Achern

Unfall auf A5: Gaffer und Pöbler behinderten Rettungskräfte

Autor: 
as/ba/dpa
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13. Juli 2017

Rettungsgasse kurz vor dem Unfall – doch bis dort hin war es für die Acherner Feuerwehrmänner ein schwieriger Weg, berichten sie. ©Benedikt Spether

Beleidigungen gegen Einsatzkräfte und sensationsgierige Gaffer: Die Feuerwehr Achern erhebt schwere Vorwürfe gegen einige Autofahrer am Mittwochabend nach dem tödlichen Unfall auf der A5. Auch eine Rettungsgasse habe nicht funktioniert.

Auf dem Weg zum tödlichen Unfall am MIttwochabend auf der A5 hatten die Retter große Schwierigkeiten, durch den Stau zum Einsatzort zu kommen. Das berichtet die Feuerwehr gegenüber der Mittelbadischen Presse.

Die Rettungsgasse habe demnach nicht funktioniert. Mehr noch: Während sich die Feuerwehrleute ihren Weg bahnen mussten, seien sie häufig beleidigt und sogar bedroht worden. So ging wertvolle Zeit verloren, die zur Lebensrettung wichtig ist.

Gaffer fotografierten

Auch über Gaffer beschweren sich die Wehrmänner: Vor Ort mussten sie die Unfallopfer aus dem völlig demolierten Wrack befreien, während andere Autofahrer Fotos machten, wird berichtet.

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Die Polizei weist darauf hin, dass eine Rettungsgasse zu bilden ist, sobald der Verkehr ins Stocken gerät, und nicht erst, wenn Blaulichtfahrzeuge anrücken. Und sie fordert Konsequenzen: «Man muss Polizei und Rettungskräfte in die Lage versetzen, solche Vorfälle tatsächlich zu verfolgen», sagte Peter Westermann, Leiter der Verkehrspolizeidirektion Baden-Baden, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Um Pöbler zur Verantwortung zu ziehen, müsste man nach jetziger Rechtslage erst die Personalien der Leute in einem Wagen feststellen. Dazu hätten Rettungskräfte aber bei einem Unfall keine Zeit.

Halterhaftung könnte helfen

«Wir bräuchten Erleichterungen bei der Verfolgung solcher Delikte wie die Einführung einer Halterhaftung», meinte Westermann. Dann könnten Polizei oder Feuerwehr das Kennzeichen eines Autos abfotografieren und den Halter des Fahrzeugs belangen. «Dann werden Bußgelder verschickt», so der Beamte.

Die Pöbler kommen ungeschoren davon, weil die Rettungskräfte so schnell wie möglich zur Unfallstelle mussten und sich nicht mit Feststellung der Personalien aufhalten konnten.

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