Freistett

„Spruchrif“-Rocker feiern gelungene Premiere im Ku-Stall

Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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20. Februar 2020

Die Basler Mundart-Formation Spruchrif feierte eine gelungene Premiere im Freistetter Ku-Stall. ©Ellen Matzat

Mit einem genialen Rockkonzert begeisterte die Formation Spruchrif mit Baselbieter Mundart am Freitag die Gäste in Freistett. Für sie war es eine Premiere nicht nur im Ku-Stall, sondern insgesamt in Deutschland.
 

„Liebe Alemannen und Alefrauen“, begrüßte Martin Schütt die Gäste und hatte damit die ersten Lacher auf seiner Seite. Mit der Formation Spruchrif – das sind Gitarrist und Sänger Roberto D‘ Agostini, Adrian Heid an Drums und Keyboard, César Barriel an den Congas und Percussion und an Bass und Gitarre Thomas Hochstrasser – ging die Reise in der Süden des alemannischen Landes, nach Basel. Im ersten Teil ergänzte Bassist Arturo Lopez aus Luzern das Quartett. 

„Ich habe in Aarau gearbeitet und war nicht ganz zufrieden“, erzählte D‘ Agostini. Während einer Zugfahrt fing er an, die ersten Sätze in ein Büchlein einzutragen und hatte plötzlich zehn Texte. „So haben wir in Mundart begonnen.“ Zuvor machte die Band eher englische Musik. Da man allerdings in der Schweiz lieber „Ich liebe Dich“-Texte höre, von denen die Formation eher weniger hat, sei sie leider wenig im Radio zu hören. „Wir sind eher etwas gesellschafts- und sozialkritisch“, so D‘ Agostini. 

Begonnen wurde mit der Hommage an die Heimat „Wo ich deheime bin“. Als das Lied nochmals zur Zugabe gespielt wurde, stieg Martin Schütt, der in Basel studierte, mit ein. „Dieses Lied beinhaltet Teile aus dem richtigen Baselbiet-Lied, das allerdings etwas altmodisch getextet ist“, erklärte der Bandleader. In „Peter – wie du isch keine“ wurde eine Pechfigur mit psychischen Problemen besungen. Den Ausschlag für dieses Lied gab eine Beobachtung von D‘ Agostini am Bahnhof, als er sah, wie ein Jugendlicher zusammen geschlagen wurde. Davon bekam Peter im Song Depressionen und wurde Alkoholiker. 

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Das Positive im Blick

Weniger kopflastig, dafür äußerst stimmungsvoll, war „Gumpe Gumpe, bis die Balken brechen“. Die „Revolution“ war ein Protest gegen die Zeitschrift „20 Minuten“, die man in Zügen und Bahnhöfen gratis erhält. „Das ist jede Headline negativ, so dass wir als Revolution in dem Song nur positive Gedanken singen“, erklärte der Sänger. 

Mit „Vreneli vo Guggisberg“, erklang ein Heimwehlied aus dem Mittelalter. Das ist ein von einem Pfarrer geschriebener Choral, den die Schweizer Söldner bei Heimweh sangen und dann nach Hause gingen. „Deshalb wurde das Lied von den Habsburgern verboten“, erklärte D‘ Agostini. Mit „Fast e Glatze“, wurde die eigene Frisur sowie mit „Altersheim“ die Geschichte der Oma besungen. 

Die Baselbieter Landschaft wurde in der Ballade „Lueg ufe zum Felse“ beschrieben, während der Rhythmus von „Hätt ich Di nid plötzlich troffe“ ins Blut ging und die Gäste ohne Bestuhlung sicher zum Tanzen animiert hätte. 

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