Marode Brücke

Statt Neubau soll eine Furt in Freistett her

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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07. August 2020

Diese marode Brücke über den Acher-Flutkanal im Maiwald bei Freistett müsste eigentlich dringend erneuert werden. Der Bezirksbeirat sprach sich mit Blick auf die coronabedingt klamme Haushaltslage gegen einen Neubau, dafür aber ersatzweise für den Bau einer Furt aus. ©Ellen Matzat

Aufgrund der  angespannten Haushaltssituation entschied der Bezirksbeirat, die Brücke über den Acher-Flutkanal  zwischen der Maiwaldsiedlung und der Kreisstraße K 53 12 Richtung Memprechtshofen nicht zu erneuern. Dafür soll eine Furt erstellt werden.
 

Bei der Brückenprüfung im Mai 2017 wurden erhebliche Mängel festgestellt. Die Brücke von 1939 bekam die Zustandsnote 3,8 aus einer Skala von eins bis vier, was einem ungenügenden Zustand entspricht. „Bei der Note vier muss die Brücke gesperrt werden“, erklärte Franz Doll, Prokurist vom Büro RS Ingenieure aus Achern. Die Brücke sei nicht mehr sanierungsfähig. Der Neubau mit einer Breite von 4,50 Metern und einer Traglast von 40 Tonnen würde fünf Monate dauern und 560 000 Euro inklusive 30 000 Euro Abbruchkosten betragen, wovon die Stadt Rheinau 284 000 Euro zu tragen hätte. Im Frühjahr 2019 wurden Fördermittel beantragt, die in Höhe von 276 000 Euro bewilligt wurden. Abbruch und Neubau müssten 2021 wegen des Zuschusses realisiert werden. 

Zwei Varianten

Ein Bürger schlug vor, alternativ den Bau einer Furt zu überprüfen. Diese sollte aber auch mit großem landwirtschaftlichem Gerät befahren werden können. Doll stellte dazu zwei Varianten vor. Die erste und günstigste, bei der die Furt an derselben Stelle im rechten Winkel zum Kanal erstellt werden würde, schied wegen Steigungen von bis zu 25 Prozent aus. 

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Bei der zweiten Variante würden die beiden bestehenden Service-Abfahrten zur Pflege der Dämme mit eingebunden, so dass das Gefälle auf höchstens 20 Prozent käme. Dies könne man wahrscheinlich bis auf 18 Prozent entschärfen, so dass dies eine moderate Möglichkeit für den landwirtschaftlichen Verkehr sei, erklärte der Fachmann. Für Fußgänger und Radfahrer, wäre sie kaum, mit dem Auto nur bedingt nutzbar. Diese könnten den Flutkanal an der Kreisstraße über die neue Kreisstraßenbrücke überqueren. 

Die Kosten für die diagonale Furt würden rund 155 000 Euro betragen, die nicht förderfähig sind. Die Brücke müsste jetzt auf zwei Tonnen Traglast beschränkt werden. Falls bei der nächsten Brückenhauptprüfung 2022 attestiert werde, dass man den Zustand noch länger halten kann, könne die Brücke auch noch etwas weiter genutzt werden, meinte Doll. 

Reinhold Schmidt (CDU/FWG/FDP) forderte eine Befragung der Feuerwehr, auch wenn diese schon den Zwei-Kilometer-Umweg fahre. Doll bestätigte, dass es Lösungen gebe, dass ein Mindestwasser über die gepflasterte Fläche käme und dies für das Wasser keine Barriere wäre. Horst Siehl (SPD/FW) erklärte, dass sich seine Fraktion mit der diagonalen Furt anfreunden könne. Dem schloss sich Achim Feurer (IG Handel) an. Man habe bei der nicht extrem frequentierten Furt sicher 30 Jahre Ruhe, antwortete Doll auf Feurers Frage bezüglich Langlebigkeit und Unterhaltungskosten. 

Stefan Durban (CDU/FWG und FDP) und Stefan Seifried (IG Handel) schlugen vor, die noch beschränkt nutzbare Brücke vorerst stehen zu lassen und die Furt trotzdem jetzt zu bauen. Das bedeute einen Mehrwert; gleichzeitig würden die Abbruchkosten den Haushalt vorerst nicht belasten, bestätigte Bürgermeister Welsche. Die Brücke soll nun von sechs auf zwei Tonnen herabgestuft sowie die Kosten für die diagonale Furt für den Haushalt 2021 angemeldet werden. 

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