Gewiefte Reden und tolle Tänze

Urgesteine der Fasnacht waren in Wagshurst in Topform

Autor: 
Reinhard Brunner
Lesezeit 3 Minuten
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04. März 2019

Sie ließ es zum Schluss der Prunksitzung richtig krachen, die große Garde mit ihrem feurigen Flamencotanz aus Spanien. ©Reinhard Brunner

Der Narrenverein »Houmock« kann richtig Fasnacht, das gab bei der Prunksitzung in der prall gefüllten Maiwaldhalle. Spritzige Garde- und Showtänze, bissige, gepfefferte und gewiefte Reden sowie sehenswerte Show- und Comedy-Einlagen wurden in dem über vierstündigen Programm geboten.

Beim »Gipfel der Wooschter Fasnacht« am Samstag weilte, wie es Narrenpräsident Manfred Bähr treffend formulierte, einzigartige Prominenz. Ein ganz besonderer Ehrengast ist Raimund Haas, der »vor longer Zit mit Live-Musik des Musikvereins und eigenen Kompositionen die Wooschter Fasnacht bis heute begleitet«. Da gehört vor allem der Traditionstanz der »Houmocken« dazu.
Die kleine Garde eröffnete mit der Marschpolke »Pfeffer & Salz« den Reigen, um dann als mystische Gestalten beim Showtanz der Trolle die ersten Raketen des Abends zu zünden. Beim Marsch »Abel Tasman« zeigte die mittlere Garde mit Begeisterung den Showtanz »Popcorn«. Ins rot-weiße Gardekleid schmiss sich auch die große Garde als Power Frauen beim »Böhmischen Traum«, um dann das begeisterte Publikum mit einem feurigen Flamencotanz ins wunderschöne Spanien zu entführen.
Als einer der vor wenigen Wochen 66 Jahre geworden ist, stieg das Fastnachtsurgestein Franz »Rep« Huber in die Bütt. Seit 50 Jahren ist der Rep unter dem Motto närrisch, politisch und vor allem kommunalpolitisch ein besonderes Markenzeichen. Mit Leib und Seele berichtete er, was er so alles im zweiten Frühling erlebt. Das Hartz IV-Fernsehen langweile ihn und die Küchenschabe weckte Erinnerungen an die Jugendzeit. Kurzerhand wechselte er auf der Bühne noch sein Kostüm, als Pseudorocker machte er weiter und wusste, dass sein Hausarzt den runden Bauch, aber auch seine hohen Leberwerte bewundere. Für die nicht funktionstüchtigen Regierungsflieger wusste er mit »Beschleunigern« Rat, die alte Garde repariert mit ihm die Flieger im Flug, die Acherner Verkehrssituation entschärft er mit »Herrenknechts-Bohrer« und einem »U-Bahn-Schacht in die Illenau«. 
Beim Straßenfeger Franz Bähr, Bruder vom Narrenpräsident Manfred »Herm« Bähr, wurde wieder kräftig gefegt. Vor allem die Investition in die neue Küche in der Maiwaldhalle hatte es ihm angetan. Und Bauunternehmer Karl Früh geht jetzt in die Holzwirtschaft, Sägearbeiten gibt es sogar an Sonntagen. Auf jeden Fall hatte »FBSRBW«, Franz Bähr StraßenReiningungsBeauftragter Wooserscht, die Lacher auf seiner Seite.
Genervte Autofahrer
Seit nun 22 Jahren sind sie gemeinsam auf der Narrenbühne, Rolf Walter und Markus Ell (Foto), heuer waren sie als genervte Autofahren »gonz vorne, nur des Navi wirft sie zruck«. Sie erzählten ihre Anekdoten der vergangenen 22 Jahre und der Witz durfte nicht fehlen: »Du Rolf, was ist eine Blondine zwischen zwei Önsbachern? Isch doch klar, nicht das Dümmste«. Wie es in einem Seniorenwohnstift zugeht, zeigten Markus und Thorsten Ell sowie Rolf Walter. Die drei hatten richtig Mühe, ihren »Arbeitstag« zu verbringen, das Pflegepersonal war zu lasch aber die »Alexa« brachte Stimmung in die Bude, vor allem als es mit der Hitparade ab dem Jahre 1969 richtig los ging.
Abhilfe boten die an Weihnachten omnipräsente »Helene« und der »Alpen-Gaballier«. Dass das bekömmliche Ulmer Bier der Garant für zarte Haut und noch vieles mehr sei, ergab sich aus dem Werbeblock des Elferrats, das Eutra Melkfett brachte bei Bäuerin Kerstin Huber zarte Hände.
Das Publikum tobte und abschließend fanden sich alle Akteure zum großen Finale auf der Bühne ein.

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