Toni-Merz-Museum

Svenja Bohnert zeigt Naturimpressionen ganz ohne Kitsch

Autor: 
Wolfgang Winter
Lesezeit 2 Minuten
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12. Februar 2019

Vernissage im Toni-Merz-Museum (von links): Ortsvorsteher Rudi Retsch, Bürgermeister Gregor Bühler, Svenja Bohnert und Adrian Keller. ©Daniela Busam

Der Besuch von Vernissagen erscheint allzu häufig als bloße Pflichtübung. Umso erfreulicher, dass bei Svenja Bohnerts Sonntags-Matinee zur Ausstellung »Sehnsucht Natur« im Toni-Merz-Museum eine echte Begeisterung für die Künstlerin und ihr Werk spürbar wurde.
 

Der Besucheransturm zur Vernissage im Toni-Merz-Museum war immens. »Begriffe wie Heimat oder Natur erleben eine Renaissance als Gegenentwicklung zur Globalisierung und Internationalität«, hob Bürgermeister Gregor Bühler die Aktualität der Bilderschau hervor. Laudator Adrian Keller informierte das Publikum über die Vita der Künstlerin. 

1984 in Oberkirch geboren, absolvierte Svenja Bohnert ihr Abitur am Acherner Gymnasium. Nach dem erfolgreichen Ablegen des Staatsexamens an der Karlsruher Akademie der bildenden Künste ist die in Oberachern lebende Bohnert seit 2010 als Kunstlehrerin an der Heimschule Lender tätig. 

2013 erhielt sie den Perron-Förderpreis der Stadt Frankenthal, um den sich 400 Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet beworben hatten. Neben regelmäßigen Präsentationen in Gemeinschaftsausstellungen kamen Bohnerts Bilder zuletzt in einer Werkschau der Städtischen Galerie in Oberkirch zur Geltung. 

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Ins Blickfeld gerückt

Zu den dort gezeigten »Kindheitserinnerungen« wurden im Toni-Merz-Museum die damit eng verwobenen Naturimpressionen Bohnerte bravourös ins Blickfeld gerückt. So ist zum Beispiel auf der Einladung zur Ausstellung ein in die Landschaft schauendes Mädchen zu sehen. Das innehaltende Kind kehrt dem Betrachter den Rücken zu und lässt erahnen, wie es sich in einen Moment der Stille von der Natur faszinieren lässt. Im Himmel schwebt ein vage an ein Papierdrachen erinnerndes Objekt. 

Auf Nachfrage entpuppt es sich als die eigenwillige Kritzelei eines »zum Verschönern« aufgeforderten Kindes der Künstlerin. Auf 20 Bildern begeistert Bohnert im Gegenständlichen, ohne dem Kitsch des bloßen Abklatsch zu verfallen. Ihre im Detail ausgeführten Blumenbilder »Margeriten« und »Traubenhyazinthe« oder ihre Pustewiese entzücken ebenso das Auge wie der in die Weite führende »Rebblick«, der den Sonntagsspaziergang ins Wohnzimmer holt. Doch Vorsicht, Bohnert verinnerlichte das Picasso-Zitat »Malerei ist nicht dazu da, um Appartements zu schmücken«. So zwingt sie zum Beispiel zum Nachdenken, warum wohl ein Kind sich in einer Demutshaltung vor einem Reh niederwirft und was ein spielendes Kind in einer wüsten Trümmerlandschaft zu suchen hat. Die Vernissage wurde Kompositionen von Carolin Schweiker und Corinna Höfinghoff begleitet. 

Die Ausstellung in Obersasbach ist sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung bis zum 24. März geöffnet.

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