Oberkirch

Über den normalen Horizont hinaus

Autor: 
Rainer Braxmaier
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
06. Oktober 2015
»Kunst aus Blitz und Donner« – der Medienkünstler Tim Otto Roth mit sichtlichem Vergnügen bei seinem Auftritt in Oberkirch.

»Kunst aus Blitz und Donner« – der Medienkünstler Tim Otto Roth mit sichtlichem Vergnügen bei seinem Auftritt in Oberkirch. ©Rainer Braxmaier

Der Oppenauer Tim Otto Roth sprach auf den Trinationalen Architekturtagen über seine Lichtkunst.

Dass er von seiner Sache überzeugt ist, war ihm in jeder Phase seines Vortrags  anzumerken. Der gebürtige Oppenauer Tim Otto Roth, inzwischen 41 Jahre alt, ist ein  Globetrotter, der gigantische Installationen in der ganzen Welt gebaut hat. Seine Botschaft ist das  Licht. Damit waren er und seine Kunst prädestiniert für das Thema der »15. Trinationalen  Architektentage«, die derzeit mit mehr als 100 Veranstaltungen zwischen Basel und Mannheim  stattfinden. Denn ihr Thema heißt »Architektur im Licht«.  

Vier dieser Veranstaltungen finden in der Ortenau statt, die erste war der Vortrag von Tim Otto  Roth im Architekturbüro Müller und Huber in Oberkirch. »Ars Lucis« – die Kunst des Lichtes  geriet zu einer beeindruckenden Werkschau in familiärer Atmosphäre. Fred Gresenz, Vorsitzender  der Architektenkammer der Ortenau, freute sich, »ein Kind der Region« als Gastredner begrüßen  zu dürfen.

Tim Otto Roth hat immer noch ein Atelier im Oppenauer Bahnhof, lebt in Köln. Dass sein Blick über den normalen  Horizont hinausreicht, braucht er nicht zu betonen. Viele seiner Lichtquellen, mit denen er die  Projektionen gestaltet, kommen aus dem All. Er kann gut damit leben, dass die meisten  Menschen, die seine Kunst bewundern, ihre Herleitung nicht verstehen können, auch wenn er  durchaus in der Lage ist, die komplizierten Zusammenhänge, simpel und logisch zu erklären.   Denn Tim Otto Roth, das zeigte sich auch bei seinem Vortrag in Oberkirch anschaulich, ist ein  künstlerischer Grenzgänger, der Konzepträume schafft, deren sichtbares Ergebnis nur der Endpunkt einer langen Kette von Überlegungen ist, die ihre Heimat in der Physik haben.

- Anzeige -

So  erzählte er den Besuchern die Geschichte der Schattenprojektion, ein Thema, das ihn aktuell beschäftigt und auf mehr als 100 Metern Wandfläche einer Alten Saline in Bad Rothenfelde realisiert wurde. Zuvor hatte er zum 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe sein  spektakuläres »Himmels-Karussell« installiert, das sphärische Töne mit Lichttönen und  Bewegung verbindet. Die Installation hatte Roth für die »4. Hubble Space Conference«  in Rom entwickelt.  

Amüsiertes Publikum

Schon vor mehr als zehn Jahren gewann Tim Otto Roth den Internationalen Medienpreis des  ZKM. Peter Waibel, der Direktor des weltweit anerkannten Zentrums für Kunst und  Medientechnologie in Karlsruhe, ist ein erklärter Fan des Oppenauers, der ihm viele Wege in die  Welt geebnet hat. Aber Tim Otto Roth kehrt gerne in die Heimat zurück, hat sich vor kurzem  auch künstlerisch in die Diskussion um das Oppenauer Kriegerdenkmal eingemischt und zeigte dem amüsierten Publikum stolz seine erste »Kunstaktion«, als er – noch Schüler am Hans-Furler-Gymnasium – als Nikolaus durch Oppenau lief mit dem Schild »Ich bin ein Ausländer«. Ein  Beitrag von ungeahnter Aktualität.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Höherer Zuschuss
vor 37 Minuten
Die Änderung des Pachtvertrags für die Erdaushubdeponie Meisenbühl mit dem Kreis und die Sanierung des Sportheims des SV Nußbach waren Themen in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Nußbach.  
Catfish räumt wieder ab
vor 3 Stunden
Ein vielfältiges Angebot und Partystimmung lockte am Samstag zahlreiche Besucher in die Acherner Innenstadt.
Hochbetrieb herrschte am Mantelsonntag in der Oberkircher Innenstadt. Bei strahlendem Sonnenschein flanierten die Menschen durch die Hauptstraße und die angrenzenden Gassen.
Mantelsonntag in Oberkirch
vor 3 Stunden
Angenehme, sonnige Herbsttemperaturen lockten am Mantelsonntag die Besucher in Scharen in die Oberkircher Innenstadt zu einem gemütlichen Einkaufsbummel. Neue Automodelle, Spaß für Kinder sowie vielerlei Leckereien machten das Shoppingevent zum Vergnügen für die ganze Familie.
Mit einem Gottesdienst wurde am Samstag die neue Begenungsstätte auf St. Wendel eingeweiht.
Ehrenamtliche waren 2300 Stunden im Einsatz
vor 6 Stunden
Nach nur einem Jahr Bauzeit konnte am Samstag die neue Begegnungsstätte St. Wendel eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Vom Rückbau des ehemaligen Mesnershauses bis zur Neuerrichtung des Gebäudes haben 60 Personen ehrenamtlich in 2300 Stunden Eigenleistungen erbracht.
Abschied bei Altsasbachertag
vor 7 Stunden
An der Spitze der Vereinigung der Altsasbacher ist eine Ära zu Ende gegangen. Mit Gerd Sarcher sagt ein Urgestein adieu. Neuer Chef des Gönnervereins ist Appenweiers Bürgermeister Manuel Tabor, er folgt auf Renchens Rathauschef Bernd Siefermann.
Zuhörer begeistert beim Harmonikaclub
vor 8 Stunden
Sehr gut besucht war das Herbstkonzert, mit dem der Harmonikaclub Önsbach am Samstagabend seinen 40. Geburtstag feierte. Dem Publikum wurde in der Festhalle ein Feuerwerk herausragender Harmonika-Musik geboten.
Ortschaftsrat legt Gestaltung fest
vor 8 Stunden
Neue Bestattungsformen und ein gärtnergepflegtes Grabfeld sollen über den Winter auf dem Friedhof in Gamshurst entstehen. Der Ortschaftsrat steckte nun das weitere Vorgehen ab.
Ab ins Winterquartier
vor 8 Stunden
Den Abtrieb der Rinder von der Weide bei der Tiroler Hütte ins Winterquartier auf dem Hagenberg verfolgten am Sonntag 400 Besucher. Eingebettet war das in eine Bergmesse und einem Fest in Sasbachwalden.
Modern, mutig und berührend
vor 8 Stunden
Das war modern, mutig und berührend: Ein Poetry Slam in der Jugendkirche Fautenbach, veranstaltet vom Erzbischöflichen Seelsorgeamt in Freiburg. Da war nichts verstaubt, im Gegenteil: Es war richtig viel Leben drin. 
Kosten nun 3,3 Mio./ Rekordplus am Seibelseckle
vor 8 Stunden
Die Waldgenossenschaft Seebach veranstaltete am Freitag im Foyer der Mummelseehalle ihre Mitgliederversammlung. 2017 war zwar ein einnahmestarkes Geschäftsjahr. Die gestiegenen Kosten für den Bau des Gasthauses Grindehütte schmerzen jedoch.
Bürgermeister Uwe Gaiser (von links), Ulli Belhiouani, Johannes Birk, Lilli Wahli und Manfred Kraft, beide vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, nahmen die frisch eingesäte Blumenwiese in Augenschein.
Neue Blumenwiese in Oppenau
vor 8 Stunden
Auf einer 300 Quadratmeter großen Fläche unterhalb des Minigolfplatzes im Oppenauer Stadtpark sollen im nächsten Jahr Blumen blühen. Die entsprechenden Voraussetzungen wurden nun geschaffen.
Zeitlose Chansons und Gassenhauer
vor 8 Stunden
Unter dem Motto »Von gefallenen Mädchen und gestandenen Frauen« erlebten die Besucher am Donnerstag im Simplicissimus-Haus ein faszinierendes und lebendiges Unterhaltungsprogramm. Die Schauspielerin, Sängerin und Musicaldarstellerin Manuela Romberg, begleitet von André Thoma am Akkordeon, boten...