Viel zu tun
Dossier: 

So verändert Corona die Arbeit von Kanaltechnik Kress

Autor: 
Reinhard Brunner
Lesezeit 3 Minuten
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26. Mai 2020

Die Angestellten der Firma Kress Kanaltechnik haben aktuell mit ihrer systemrelevanten Tätigkeit gut zu tun. Dort ist niemand in Kurzarbeit. ©Reinhard Brunner

Die Corona-Krise erfordert von der Firma Kanaltechnik Kress viel Einsatzbereitschaft. Es gibt  mehr verstopfte Abflüsse in Privathaushalten. In anderen Bereichen ist dagegen weniger zu tun.

Mittelständische Unternehmen sind im Ortenaukreis Jobmotoren. Dazu gehört auch die in Achern ansässige Firma Kress Kanaltechnik GmbH, ein Spezialist für Kanal- und Rohrreinigungen, Kanal-Untersuchungen mit Videokamera, Dichtigkeitsprüfungen und Rohrsanierungen.

In dieser Branche verläuft derzeit durch die Corona-Pandemie kein Tag wie geplant. „Da kommen spontane Auftragseingänge, die von unseren Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft erfordern“, erklärt Betriebsleiter Michael Lamm.

Noteinsatz in Bühl

Auch bei Notfällen ist Kress im Einsatz: Am 1. Mai beispielsweise wurde der Rufbereitschaft ein Einsatz in Bühl-Oberbruch gemeldet. Bei einem Brand in einem  Firmengebäude saugte die Notmannschaft das ankommende Löschwasser am Rückhaltebecken ab. 

Schnell war klar, dass das mit der üblichen Notdienststärke nicht zu leisten war. Während des Tages waren bis zu vier Fahrzeuge im Einsatz, die insgesamt 528 Kubikmeter Löschwasser in die Havarie-Becken der Kläranlagen Bühl und Baden-Baden fuhren. 

„Auch wenn der Einsatz kurz vor Mitternacht endete, so konnte ich getragen von kurzfristigen Mitarbeiterzusagen über Nacht und den kompletten Samstag, eine Personalkette aufbauen, die bei einer Verlängerung des Einsatzes vorhanden gewesen wäre“, berichtet Lamm. Dies freut ihn, da es von großem Engagement und Zusammenhalt innerhalb der Firma zeugt. 

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Allerdings genießen die Tätigkeiten mit „Igitt-Faktor“ wenig Wertschätzung in der Gesellschaft und werden oft mit Naserümpfen quittiert. Immer wieder müssen sich Angestellte von Verkehrsbeteiligten unschöne Worte gefallen lassen, wenn sie auf den Straßen ihre Arbeit verrichten. „Dabei leisten unsere Mitarbeiter wie auch das Personal in den Kläranlagen und Kanalbetrieben tolle Arbeit, denn die Anlagen und Abwassernetze müssen laufen, ansonsten haben wir ganz schnell andere hygienische Probleme“, betont Michael Lamm.

Die Auftragslage ist auch während der Pandemie konstant, lediglich im Hotel- und Gaststättengewerbe ist die Entsorgung der Fettabscheider-Inhalte durch deren Betriebsstillstand leicht rückläufig. Auf der anderen Seite wirkt sich aus, dass derzeit mehr Leute zuhause sind und dadurch mehr Abläufe verstopfen. 

Personaldecke stärken

Seit Mitte März hat man in der Firma Maßnahmen ergriffen, die der Sicherheit dienen. Weniger Angestellte als vorher sind nun gleichzeitig im Betrieb und der Publikumsverkehr ist ebenfalls reduziert. Fremdfirmen haben nur die notwendigsten Arbeiten ausgeführt. Desinfektionsmittel, Flüssigseife und Pflegelotion  steht zur freien Verfügung und die Angestellten tragen Handschuhe und bei Bedarf Mundschutz, Schutzbrillen und Einweg-Anzüge. 

Die Auftragsmappen werden am Vortag gerichtet und von den Angestellten am Einsatztag ohne direkten Kontakt übernommen. Die einzelnen Fahrzeugbesatzungen treffen und vermischen sich nicht. „An einzelnen Tagen mit vielen dringenden Einsätzen hilft uns die Lockerung des Arbeitszeitgesetzes auf die Höchstgrenze von bis zu zwölf Stunden weiter“, sagt Lamm. 

Aktuell sind bei der Kress GmbH alle Angestellten gesund. Die Firma gehört zudem zu den systemrelevanten Betrieben. Zwar hat Lamm Sorge, wie erfolgreich das nächste Geschäftsjahr bei den klammen Kommunen sein wird, Kurzarbeit musste bisher aber nicht angemelden. „Wir wollen die Krise als Chance nutzen und unsere Personaldecke noch weiter stärken“, berichtet Lamm. „Wir suchen für den gewerblichen Bereich Mitarbeiter mit handwerklichem Geschick und technischen Verständnis – gerne auch Auszubildende.“ 
 

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