Gregorianische Klänge

Uralte Musik mit neuem Pep in Sasbachwalden

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
13. August 2018

Klänge wie aus einer anderen Welt durften die vielen Besucher in der Wallfahrtskirche in Sasbachwalden genießen, als das Vokal­ensemble »The Gregorian Voices« ein Konzert gab. ©Roland Spether

Gregorianischer Choral reloaded: Im Chorraum der Wallfahrtskirche standen Sänger in Mönchskutten, der 300 Jahre alte Hochaltar erstrahlte mit Lichteffekten und die Zuhörer in der dunklen Kirche waren umgeben von einer mystischen Atmosphäre.

Es schien, als würde das Ensemble »The Gregorian Voices« die Gäste mit auf eine musikalische und spirituelle Reise nehmen, 1200 Jahre zurück in eine für die Musik wichtige Epoche, als sich jene gregorianischen Gesänge entwickelten, die heute eine ungeahnte Renaissance mit modernen Pop-Akzenten erfahren.
Nicht anders ist es zu erklären, dass so viele Besucher auf Einladung der Pfarrei kamen und geradezu himmlisch entzückt die acht Sänger feierten, die sich als »Master of Gregorian Chants« verstehen und eine uralte Musikkunst neu entdeckt und aufgepeppt haben. Mönche und Nonnen in Klöstern reiben sich da allerdings über so viel Hype für die Gregorianik etwas verdutzt die Augen, denn jeder Morgen beginnt um 5 Uhr mit demselben Gesang aus uralter Zeit, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr: »Herr, öffne meine Lippen. Damit mein Mund Dein Lob verkünde«.
Ein Lebenselexier
Denn gregorianische Gesänge gehören wesentlich zum liturgischen Lebenselexier der Kirche und bringen das zum Klingen, was das Herz glaubt und was der Mensch als Lobpreis des dreifaltigen Gottes ausdrücken will. Deshalb war dieses Konzert im ersten, sakralen Teil gesungene Anbetung und damit Liturgie.  »Gregorianik meets Pop – Vom Mittelalter bis heute«, so lautete der Titel des Repertoires, das gegensätzlicher nicht hätte sein können, aber gerade deshalb für die Zuhörer attraktiv, ja spannend aus einer völlig anderen Welt war. »Das Herz freut sich ohne Worte, also singt«, meinte einst der große Kirchenvater Augustinus, vor dessen Statue auf dem Hochalter der bulgarische Chor (Leiter Georgi Pandurov) auftrat und professionell ganz feine Gesangskunst darbot. Diese zog die Zuhörer von den ersten Melodien an in ihren Bann, als das Ensemble sein Konzert mit einer Motette aus dem 15. Jahrhundert »Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum, Virgo serena« eröffnete, welche die Christen als das Gebet „Gegrüßet seist du Maria“ kennen. Der Lobpreis auf die Gottesmutter wurde in dem Hymnus aus dem Stundengebet »Ave maris stella« - »Meerstern, sei gegrüßt« spürbar. 
»Wer schön singt, betet doppelt«, so Augustinus und seine singenden »Mitbrüder« entführten ihre Zuhörer auf faszinierende Weise in die geistliche Welt des Mittelalters. Schade war nur, dass die Stücke und deren Bedeutung nicht moderiert und den Gästen noch mehr das Gefühl gegeben wurde, Teil dieses famosen Konzertes zu sein. Dann hätten sie etwas erfahren über »Panis angelicus« und damit jenes »Brot der Engel«. Auch alte orthodoxen Gesänge wie »Gospodi pomiliu« – »Herr, erbarme dich« erklangen in gepflegter Stimmkultur.
Famose Stimmen
Bei Stücken des zweiten Teils wurden die Stilistik der Gregorianik und Elemente der Moderne so verwoben, dass jener typische »gregorianische Pop« in Songs wie »The Rose«, »Massachusetts« oder »Halleluja« zum Klingen kam. Famos waren dabei die Stimmen und fantastisch der Hörgenuss, der nach »Fields of Gold« und »Sailing« in ein Finale mit stehenden Ovationen endete.  

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
Goldschmiede Patrick Schell in Achern
11.12.2018
Schmuck zu Weihnachten ist ein besonderes Geschenk. Doch welches Stück ist das richtige für einen lieben Menschen? Die Goldschmiede Patrick Schell in Achern gibt hier individuelle Beratung – und als besonderes Highlight: Personalisierte Schmuckstücke und Uhren mit Gravur.
Fachberatung aus Ortenberg
07.12.2018
Smart Home vernetzt das eigene Zuhause und spart Zeit und senkt Energiekosten. Es sorgt aber vor allem für mehr Sicherheit – wenn man die passende Ausrüstung hat. Der Einstieg ist mit dem richtigen Fachmann aber gar nicht schwierig.
Netzwerk Fortbildung
06.12.2018
Die Weiterbildung boomt – und immer mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer erkennen, wie wichtig es ist, sich durch eine Weiterqualifizierung sicher in der Welt zurecht zu finden. Wer eine geeignete Weiterbildung sucht, ist beim „Netzwerk Fortbildung“, dem Weiterbildungsportal des Landes Baden-...
Bodyscan bei Möbel Singler in Lahr
05.12.2018
Der Schlaf ist für den Menschen besonders wichtig. Wer nicht gut schläft, ist morgens müde und nicht fit für den Alltag. Im schlimmsten Fall entstehen sogar dauerhafte Rückenschmerzen. Matratzen mit dem Bodyscan-Liegesystem ändern das, denn sie sind perfekt auf den eigenen Körper abgestimmt.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Erneut ohne Führerschein
vor 2 Stunden
Weil er sich erneut ohne Führerschein ans Steuer gesetzt hatte, muss ein 40-Jähriger jetzt für sechs Monate ins Gefängnis. Ein milderes Urteil wäre »Rechtsbeugung«, meinte Acherns Amtsrichter Röber angesichts der erheblichen Vorstrafen des Angeklagten.
Eine Investition in Verkehrssicherheit
vor 5 Stunden
Gestern hat Landrat Frank Scherer den Radweg zwischen Ebersweier und Nesselried für den Verkehr frei gegeben. Damit hat sich wieder eine Radweglücke im Ortenaukreis geschlossen.
Festakt zur Wiedereinführung des Daniel-Levy-Preises (von links): Stadtrat Horst Siehl, Luisa Zimpfer, Konrektor Kilian Laug, Long-Quan Le, Bürgermeister Michael Welsche, Aylin Sena Arol (Vertretung Jugendgemeinderat, SMV und AG »Schule ohne Rassismus«), Stadtarchivar Dirk Wacker und Gerd Hirschberg.
NS-Unrecht wieder gutgemacht
vor 8 Stunden
Feierlich wurde am Mittwoch der Daniel-Levy-Preis für »Toleranz, Menschlichkeit und Akzeptanz anders Lebender« eingeführt. Der mit 100 Euro dotierte Preis soll jährlich an einen Elftklässler des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) vergeben werden. 
Die Schülerfirma »Rebgeister der Schlossbergschule« spendete 2000 Euro an den Ortenauer Kinder- und Jugendhospizdienst Kiju (von links): Doris Doll, Lisa Roth, Christiane Arnold, Hannah Schmälzle, Andreas Boschert, Saskia Vogt, Helena Gareis, Rektor Wolfgang Flegel, Mario Feist, Eric Basler, Jule Schneider, Tom Bürk, Larissa Kohler, Lukas Kohler, Ben Bürk, Jonas Baßler, Alena Gaiser, Alina Maier und Sarah Roth.
An den Kinderhospizdienst
vor 10 Stunden
Zeichen gesetzt: Die »Rebgeister der Schlossbergschule«, eine Kappelrodecker Schülerfirma, spenden dem Ortenauer Kinder- und Jugendhospizdienst 2000 Euro. 
Geschäftsführer Manfred Roth (rechts) und der Vorsitzende Gerd Hoferer (2. von rechts) ehrten zusammen mit den Bereichsleitern (von links) Nico Rösch, Beate Streck-Brugger, Peter Discher und Angela Huber zahlreiche Arbeitsjubilare des Vincentius-Vereins: (vorne von rechts) Gerlinde Behr, Eva Maria Braun, Ramona Baldauf, Magda Huber und (hinten von rechts) Andrea Stahn, Theresia Smirat, Christine Hebding, Ulrike Hebding, Andrea Hoferer und Anna Swiderska.
Vincentius-Verein Oppenau
vor 10 Stunden
In seiner Jahresabschlussfeier hielt der Oppenauer Vincentius-Verein einen Rückblick auf ein wiederum sehr bewegtes Jahr voller Veränderungen. Ziel war und ist es, das Netzwerk von Hilfsangeboten für kranke und alte Menschen zu erweitern und zu stärken.
Urloffener Ratsmitglieder freuen sich über mehr Einwohner
vor 10 Stunden
Es ist Tradition im Urloffener Ortschaftsrat, dass in der letzten Sitzung des Jahres Bilanz gezogen wird. Ortsvorsteher Wendelin Huschle meldete 42 Geburten und 27 Eheschließungen.
Sachbearbeiterin Sonja Schimonowitsch (links), Inhaberin Ulrike Fies (Dritte von links), Bürgermeister Stefan Hattenbach (Fünfter von links.) und Lisa Fies (rechts) mit dem Team vom Friseursalon Endes bei der Übergabe des Förderbescheids für die Modernisierung.
Ortskernsanierung
vor 10 Stunden
Als Erfolgsprojekt bezeichnet die Kappelrodecker Gemeindeverwaltung die laufende Ortskernsanierung. Davon profitiert unter anderem ein Friseursalon, das nun einen Förderbescheid erhielt.
Das Streichorchester der Musik- und Kunstschule begeisterte das Publikum mit einem vorweihnachtlichen Konzertabend. Am Pult: Musikschulleiter Hansjörg Stürzel.
Streichorchester der Musikschule
vor 10 Stunden
Das Streichorchester der Musik- und Kunstschule Oberkirch begeisterte die  zahlreichen Zuhörer in der Pfarrkirche St. Sebastian in Nussbach mit einem stimmungsvollen  vorweihnachtlichen Adventskonzert.
Mehr Besucher im Appenweierer Jugendtreff "Blue Flame"
vor 10 Stunden
Einmal im Jahr berichtet Christian Kiefer dem Gemeinderat über seine Arbeit im Kinder- und Jugendtreff »Blue Flame«. Im Jahr 2018 habe man erneut eine Steigerung der Besucherzahlen festgestellt, teilte er mit. Sehr großer Beliebtheit erfreue sich der »Offene Treff« (Dienstag bis Freitag), zwischen...
Die Mädchen des TV Oberachern begeisterten das Publikum bei der Nikolausfeier.
Nikolausfeier mit tollen Darbietungen
vor 10 Stunden
Vorhang auf, Manege frei« hieß es am Sonntag beim Turnverein Oberachern. Bei der Nikolausfeier gaben die Jungs und Mädchen ihr Können in der Zirkusmanege zum Besten. 
Erdrich Umformtechnik für sozialen Einsatz belohnt
vor 10 Stunden
Die Erdrich Umformtechnik GmbH ist mit dem Prädikat »Unbehindert miteinander« ausgezeichnet worden. Personalleiter Bernd Golling nahm die Urkunde im Rahmen einer Feierstunde vom Schirmherrn der Aktion, Landrat Frank Scherer, entgegen. 
Die Simmersbachbrücke in Ottenhöfen soll 2019 durch einen Neubau für rund 250 000 Euro ersetzt werden.
Wolfersbachstraße wird saniert
vor 10 Stunden
Der Gemeinderat hat am Mittwoch die Investitionen für 2019 im Haushaltsplanentwurf einstimmig festgelegt. Bürgermeister Hans-Jürgen Decker freut sich, dass die Kreisumlage unverändert bleibt. Das erhöhe den Spielraum ebenso wie die Umstellung der LED-Straßenbeleuchtung. Dies spare jährlich 10 000...