Bürger vermissen Unterstützung

Steinbrucherweiterung ängstigt die Waldulmer

Autor: 
Berthold Gallinat
Lesezeit 3 Minuten
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10. Januar 2018
Mit Hilfe einer Präsentation vermittelte die Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Steinbruchs Ossola die Gefahren für ihre Häuser und die Landschaft.

Mit Hilfe einer Präsentation vermittelte die Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Steinbruchs Ossola die Gefahren für ihre Häuser und die Landschaft. ©Berthold Gallinat

Die Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Steinbruchs Ossola auf der Rückseite des Waldulmer Pfarrbergs informierte am Montag in der Alten Schule Waldulm über die problematischen Folgen der geplanten Erweiterung. Die Betroffenen machen sich große Sorgen um Häuser, Sicherheit, die Natur und den wasserhaushalt.

Gebhard Fischer und Markus Bürk vermittelten über eine Präsentation alle neuralgischen Punkte der geplanten Erweiterung und brachten anhand von Belegen das Unverständnis der Bürgerinitiative darüber zum Ausdruck, dass in Waldulm von den allgemein üblichen 300 Metern Schutzabstand eines Steinbruchs zu einer Wohnbebauung deutlich abgewichen wird.

Hoher Wertverlust

Drei Sorgen bewegt die Bürgerinitiative, die von Wald­ulmer Bürgern gebildet wurde, die am Fuß des Pfarrbergs wohnen und unmittelbar davon betroffen sind, dass die geplante Erweiterung beziehungsweise die Vorrangabbaufläche in ein paar Jahren bis 100 Meter an ihre Häuser heranrückt. Gebhard Fischer und Markus Bürk machten deutlich, dass ein Heranrücken neben der Gefahr von Rissen durch Sprengungen auch einen hohen Wertverlust ihrer Häuser nach sich ziehe. »Ich wusste, als ich mein Haus bezogen habe, dass auf der Rückseite des Pfarrbergs ein Steinbruch ist, aber ich war dann doch geschockt, als ich 2016 von der Erweiterung und vor allem von ihrem Ausmaß erfahren habe« teilte Markus Bürk mit, »nachdem wir trotz aller eingehaltenen Sprengwerte jetzt schon mit Rissen in unseren Häusern zurechtkommen müssen.«

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Zweite Sorge der Bürgerinitiative ist der Verlust des Landschaftsbildes, wenn auf der Kante des Pfarrberges zwangsläufig die Waldkulisse verschwände und nur noch Gestrüpp oder Sicherungszäune zu sehen wären. Als Folge drohe zudem, dass mit dem Vorrücken des Steinbruchs das beliebte Naherholungsgebiet zwischen Wald und Reben verloren gehe. Außerdem hat die Bürgerinitiative Sicherheitsbedenken gegeben, da es bereits im Dezember 2015 und im Juli 2016 an steilen Stellen des Ossola-Steinbruchs zu Felsstürzen kam. Nicht zuletzt könne neben den geologischen Risiken niemand vorhersagen, wie die Erweiterung die Quellrechte und den Wasserhaushalt des Pfarrbergs beeinflusst. Die Bürgerinitiative hält ein geologisches Gutachten für erforderlich.

Keine Referenzfälle

Die größte Sorge bereitet den Betroffenen aber die Unterschreitung des 300-Meter-Schutzabstandes zu ihren Häusern. Wie Gebhard Fischer zitierte, gilt dieser Schutzabstandgemäß dem Abstandserlass Nordrhein-Westfalens als anerkannte Fachkonvention. Insofern sah Fischer auch für die katholische Pfarrkirche St. Albin eine Gefahr. »Eine Unterschreitung auf 100 Meter zum Wohngebiet bedeutet eine Reduzierung des Schutzabstandes um 66 Prozent«, stellte Gebhard Fischer heraus und belegte, dass im Regionalplanungsgebiet Südlicher Oberrhein der Schutzabstand nur bei zwei Einzelgehöften auf 240 und auf 260 Meter unterschritten wurde. Für 100 Meter gebe es keinerlei Referenzfälle. 

Als denkbare Lösung ohne Konflikte schlugen Markus Bürk und Gebhard Fischer im Namen der Bürgerinitiative eine Erweiterung in südwestlicher Richtung vor. Damit würde bei 320 Meter Abstand der Schutzabstand von 300 Meter zur Wohnbebauung am Pfarrberg eingehalten und es wären auch keine Biotope gefährdet, während in der geplanten Erweiterungsfläche sowie im Vorranggebiet 32 Prozent der Fläche Biotope sind.

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