Oppenau verschiebt, Oberkirch teilt

So wird im Renchtal Erstkommunion gefeiert

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09. April 2021
Wie schon im Herbst 2020 wird die Erstkommunion in diesem Jahr in Kleingruppen gefeiert. Auch bei der Vorbereitung gingen Gemeindereferentin Cornelia Dilger (hinten 2. von rechts) und ihr Team neue Wege.

Wie schon im Herbst 2020 wird die Erstkommunion in diesem Jahr in Kleingruppen gefeiert. Auch bei der Vorbereitung gingen Gemeindereferentin Cornelia Dilger (hinten 2. von rechts) und ihr Team neue Wege. ©Katholische Kirchengemeinde Oberkirch

Wegen der Pandemie verschiebt Oppenau die Erstkommunion in den Sommer. In Oberkirch konnten die Familien zwischen drei Terminen wählen. Auch die Vorbereitung kam in neuem Gewand daher.

Im März zogen die Verantwortlichen in der Seelsorgeeinheit Oberes Renchtal die Notbremse: Da die Corona-Einschränkungen nicht entscheidend gelockert wurden, verlegten sie die Erstkommunionfeiern in den Juni, „in der Hoffnung, dass im Sommer die Bedingungen einfacher sind“, begründet Gemeindereferentin Susanne Schwarz. Zum zweiten Mal in Folge gehen damit am Weißen Sonntag in Oppenau und Bad Peterstal keine Kinder zum Tisch des Herrn. Schon im Herbst hatten die Verantwortlichen entschieden, die Gottesdienste in Gruppen von zehn Kindern zu feiern. Der Vorteil: „Durch die kleine Gemeinschaft entsteht eine sehr familiäre Atmosphäre“, so Schwarz. Wie viele Gäste die Kinder dann am 12./13. Juni in Bad Peterstal-Griesbach und am 19./20. Juni in Oppenau mitbringen dürfen, ist noch offen und hängt von weiteren Lockerungen ab.

Auch die Seelsorgeeinheit Oberkirch greift auf Kleingruppen von zehn Kindern zurück – allerdings schon ab April. „Dieser Termin ist aber nicht verpflichtend, da der momentanen Situation Rechnung getragen werden muss“, erläutert Gemeindereferentin Cornelia Dilger. „Es gibt gute Gründe, die Erstkommunion jetzt nicht zu feiern. Die Familien haben deshalb die Möglichkeit, über den Sommer individuell die Erstkommunion im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes zu feiern oder im Herbst, in einem ähnlichen Rahmen wie im April, in speziellen Gottesdiensten zur Erstkommunion in kleineren Gruppen.“

„Wir wissen nicht, was im Sommer oder Herbst ist und ob dort ein anderes Feiern überhaupt möglich sein wird“, begründet Cornelia Dilger, warum es bei der Planung bleibt. „Deshalb möchten wir so lange es geht vermeiden, den Kindern ein Verschieben zuzumuten, wenn sich die Eltern für April entscheiden. Gehen die Inzidenzwerte Richtung 300, dann wird neu überlegt und entschieden werden müssen.“ Damit die Kinder zehn bis 15 Gäste zum Gottesdienst mitbringen können, wird ausschließlich in den größeren Kirchen Oberkirch und Nußbach gefeiert.

„Besondere Momente“

Viele Oberkircher Familien entschieden sich für den gewohnten April-Termin. „Die Kinder sind jetzt vorbereitet und freuen sich auf ihre Erstkommunion. Dass eine anschließende Feier im erweiterten Familienkreis nicht stattfinden kann, ist natürlich sehr traurig und fällt schwer. Von vielen Familien weiß ich, dass diese Feier dann im Sommer nachgeholt wird“, weiß Dilger. „Ich persönlich finde es wichtig, den Kindern gerade jetzt in dieser Zeit voller Einschränkungen auch besondere Momente zu schaffen. Die Erstkommunionfeier im kleinen Kreis ist bestimmt ein solcher Moment für die Kinder, an den sie sich noch lange erinnern werden. Es sind andere Erinnerungen, welche die Kinder dieses Jahr sammeln. Aber sie sind deshalb nicht schlechter oder weniger kostbar.“

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Neben dem Fest mit der Familie benennt die Oberkircher Gemeindereferentin drei weitere große Einschränkungen: Das Gemeinschaftserlebnis im Rahmen der Vorbereitung fehle. „Auch wenn wir schöne Weg-Gottesdienste miteinander gefeiert haben, so können diese die Intensität, die in einer kleinen Gruppe entsteht, nicht ersetzen.“

Und sie bedauert es, dass die Gemeinde nicht bei den Kommuniongottesdiensten dabei sein kann: Das weitere Hinwachsen in die Gemeinde der Glaubenden sei neben dem ersten Empfang der Eucharistie ein wesentlicher Aspekt der Erstkommunion. Und es tue „einfach gut, wenn eine große und geübte Gottesdienstgemeinde die Erstkommunion durch ihr Singen und Mitbeten trägt. Dass wir nicht gemeinsam singen dürfen, ist eine weitere schmerzvolle Einschränkung.“

Mit den Weg-Gottesdiensten geht Oberkirch einen neuen Weg der Vorbereitung (siehe Stichwort). In Oppenau und Bad Peterstal-Griesbach erhielten die Eltern Kommunioneinheiten, die sie zu Hause mit ihrem Kind bearbeiten sollten. Die Verantwortlichen reagierten damit darauf, dass sich die Kinder nicht in Gruppenstunden und gemeinsamen Gottesdiensten auf die Erstkommunion vorbereiten konnten.

Das war für Susanne Schwarz die größte Einschränkung bei der Erstkommunion 2021: „Gemeinsam auf dem Weg zu sein, lässt das Gefühl von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit wachsen, das ist für die Kinder im Moment leider so nicht erfahrbar.“

Stichwort

Weggottesdienste statt Kleingruppen

Kommunionunterricht in klassischen Kleingruppen konnte in diesem Jahr weder in Oberkirch noch in Oppenau stattfinden. Wegen der geforderten Hygienekon­zepte waren die Treffen in Privaträumen nicht erlaubt. Und in den Gemeindezentren, die gesperrt blieben, hätte es ohnehin nicht genügend Räume gegeben, so Gemeindereferentin Cornelia Dilger. „Viele Gruppenbegleiterinnen wurden sehr kreativ. So gab es zum Beispiel Erstkommuniongruppenstunden per zoom oder anderen digitalen Plattformen“, weiß Dilger. Gemeinsame Fragestellungen bearbeiteten die Kinder zu Hause und teilten sie dann in der Gruppe. Auf die erste Beichte bereitete Dilger die Kinder digital vor. Zentraler Baustein der Vorbereitung waren vier Weg-Gottesdienste, die jeweils viermal stattfanden, damit auch Familienmitglieder daran teilnehmen konnten: In ihnen wurde der Gottesdienstablauf und einzelne Themen näher beleuchtet. „Und die Ministranten gaben Insiderinformationen“, so Dilger. Aus Sicht der Eltern seien die Gottesdienste ein guter Ersatz gewesen, wenngleich die Gruppenstunden vermisst wurden.

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