Zum Tod von Georg Lämmle

St. Pirmin in Sasbach: früherer Rektor gestorben

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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14. Februar 2020

Georg Lämmle wirkte lange in Sasbach. ©Roland Spether

Vor wenigen Tagen starb Georg Lämmle (80) in Konstanz und auch in Sasbach und in der Schulgemeinde der Heimschule Lender trauern viele Menschen um einen guten Menschen und begeisterten Priester.

„Gott braucht Menschen, damit das Wort seiner Liebe gehört werden kann“. Dies ist das Vermächtnis von Georg Lämmle an die Seminaristen vom Spätberufenen-Seminar St. Pirmin, dessen Schüler und Rektor er war. 

Der Priester ging trotz seines Amtes in einer bedeutenden Einrichtung der Erzdiözese Freiburg liebend gerne zu den Menschen in die Dörfer, feierte mit ihnen Gottesdienste und nahm an deren Feste teil. „Es bedarf leibhaftiger Boten, die dadurch glaubwürdig sind, dass sie ihr Wort durch ihre Existenz verbürgen“, sagte er einmal und dies lebte er auch. Ein Gottesdienst ist am 12. März, um 18.30 Uhr, in der Kirche St. Brigitta.    

Der Verstorbene war ein Spätberufener im vollsten Sinn des Wortes. Denn er arbeitete lange als Industriekaufmann und trat mit 26 Jahren in St. Pirmin ein, um in vier Jahren auf dem Zweiten Bildungsweg das Abitur zu absolvieren. Er wollte unbedingt Priester werden, dazu brauchte er das Abitur und das bestand er 1970, studierte Theologie und wurde am 22. Mai 1977 zum Priester geweiht. Nach nur einem Jahr als Kaplan in seiner Heimatstadt Radolfzell sollte er erneut nach Sasbach kommen. Doch die Kirchenleitung wollte ihm die Rektoren-Aufgabe noch nicht anvertrauen. 

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Kontakt zu Gemeinde

Als Direktor Werner Guldenfels beim Gespräch im Ordinariat im Scherz sagte, dass Pius XI in einem Jahr Erzbischof, Kardinal und Papst wurde, willigten der Generalvikar ein: „Dann muss auch der Herr Lämmle nach nur einem Kaplanjahr Rektor von St. Pirmin werden“. Ab 1979 folgten 16 segensreiche Jahre für das Seminar, aus dem viele Priester, Ordensleute und Pädagogen hervorgingen.

Rektor Lämmle als echter „Lenderpfarrer“ suchte den Kontakt zu Gemeinde und Pfarrei, denn das Seminar sollte nicht wie eine einsame Oase empfunden werden. Deshalb ermunterte er die Seminaristen, im Ort aktiv zu werden. Sie hörten auf ihn und wurden in den Jugendausschuss gewählt, waren in der Feuerwehr, sangen im Kirchenchor oder gaben Schülern Nachhilfe. 

Als sich der „Eiserne Vorhang“ öffnete und die Mauer fiel, stellte er den Neubau für Flüchtlinge aus der damaligen DDR zur Verfügung. Am 13. September 1989 und lange vor dem Mauerfall kamen 50 Flüchtlinge über Budapest nach Sasbach, wo sie viele Hilfen für ihren Start in ein neues Leben bekamen. In den 90er Jahren wohnten auf Bitten der Gemeinde auch Russlanddeutsche in St. Pirmin. Über 100 Um- und Aussiedler aufzunehmen, war viel zusätzliche Arbeit für Georg Lämmle und Sekretärin Krimhild Lorenz-Selinger, doch es gelang bestens und viele Menschen konnten von Pirmin aus ein neues Leben beginnen. So bleibt Georg Lämmle in Sasbach als stets hilfsbereiter und einfühlsamer Mensch in Erinnerung, auch seine freundliche und humorvolle Art bleiben unvergessen. 

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