Amtsgericht Achern

Trunkenheitsfahrt: Angeklagter kommt mit blauem Auge davon

Autor: 
Edgar Gleiss
Lesezeit 3 Minuten
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23. Mai 2020

Eine Trunkenhiatsfahrt wurde am Donnerstag im Acherner Amtsgericht verhandelt. ©Archivfoto: Matthias Heidinger

Weil er alkoholbedingt einen Unfall baute, musste sich ein 35-jähriger Mann vor dem Amtsgericht verantworten. Hier kam er mit einem blauen Auge davon, zumal er noch unter Bewährung steht.

Wegen eines Unfalls im September musste sich am Donnerstag ein 35-jähriger Mann wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten. Wie die Staatsanwältin dem Angeklagten vorwarf, sei er gegen 1 Uhr nachts von Freiburg kommend zu schnell in die Abfahrt eingefahren und mit seinem Auto mit der Leitplanke kollidiert, so dass sich das Auto überschlug. Schaden: 3287 Euro. Eine Atemluftkontrolle ergab einen Wert von 0,65 mg/l und bei der Blutentnahme um 1.50 Uhr im Klinikum wurde ein Promillewert von 1,42 ermittelt. 

Der in Ausbildung befindliche Mann nannte seine Fahrt eine „absolute Blödheit“; sie sei auf einen Chat mit seiner Freundin zurückzuführen gewesen, der in einem Konflikt endete. Diesen wollte er unbedingt in einem persönlichen Gespräch klären. Deshalb setzte er sich ans Steuer. Er habe nun in seinem Ausbildungsbetrieb die Chance erhalten, die Ausbildung ein Jahr früher zu beenden, weil die Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb sehr gut wären. Auch perspektivisch wurde ihm die Weiterbeschäftigung angeboten. 

Nur noch Schrottwert

Auch sein Einsatz als Feuerwehrmann würde seine veränderte Lebensphase positiv beeinflussen. Schulden hätte er 5000 Euro und für die Leitplanken müsse er monatlich 50 Euro an die Versicherung überweisen, denn diese habe den Schaden beglichen. Das Auto, das seinen Eltern gehörte, hätte nur noch Schrottwert gehabt. Seinen Eltern müsse er den Schaden nicht ersetzen. 

Pflichtverteidiger Christian Forcher verwies auf ein Schreiben der Bewährungshelferin hin, die dem Angeklagten eine sehr positive Persönlichkeitsentwicklung bescheinigte. Auch eine Blutuntersuchung am Vortag der Verhandlung solle zeigen, dass der Auszubildende keine Drogen mehr nehme. 23 Eintragungen sind im Bundeszentralregister aber seit 2001 verzeichnet. Dabei waren auch Haftstrafen auf Bewährung aufgrund der Wiederholungstaten wegen Betrugs und Drogenkonsum, wobei die Trunkenheitsfahrt noch in der letzten Bewährungsphase lag. 

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Die Staatsanwältin stellte das Geständnis und die positive Sozialprognose als strafmildernd heraus, die Vorstrafen seien aber erschwerend. Da deshalb eine Geldstrafe nicht ausreiche, forderte sie eine Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung von drei Jahren. Die Fahrerlaubnis, die bereits acht Monate gegeben ist, solle weitere vier Monate Gültigkeit haben. Zusätzlich sei eine Geldstrafe von 1000 Euro in Raten von 50 Euro monatlich notwendig, die Begleichung der Verfahrenskosten und eine weitere Betreuung durch die Bewährungshilfe. 

Christian Forcher stellte heraus, dass die Vergangenheit seines Mandanten nicht förderlich für das Urteil sei. Er habe aber den Willen erkannt, einen guten Weg einzuschlagen, den man nicht mit einem zu strengen Urteil „bremsen“ sollte. Wenn auch die verhängnisvolle Fahrt in die Bewährungszeit fiel, so sei das letzte Delikt 2016 gewesen, was auch strafmildernd gesehen werden müsse. 

Die Geldauflage halte er kontraproduktiv, denn die Vermögenslage mit Ausbildungsgehalt sei sehr bescheiden. Die bisherigen acht Monate ohne Führerschein wären ausreichend genug, zumal der Angeklagte aufgrund seines Wohnortes ein Auto benötige. 

Gute Sozialprognose

Amtsrichterin Schreier sprach den Angeklagten schuldig und schloss sich der Staatsanwältin bei der Höhe der Freiheitsstrafe an, verminderte die Geldstrafe auf 600 Euro, die das DRK Achern erhalten solle. Die Fahrerlaubnis werde noch weiter drei Monate entzogen und die Verfahrenskosten seien zu übernehmen. Insgesamt sehe sie eine sehr positive Sozialentwicklung, die das Urteil auch beeinflusst habe.

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