter Celine als Einzelhandelskauffrau aus, beschäftigt zwei Halbtags- und vier 450-Euro-Kräfte. Wichtig ist ihr, dass sie in jedem ihrer Geschäfte mindestens einmal pro Woche ist und so den Bezug zu Kunden hat.

Wenige Schließtage

»Kritik ist uns auch wichtig, denn nur daran können wir lernen«, sagt sie. Wichtig sei, dass die Kunden mit dem Angebot zufrieden sind und die Läden wenige Schließtage haben. »Ich behandle meine Läden wie meine Kinder und es ist wie ein Heimkommen«, schwärmt Vladar. Die Läden werden nach Bauchgefühl ausgesucht. »Es sind die vielen kleinen Dinge, die uns ausmachen«, erklärt sie, warum entgegen dem Trend ihre Läden laufen.

Personal zu finden, scheint auch kein Problem zu sein. Für das gute Klima und den Zusammenhalt würden regelmäßige Besprechungen sorgen.

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