Oberkirch

Türkengasse steht vor Aufwertung

Roman Vallendor
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12. Juli 2017

(Bild 1/2) Oberkircher Bürger machten sich am Dienstag bei der Vorstellung des Stadtentwicklungskonzepts Gedanken über die Zukunft ihrer Stadt. ©Foto: Roman Vallendor

Oberbürgermeister Matthias Braun äußerte sich zufrieden über die Expertise des Internationalen Stadtbauateliers (ISA): Das vom Stuttgarter Büro entwickelte Stadtentwicklungskonzept für die Stadt Oberkirch, das sich gerade auch auf die Situation außerhalb des Innenstadt-Rundlings konzentriert, sei in die Zukunft gerichtet und enthalte Visionen.
 

Es war ein Informationsabend für die Bürger. Sie sollten jetzt »ihre Meinung frei raus sagen«, damit man die Vorschläge zum Stadtentwicklungskonzept im Doppelhaushalt 2018/2019 berücksichtigen könne, forderte Oberbürgermeister Matthias Braun am Dienstagabend die knapp 50 Zuhörer in der Erwin-Braun-Halle auf. Stadtplaner Philipp Dechow von der ISA Stuttgart hatte seinen langfristig angelegten Entwurf, mit dem die Stadtverwaltung über Jahrzehnte planen könne, vorgestellt (wir berichteten). Auf dieser Grundlage könne die Stadt Eigentumsverhältnisse klären und benötigte Grundstücke erwerben.  

Dechow erläuterte das Konzept mit dem die Vorstadtstrukturen geordnet werden sollen. Dazu gehören eine »Urbane Vorstadttypologie« mit zwei- bis dreistöckigen Häusern, die »Grüne Vorstadttypologie« mit Einfriedungen und Hecken,  die Erhaltung der »Dorftypologie« sowie die »Wohntypologie«.

Auf großes Interesse der Bürger stieß insbesondere die Aufwertung der Hinterhöfe. Die Gassen sollten nach Wohn- und Geschäftsgassen geordnet werden. Hier lag das Augenmerk auf der Türkengasse,  die zur Einkaufspassage entwickelt werden soll.

Der Kirchplatz sollte mehr Sitzmöglichkeiten bieten, Parkflächen sollen dort reduziert werden.  Der Nordring könnte mit einer Baumreihe und Mittelrinne umgestaltet werden. Die Eisenbahnstraße soll als Entwicklungsfläche genutzt werden.

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Nach dem Vortrag ließ Dechow die Bürger zu Wort kommen, ehe er sie dazu  aufforderte, an Arbeitstischen ihre Vorstellungen zu entwickeln. Ein Bürger nannte das Konzept einen »sehr kommunistischen Ansatz« beim »Ummodeln von Privatgrundstücken«. Er wollte wissen, wie man Eigentümer zu geplanten Maßnahmen bewegen  könne. Dechow sah es als schwierig an, Grundstücke verschiedener Eigentümer  zusammenzubringen. Grundstückseigentümer sollten die Stadt aktiv unterstützen,  damit sie »nicht alles allein stemmen müsse«. Ziel der Kommune müsse es sein, ein einheitliches Stadtbild zu erhalten oder zu schaffen.

Ein weiterer Bürger lobte das viele Grün, das die Planer vorsehen. Dagegen wirke die Fußgängerzone wie eine »Autobahn«. Dechow nannte die Hauptstraße einen »freien Raum«, dessen Qualität durch Baumreihen zerstört werden würde. Er räumte aber ein, dass man mit Einzelbäumen eine eigene Identität  in der Fußgängerzone schaffen könne.

Aus 7 wurden 3

Ein weiterer Bürger bezeichnete die August-Ganther-Straße als »Brennpunktstraße«. Dechow plädierte dafür, den Fußgängerverkehr durch  Einbeziehen von Parkplätzen auf dem Gehweg attraktiver zu machen. Überhaupt solle der Verkehr nirgends rausgedrängt werden. Lediglich solle der Kontenpunkt Appenweierer-/Renchener-/Hauptstraße langfristig zum verkehrsberuhigten Bereich werden. Peter Bercher, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, forderte dazu auf, Bewertungen abzugeben und Prioritäten zu nennen. Nach den Einwendungen der drei Bürger verließ die Hälfte der Zuhörer die Halle, so dass danach an lediglich drei von sieben Arbeitstischen Konkretes erarbeitet wurde (Stichwort). OB Braun versprach am Ende, die Anregungen in die weitere Debatte aufzunehmen.

Stichwort

Ergebnisse

Die Ergebnisse beim Stadtentwicklungskonzept-Infoabend:
◼ Vera Huber, Sprecherin von Tisch 1, sprach sich für einen Standort »Stadthalle« außerhalb des Wohngebiets, bei der ZG, aus. Die Parkplätze am Kirchplatz sollten erhalten bleiben.
◼ Gunter Hauck und Martin Renner vertraten Tisch 2. Hauck war für die Zukunftsplanung. Im Vorfeld müsse aber ein Verkehrskonzept erstellt werden, das die Verkehrsströme lenke. Martin Renner wünschte sich eine bessere Anbindung des Kirchplatzes über die Fußgängerzone zur Bachanlage. Türkengasse und Schlossergasse sollten Geschäftsstraßen werden. Denkbar sei der Bau einer »breiteren Brücke« über den Kanal in der Bachanlage mit Sitzmöglichkeiten. Vorstellen könne man sich auch die Stadthalle auf dem Areal der »Unteren Linde«, da die Parkplätze des Edeka-Marktes genutzt werden könnten.
◼ Tobias Huber für Tisch 3 plädierte für einen Baum vor der Greifen-Apotheke und die Aufwertung der Türkengasse (Passage) als »Spangenfunktion«  zwischen Fußgängerzone und Bachanlage. Begrüßt wurde eine vertikale Begrünung des Markplatzes.rv

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