Wegen Corona verschoben
Dossier: 

TuS Helmlingen würde jetzt eigentlich großes Jubiläum feiern

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
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19. Juni 2020

Die erste Herren-Mannschaft des TuS Helmlingen – rechts stehend mit dem kürzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden Kurt Stöß –meisterte 1988 den Aufstieg in die Regionalliga. ©TuS Helmlingen

Eigentlich hätte der TuS Helmlingen am Samstag mit dem offiziellen Festakt sein Jubiläum gefeiert. Wegen des Coronavirus muss das Festjahr allerdings auf 2021 verschoben werden.

Einige sportbegeisterte junge Männer trafen sich im Helmlinger Gasthaus Zum Anker und hatten dabei nur ein Ziel: Sie wollten einen Turnverein gründen. Gesagt, getan. Am 16. November liegt dieses Treffen ganze 100 Jahre zurück und der heutige Turn- und Sportverein Helmlingen kann ein großes Jubiläum feiern – eigentlich. Aber das Coronavirus hat auch den Helmlinger Verein nicht verschont und so musste sich der Vorstand schweren Herzens dazu entscheiden, den Festakt am 20. Juni sowie den Familientag und den zweitägigen Ferienschliffdi abzusagen. 

Alte Bilder ausgegraben

Ohne die Corona-Pandemie wären die Mitglieder gerade dabei, die Rhein-Rench-Halle für die Feier vorzubereiten. Die Festschrift wäre gedruckt und zum Verteilen bereit. Doch es sollte nicht sein. Stattdessen blickt der Verein jetzt im Stillen auf seine 100-jährige Vergangenheit. Einer, der die Geschichte und den Erfolg des Vereins maßgeblich prägte, war Ehrenvorsitzender Kurt Stöß, der vor Kurzem verstarb. Für die Festschrift hat er seine alten Bilderbücher herausgesucht, alte Trikots beiseite gelegt und längst vergangene Berichte gesammelt. Er kannte die alten Geschichten: Die ersten Turnstunden fanden noch auf der Wiese statt – danach ging es meist ins Gründungslokal für die Geselligkeit. Schnell nahm der Erfolg Fahrt auf. 1922 waren die Turner erstmals beim Gauturnfest in Achern dabei. Vom Training im Freien ging es nach acht Jahren in den „Bierhaussaal“.

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In den 40er Jahren wurde es plötzlich still um den Verein. Im Juli 1939 feierten die Sportler das letzte Fest bevor der Zweite Weltkrieg begann. Es waren schließlich ehemalige Handballer, die am 1. Juli 1947 den Mut zur Neugründung des Vereins aufbrachten. Da Turnen zu dieser Zeit verboten war, musste aber eine andere Sportart her, und die Helmlinger entschieden sich für Handball. Ab diesem Zeitpunkt ging es für den damals neu benannten Turn- und Sportverein hoch hinaus. 1970 stiegen die Helmlinger Feldhandballer in die Bezirksklasse auf und holten den Pokal, bevor kurz danach die Ära Handball im Freien endete. Ein neuer Weg in Richtung Hallensport wurde eingeschlagen. Der Traum einer Mehrzweckhalle, der heutigen Rhein-Rench-Halle, wurde wahr und der Verein schaffte mit seiner Herrenmannschaft den direkten Durchmarsch bis zur Regionalliga.

 
Absage schmerzt

Die Absage des Festjahrs schmerzt die Mitglieder, doch sie wollen das Beste daraus machen. „Dann feiern wir eben 100 Jahre plus eins im nächsten Jahr“, sagt Astrid Zimpfer, Vorsitzende im Bereich Verwaltung, ganz nach dem Motto „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Auch die Festschrift mit Fotos der vergangenen 100 Jahre soll dann verteilt werden, denn die Schrift war zwar so gut wie fertig, aber noch nicht in Druck. „Wir müssen es positiv sehen. Jetzt haben wir für die Vorbereitung ein weiteres Jahr gewonnen und können noch einmal detailliert in die Planung gehen“, sagt Zimpfer.

Dank einiger Lockerungen der Corona-Verordnung haben die Mannschaften des TuS Helmlingen teilweise wieder mit dem Training begonnen. Wann die Runde genau startet, ist noch nicht klar. Mit dem Start in die Vorbereitung kam allerdings schon jetzt ein kleines Stückchen Alltag zurück.

Hintergrund

Der TuS Helmlingen heute

Noch heute ist der TuS Helmlingen erfolgreich. Die erste Herrenmannschaft spielt in der Südbadenliga, die zweite und die Damenmannschaft in der Landesliga sowie die dritte Mannschaft in der Kreisklasse. Der Verein kann auf eine erfolgreiche Jugend blicken. So spielte in den vergangenen Jahren die B-Jugend in der Baden-Württemberg Oberliga. Dazu kommen zwei Gymnastikgruppen, die Jedermänner und die Tischtennis-Abteilung. Insgesamt hat der Verein des zirka 800-Seelen-Dorfs knapp 600 Mitglieder.

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