Kindergarten ist zu klein

Unterwarteter Kindersegen in Lauf

Michaela Gabriel
Lesezeit 2 Minuten
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23. Juli 2020

Der neue Laufer Kindergarten St. Josef ist schon nach kurzer Betriebszeit zu klein. Er hat sechs Gruppenräume, benötigt werden aber ab Januar sieben. ©Michaela Gabriel

Der nagelneue Kindergarten kommt bereits an seine Kapazitätsgrenzen. Die geplanten sechs Gruppen
reichen nicht mehr aus und müssen ab Januar um eine weitere Einheit vergrößert werden.

„Die Kinderzahlen steigen. Das hatten wir so beim Neubau nicht auf dem Schirm.” Das sagte Kämmerer Ralph Essig-Christeleit am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. Der nagelneue Laufer Kindergarten wurde für sechs Gruppen gebaut und braucht ab Januar bereits eine siebte. Dafür seien räumliche Möglichkeiten da, so Essig-Christeleit. Gemeint sind Funktionsräume, von denen einer zugunsten der neuen Gruppe aufgegeben werden muss. Derzeit könne nicht allen Laufer Eltern ein Platz zur gewünschten Anmeldezeit im gewünschten Umfang angeboten werden, hieß es weiter.
Das liege an den großen Jahrgängen, die seit 2014 geboren wurden. Statt 31 Kindern, die in diesem Jahr in die Schule kommen, sind es in den folgenden Jahren bis zu 46. Laut Bürgermeister Oliver Rastetter befinde sich der Kindergarten derzeit trotz Corona „nahezu im Regelbetrieb”. Einschränkungen gebe es, weil die Kinder in festen Gruppen bleiben müssen. So sei es nicht möglich, allen Kindern ein warmes Mittagessen zu bieten.  Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat die Planung für das neue Kindergartenjahr und eine Erhöhung der Gebühren. Pro Kind und Monat steigen die Preise je nach Betreuungsmodell um fünf bis zehn Euro. Auf Nachfrage von Günter Fartaczek (CDU) benannte der Kämmerer das Defizit, das die Gemeinde trotz der Elternbeiträge zu tragen haben. Es liegt bei rund 600 000 Euro pro Jahr.  Zur Finanzierung des Kindergartenbetriebs tragen neben den Eltern und der Kommune auch die Kirche und das Land bei. Die Elternbeiträge in Lauf seien gemäßigt im Vergleich zu Kreisstädten in der Region, sagte Ulrike Heib (CDU). Die Betreuung für die Eltern kostenlos zu gestalten sei aus ihrer Sicht nicht realistisch.
Zu wenig Stellplätze
Eine Stellplatzverordnung für Lauf hat die Fraktion der Laufer Mitte beantragt. Der Antrag wurde vom Gemeinderat bei drei Enthaltungen angenommen. Anlass war der geplante Neubau eines Hauses mit drei Wohnungen im Kastanienweg. Die von der Landesbauordnung (LBO) vorgeschriebenen Stellplätze für Autos werden in den Plänen nachgewiesen, doch die hält Fraktionssprecher Klaus Merkel für nicht ausreichend. Michael Falk (CDU) sieht das auch so: „Da werden wir parkende Autos an der Straße bekommen.” Ulrike Heib (CDU) riet dazu, mit dem Bauherrn das Gespräch zu suchen.

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