Ödsbacher Grundschüler waren dabei

Stadtwerke Oberkirch bauen Trafo-Häuschen zu Tierdomizil um

Autor: 
red/pak
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29. November 2020

Erik Füssgen, Geschäftsführer der Stadtwerke Oberkirch, Tobias Vespermann, technischer Leiter der Stadtwerke, Ödsbachs Ortsvorsteher Thomas Maier (oben von links), Manfred Weber (Nabu Offenburg), Meinrad Heinrich (BUND Renchtal) und Eva Woelki, Schulleiterin der Johann-Wölfflin-Grundschule (unten von links) zeigten Kindern und Lehrerinnen der Ödsbacher Grundschule die neuen Nistkästen am Trafohäuschen. ©Stadtwerke

Das Trafo-Türmchen in Ödsbach erfüllt für die Stromversorgung kaum noch eine große Rolle. Dafür wird es dank der Stadtwerke für den Naturschutz umso wichtiger.

An der Turmstation in Ödsbach gibt es ab sofort Platz für eine besondere Wohngemeinschaft. Mauersegler und  Mehlschwalben können dort im nächsten Frühjahr einziehen. Auch für Fledermäuse ist Platz vorhanden und der  Zugang ins Dach der alten Station hergestellt. Für die Behausung haben die Stadtwerke Oberkirch gemeinsam mit  dem BUND Renchtal, dem Nabu Offenburg und der Grundschule Ödsbach gesorgt.     

Leitungen verlaufen jetzt unterirdisch: Trafo-Türmchen wurde durch eine moderne Trafostation ersetzt

Das Trafo-Türmchen in Ödsbach hat bis auf einen Kleinverteiler fast ausgedient. Die letzten Freileitungen haben die  Stadtwerke entfernt. Nun verlaufen die Stromleitungen unterirdisch und ein neues Trafohäuschen sorgt für  die Stromversorgung in Ödsbach. Umso mehr haben sich laut einer Pressemitteilung der Stadtwerke Einwohner und Schüler darüber gefreut, dass die Stadtwerke  den Turm renoviert haben und ihn zur Unterstützung des Artenschutzes zur Verfügung stellen. 

Es fehlt an Nistmaterial für Schwalbem

Nun dürfen Vögel dort  einziehen, die es immer schwerer haben, selbst Nester zu bauen, da sie in den stark kultivierten Außenbereichen kein  geeignetes Material mehr finden. In die Nistkästen aus Holz werden Mauersegler einziehen, in die Schwalbennester  aus Beton Mehlschwalben und in den Turm über einen Lüftungseinlass Fledermäuse. 
All das wird unter den  neugierigen Augen der Ödsbacher Grundschüler geschehen, die bei der Anbringung der Nistkästen mit Begeisterung  dabei waren. Außerdem hat sich die Außenstelle der Johann-Wölfflin-Grundschule darum beworben,  Nationalparkschule zu werden. Bis in den Sommer hinein wollen die Grundschüler und ihre Lehrerinnen die Schule  „wilder“ machen. 

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Ödsbacher Grundschüler wollen Vögel über eine Webcam beobachten

Als nächstes Projekt soll an der Südseite des Turms ein großes Insektenhotel entstehen.  Die Schule  möchte außerdem zur Beobachtung der Vögel eine Webcam installieren.     

Experten von BUND und Nabu helfen bei der Einrichtung der Nistkästen

Um alles artengerecht einzurichten und die richtigen Nistkästen anzubringen, haben Stadtwerke und Grundschule die  Experten Manfred Weber vom Nabu Offenburg und Meinrad Heinrich vom BUND Renchtal zurate gezogen.  
Manfred Weber erklärten den Kindern: „Die Mehlschwalben bauen ihre Nester aus Lehm. Weil aber immer mehr  Wege und Straßen asphaltiert sind, finden sie zu wenig Baumaterial.“ 

Insektenhotel als nächstes Projekt

Meinrad Heinrich gab den Kindern außerdem  den Tipp, eine Lehmpfütze anzulegen, um den Vögeln für eigene Nester Material zu bieten. Ödsbachs Ortsvorsteher Thomas Maier bedankte sich bei Erik Füssgen und Tobias Vespermann von den  Stadtwerken für das Engagement: „Es ist toll, dass Sie das Geld, das Sie verdienen, wieder in der Region in so  wertvolle Projekte investieren“. Auch Eva Woelki, Leiterin der Johann-Wölfflin-Schule, freute sich über die  Zusammenarbeit und über die Zusage der Stadtwerke, das Baumaterial für das Insektenhotel zu finanzieren.

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