Gewässernachbarschaftstag

Teilnehmer bilden sich zur Gewässerunterhaltung weiter

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 3 Minuten
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16. November 2018
Der Frage, wie sich naturschonende Gewässerpflege auswirkt, gingen die Teilnehmer des Gewässernachbarschaftstages vor Ort im Bereich der Acher-Rench-Korrektur nach.

Der Frage, wie sich naturschonende Gewässerpflege auswirkt, gingen die Teilnehmer des Gewässernachbarschaftstages vor Ort im Bereich der Acher-Rench-Korrektur nach. ©Peter Meier

Zu einem Gewässernachbarschaftstag hatte die WBW-Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung (Karlsruhe) auf Dienstag in die Illenau-Werkstätten eingeladen. Thema der Veranstaltung war die naturschonende Gewässerunterhaltung. 

Ziel des Gewässernachmittages war es, die rund 40 Teilnehmer aus den Bauhöfen und Bauverwaltungen aus der gesamten Ortenau darüber zu informieren, wie man bei der Gewässerunterhaltung den Forderungen und Festlegungen des neuen Wassergesetzes in der täglichen Praxis gerecht werden kann.Für die Stadt Achern als Gastgeber der Veranstaltung hieß Bürgermeister Dietmar Stiefel die Referenten und Teilnehmer willkommen, unter ihnen einige Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Er ging kurz auf die Geschichte der Illenau ein und machte deutlich, dass die baulichen Anlagen hier von verschiedenen Gewässern umgeben seien, was beispielhaft die Bedeutung der Gewässerunterhaltung unterstreiche. 

Naturnahe Unterhaltung

Auf die Ziele der WBW-Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung ging Simon Spinner vom Regierungspräsidium Freiburg, Landesbetrieb Gewässer, ein. Er zeigte auf, dass in den 90er Jahren neue Ideen und Methoden für eine naturgemäße Unterhaltung von Gewässern in die Arbeiten der Wasserbehörden eingebracht wurden. Diese mussten den Unterhaltspflichtigen, in erster Linie den Kommunen, vermittelt werden; diese seien für den Unterhalt von Gewässern zweiter Ordnung zuständig. Folglich seien Gewässernachbarschaften gegründet worden, ebenso die gemeinnützige Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung, die regionale Gewässernachbarschaftstage zur Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch für verschiedene Zielgruppen organisiere.

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»Zur Gewässerunterhaltung zählen neben der Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Wasserabflusses auch die Förderung und Erhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit des Gewässers insbesondere als Lebensraum von wild lebenden Tieren und Pflanzen«, betonte Spinner. Er zeigte an Beispielen, dass Fließgewässer zu den artenreichsten Lebensräumen zählen. So dürften geschütze Arten wie Muscheln und verschiedene Libellenarten bis hin zum Wiesenknopf-Ameisenbläuling nicht beeinträchtigt werden.

Nur dezente Eingriffe

Eine wichtige Rolle spielten auch Sträucher und Bäume am Gewässer und im Gewässerrandstreifen. Sie seien nicht nur Lebensraum und Nahrungsgrundlage für zahlreichen Arten, sondern spendeten auch Schatten und stabilisierten die Gewässersohle. Der Gehölzpflege an Gewässern sei deshalb ein besonderes Augenmerk zu schenken, betonte Elisabeth Korb vom Regierungspräsidium Freiburg, dort ebenfalls im Landesbetrieb Gewässer tätig. Sie riet, im Zweifel lieber weniger einzugreifen oder fachlichen Rat einzuholen, beispielsweise bei den Naturschutzbeauftragten. Auch eine gemeinsame Begehung oder ein Gutachten könnten sinnvoll sein.

Am Nachmittag gab es eine Exkursion zum Thema »Wie wirkt sich naturschonende Gewässerpflege aus?« Die Teilnehmer besichtigten dazu Gewässerabschnitte im Bereich der Acher-Rench-Korrektur. Der Vergleich von Alter Rench und Flutkanal zeigte, wie sich durch die unterschiedliche Zielsetzung bei der Unterhaltung auch der Zustand des Gewässers verändert.

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