Appenweier - Nesselried

"Sünde, Sekt und Sahneschnittchen"

Autor: 
Nadine Dierle
Lesezeit 2 Minuten
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29. Juni 2017

»Nippes'scher Fruchtbarkeitstanz«: Maria Vollmer demonstrierte in Nesselried, wie man Schnecken verjagt. ©Nadine Dierle

»Sünde, Sekt und Sahneschnittchen« – drei Schlagworte, unter denen die Kabarettistin Maria Vollmer am Samstag ihr Publikum unterhielt. Im Rahmen der Reihe »Art Appenweier« gastierte die gebürtige Heidelbergerin im Atrium.
Maria Vollmer lebt mit ihrem Mann und den zwei Söhnen in einer Reihenhaussiedlung in Köln-Nippes. Das bietet natürlich genügend Stoff für ein kabarettistisches Programm. Und gleich mit ihrem ersten Thema traf sie den Nerv der rund 80 Zuschauer: Keller ausräumen. Wer kennt das nicht? 
Wer einen Keller hat, neigt dazu, ihn vollzustellen. Und wenn man dann anfängt, ihn auszuräumen, denkt man bei gefühlt jedem Teil: »Ach, das könnte ich doch nochmal gebrauchen.« Die ersten Lacher gab es hierfür gleich in den ersten Minuten. 
Thematisiert hatte sie natürlich auch das Älterwerden. Die Endvierzigerin wird ja immer 39 – wenn jemand fragt. Und so freut sie sich über Erfindungen wie eine Sitzheizung oder eine Aufsteighilfe für die Harley Davidson. Sie erzählte auch über die Macken ihres Mannes Rainer. Er hat nun das Smartphone entdeckt – und vor allem die »My-Schwiegermutter-App«. Sobald sich die Schwiegermutter auf zehn Kilometer nähert, ertönt ein unüberhörbarer Warnton. Auch ließ sie sich über das Einkaufsverhalten ihres Rainers aus: »Männer würden ja fast noch lieber ins Zuchthaus als ins Shoppingcenter.« Und wie alle Männer geht er gerne in Baumärkte, um seinem Dasein als Hobby-Handwerker zu frönen – diverse Heimwerker-Missgeschicke inklusive.
Mimik-Künstlerin
Zu fast jedem Thema hatte die ausgebildete Tänzerin, Schauspielerin und Musikerin ein umgedichtetes Lied parat, das mit viel Wortwitz überzeugte. Maria Vollmer ist  wahrhaft ein Energiebündel, eine großartige Mimik-Künstlerin, die als sympathisch-authentische Kabarettistin auftrat – mit einem Hauch zur Übertreibung. Vielleicht nicht jedermanns Geschmack, doch mit ihren Texten querbeet durch die Vorstädter-Klischees traf sie bei den Zuschauern ins Schwarze. 
Besonders die Frauen hatten – den regelmäßigen, herzhaften Lachern zufolge – großen Spaß. Als Zugabe tanzte die passionierte Hobby-Gärtnerin unter Percussion-Einsatz an Gießkanne und Kehrschaufel den »Nippes’schen Fruchtbarkeitstanz«. Der soll gut gegen Schnecken sein. Und wird vielleicht auch bald in Appenweierer Gärten aufgeführt.

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