Oberkirch

Unfall: Auto drehte sich in 30er-Zone um 180 Grad

Autor: 
Daniel Wunsch
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
13. Juli 2015
An dieser Rechts-vor- links-Kreuzung in der Nähe des Oberkircher Altenpflegeheims kam es zum Unfall. Sowohl der Angeklagte (von vorne aus der August-Ganther-Straße kommend), als auch die Geschädigte (rechts aus der Stadtgartenstraße), waren wahrscheinlich unaufmerksam und zu schnell unterwegs.

An dieser Rechts-vor- links-Kreuzung in der Nähe des Oberkircher Altenpflegeheims kam es zum Unfall. Sowohl der Angeklagte (von vorne aus der August-Ganther-Straße kommend), als auch die Geschädigte (rechts aus der Stadtgartenstraße), waren wahrscheinlich unaufmerksam und zu schnell unterwegs. ©Daniel Wunsch

Einen Unfall an einer Rechts-vor-links-Kreuzung beim Oberkircher Stadtgarten hat das Amtsgericht nun aufgearbeitet. Gegen den Vorwurf, er habe die Vorfahrt einer Frau missachtet, hatte ein 25-Jähriger Einspruch eingelegt. Mit Erfolg: Er wurde freigesprochen.
 

Diese Situation kennen viele Verkehrsteilnehmer: Man fährt mit an eine Rechts-vor-links-Kreuzung heran, macht langsam, schaut links, rechts, geradeaus und beschleunigt erst, wenn es die Situation gefahrlos zulässt. So ähnlich hat es nach eigenen Angaben auch ein 25-Jähriger am 22. September 2014 gegen 12.40 Uhr gemacht: »Ich kam aus der August-Ganther-Straße und wollte geradeaus in die Lohstraße fahren, als von rechts aus der Stadtgartenstraße ein Wagen heranfuhr, der aber noch mindestens zehn Meter entfernt war. Ich habe mich in die Kreuzung hineingetastet, beschleunigt, war schon fast drüber, doch dann hat es geknallt.«

Laut seiner Aussagen habe die vorfahrtsberechtigte Frau nicht angehalten und musste deutlich schneller als die erlaubten 30 km/h gefahren sein, da es ihn nach dem Zusammenstoß um 180 Grad gedreht habe. Ihm sei zum Glück nichts passiert, sein Auto aber  hatte Totalschaden. Für diese Missachtung der Vorfahrt mit gleichzeitiger Gefährdung und Sachbeschädigung, drohten dem Angeklagten eine Geldbuße von 120 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Die Geschädigte nahm die Situation etwas anders wahr: Sie habe angehalten, dann links und rechts geschaut, niemanden gesehen, sei angefahren und schon sei es passiert: »Von links ist ein Auto in mich reingefahren. An dieser Kreuzung schaue ich sehr genau, da in der Nähe eine Schule ist und ich selbst zwei kleine Kinder habe. Ich habe definitiv gestanden, kann also auch nicht schnell gefahren sein«, erinnerte sich die Frau vor Gericht.

- Anzeige -

Beide zu schnell gefahren

Der Aussage, sie habe nur nach rechts geschaut, die sie bei der Vernehmung durch die Polizei getätigt hatte, widersprach sie vehement: »Ich stand unter Schock damals, habe kein Auto wahrgenommen«, so die 34-Jährige. Aus Sicht eines Polizisten hatte es sich um eine klassische Missachtung der Vorfahrt durch den Angeklagten gehandelt. Beide Verkehrsteilnehmer seien wohl zu schnell unterwegs gewesen: »Eine Drehung um 180 Grad ist schon auffällig. Ich bin kein Gutachter, aber meine langjährige Erfahrung sagt mir, da braucht es von beiden eine höhere Ausgangsgeschwindigkeit«, vermutete der Polizeihauptmeister vom Revier Achern-Oberkirch.

Rechtsanwalt Dominic Schillinger plädierte dafür, seinen Mandanten freizusprechen. Die Geschädigte habe trotz der berechtigten Vorfahrt ihre Sorgfaltspflicht missachtet, sei zu schnell unterwegs gewesen und habe definitiv nicht nach links geschaut. »Ein Auto fällt nicht einfach so vom Himmel, das ist eine Schutzbehauptung. Auch derjenige, der wartpflichtig ist, darf darauf vertrauen, dass der Vorfahrtsberechtigte langsam an die Kreuzung heranfährt.« Ähnlich sah es auch Richter Timo Brüderle:«Hier haben wir Aussage gegen Aussage mit recht wenigen Details. Nur wenn die Geschädigte deutlich glaubhafter wäre, könnte ich sagen: Eine Vorfahrtsmissachtung durch den Angeklagten ist wahrscheinlicher. Daher bleibt nur der Freispruch.«

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Willi Stächele sprach mit Schäfer Eberhard Hirth über die großen Probleme des Schäferberufs.
vor 57 Minuten
Folgen der Trockenheit
 Am Rench­damm, nahe Stadelhofen, hat sich Landtagsabgeordneter Willi Stächele mit dem Schäfer Eberhard Hirth getroffen, um mit ihm über die Rahmenbedingungen des Schäfer-Berufs zu diskutieren. 
vor 57 Minuten
Appenweiers Jahresrechnung 2018 präsentiert
Das Haushaltsjahr 2018 wurde im Verwaltungshaushalt wesentlich durch die weiterhin hervorragende Einnahmesituation geprägt, stellte Kämmerer Markus Kern an den Anfang der Beratungen zum Abschluss des Haushaltsjahres 2018 in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend.
Hedwig Schweiger ist eine von vier Künstlerinnen, die bei der Ausstellung »Mit Speck fängt man Mäuse« des Kunstvereins Oberkirch, ihre Werke zeigt.
vor 2 Stunden
Hedwig Schweiger stellt bei »ART-Spectrum« aus
Mit Speck fängt man Mäuse« lautet der Titel der »ART Spectrum 2019« des Kunstvereins Oberkirch. Vernissage ist am 21. September um 11 Uhr in der städtischen Galerie im Alten Rathaus.   
Landwirt Lothar Appenzeller (Dritter von links) erklärte den Memprechtshofener Räten die Arbeitsabläufe in seinem Milchviehbetrieb.
vor 2 Stunden
Besichtigungstour
Interessante Einblicke erhielten die Memprechtshofener Räte in den Milchviehbetrieb der Familie Appenzeller im Maiwald. Es war eine Station auf der Besichtigungstour durch örtliche Unternehmen.
vor 2 Stunden
Spenden übergeben
Die Volksbank in der Ortenau spendete insgesamt über 32 000 Euro an 65 Feuerwehren aus dem Geschäftsgebiet und organisierte Grillfeste für die Wehren.
vor 2 Stunden
Mittelanmeldung
Eine lange Liste von Maßnahmen stand auf der Tagesordnung des Mösbacher Rates, als es um die Vorberatungen für die Mittelanmeldung für den Doppelhaushalt 2020/21 ging. Vor allem ein Projekt soll schnell realisiert werden.
Die Jugendgruppe des Tierschutzvereins Oberkirch unter der Leitung von Melanie Zier bekam ein großes Lob für ihr ehrenamtliches Engagement von Bürgermeister Christoph Lipps und der Vorsitzenden des Tierschutzvereins, Irene Papp.
vor 2 Stunden
Tag der offenen Tür
Eine große Besucheranzahl aus nah und fern war in die Katzen-Auffangstation gekommen, um sich  über die Arbeit des Tierschutzvereins Oberkirch/Renchtal zu informieren.  Es gab viel zu sehen für die großen und kleinen  Besucher. 
Einen Fuß- und Radweg vom »Rechen« in die Holerstraße wünscht sich Ortsvorsteherin Annette Sänger.
vor 2 Stunden
Linxer Mittelanmeldung
Der Linxer Wunschzettel zur Mittelanmeldung für 2020 und darüber hinaus steht. Finanzielle Ausreißer sind nicht dabei.
Gerhard Bär (rechts) informierte die Besucher im Haus Hund über die Ernte und Verarbeitung von Tabak.
vor 2 Stunden
Brauchtumstag
Ein volles Haus hatte am Sonntag der Önsbacher Verein für Ortsgeschichte. Beim Brauchtumstag zeigte er vielen Besuchern, wie die Menschen anno dazumal lebten.
Acht Bands aus drei Nationen sind am 21. September beim siebten Metalspeck-Festival in Linx zu hören.
vor 2 Stunden
Acht Bands am Start
Das 7. Metalspeck-Festival steigt am Samstag, 21. September, in der Linxer Hans-Weber-Halle. Die Zuhörer erwarten acht Bands aus drei Nationen. 
Der Platz am Laufer Wasserkraftwerk soll nach dem verstorbenen Gemeinderat Rudolf Stange (kleines Foto) benannt werden.
vor 2 Stunden
Würdigung des verstorbenen Gemeinderats
Die Wassertretstelle am Wasserkraftwerk in Lauf soll nach dem kürzlich verstorbenen Gemeinderat Rudolf Stange benannt werden. Das beschloss der Gemeinderat am Dienstag einstimmig.
Schon mehrfach verschoben, nun steht es ganz vorne im gewünschten Maßnahmenkatalog des Ortschaftsrats Großweier: Das Rathaus braucht dringend eine Sanierung der Fenster, Fensterläden, von Simsen, Putz, Dach und Sandsteinmauerwerk.
vor 2 Stunden
Ortschaftsrat formuliert Haushaltswünsche
Mächtig was zu tun gab es am Dienstag für den Ortschaftsrat Großweier. Für den Doppelhaushalt 2020/2021 der Stadt Achern erstellten die Räte eine Wunschliste mit Prioritäten. Schwerpunkte liegen im Straßenbau, bei Feuerwehr, Schule, Kindergarten und auch beim Rathaus.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -