Viele Vorschriften, wenig Facharbeiter

Viele Sorgen beim Mittelstand

Hermann Brüstle
Lesezeit 3 Minuten
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31. Juli 2022
Europaabgeordneter Andreas Schwab (Dritter von rechts) informierte sich bei der Firma Ernst Umformtechnik in Zusenhofen. Mit dabei waren (von links): Dieter Blaeß, Seniorenchef und Firmengründer Egon Ernst, Hermann Basler, Geschäftsführer Matthias Ernst, Peter Müller, D⇒r. Andreas Schwab, Technischer Leiter Markus Hausmann, Johannes Rothenberger.

Europaabgeordneter Andreas Schwab (Dritter von rechts) informierte sich bei der Firma Ernst Umformtechnik in Zusenhofen. Mit dabei waren (von links): Dieter Blaeß, Seniorenchef und Firmengründer Egon Ernst, Hermann Basler, Geschäftsführer Matthias Ernst, Peter Müller, D⇒r. Andreas Schwab, Technischer Leiter Markus Hausmann, Johannes Rothenberger. ©Hermann Brüstle

Der Europaabgeordnete Andreas Schwab verschaffte sich bei der Firma Ernst Umformtechnik in Zusenhofen einen Einblick über die wirtschaftliche Meinung zur allgemeinen Entwicklung.

Oberkirch-Zusenhofen. Der südbadische Europaabgeordnete Andreas Schwab hat am  Donnerstag den Automobilzulieferer Ernst Umformtechnik in Zusenhofen besucht. Geschäftsführer Matthias Ernst stellte das Unternehmen vor. Der Europaabgeordnete Andreas Schwab befindet sich auf einer Sommertour durch die Region. Wie er berichtete, gehe es darum, zur allgemeinen Entwicklung eine breite wirtschaftliche Meinung einzuholen. 

Standort gestärkt

Geschäftsführer Matthias Ernst stellte das Oberkircher Unternehmen vor. Seit 1970 habe sich Ernst Umformtechnik zu einem leistungsfähigen weltweiten Unternehmen entwickelt. „Mit präzisen Formen um die Welt“ umschrieb Matthias Ernst das Leistungsportfolio. Neben dem Hauptstandort in Zusenhofen unterhält Ernst Niederlassungen in Frankreich, den USA und in China. Die internationale Ernst-Gruppe ist branchenübergreifend gefragt, von der Automobil- bis zur Haushalts- und Elektroindustrie. Hauptabnehmer für die Produkte und Dienstleistungen ist die Automobilbranche. 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt Ernst weltweit. 2021 betrug der Jahresumsatz rund 123 Millionen Euro. Anpassungen an den Markt sind selbstverständlich. So reagiert das Unternehmen aktuell auf die Entwicklung bei der E-Mobilität mit einer Erweiterung der Produktionsfläche um mehr als 1.000 Quadratmeter. Damit will Ernst den Standort Zusenhofen weiter stärken unter Einbeziehung der internationalen Verbindungen, sagte Matthias Ernst. Ebenso wichtig sei die Qualitätssicherung. Denn an jedem Standort werden die Produkte in gleicher Qualität produziert. 

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Nach einer kurzen Betriebsführung sprach Matthias Ernst zentrale Themen an, die den Mittelstand und insbesondere das Unternehmen Ernst Umformtechnik aktuell beschäftigen. Die größte Herausforderung für den Mittelstand ist die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Zu kämpfen habe Ernst, wie andere Unternehmen auch, mit steigenden Stahl- und Energiekosten. „Wir müssen uns mit zusätzlichen Anforderungen von Markt, Politik und Interessensgruppen auseinandersetzen“, sagte Matthias Ernst. Der Zwang zur Automatisierung erzeuge Investitionszwänge. Mit anderen Unternehmen stehe man im globalen Wettbewerb und habe mit Bürokratismus in allen Bereichen zu kämpfen. Zu viele Restriktionen und Vorgaben gebe es auch im Bereich der E-Mobilität. Im Bereich der Digitalisierung erwartet Ernst eine starke Dynamisierung, verbunden mit hohen Investitionskosten. Sorge bereitet dem Unternehmer die Situation auf dem Ausbildungs- und Fachkräftemarkt. „An der Attraktivität der Ausbildung muss gearbeitet werden“, erklärte Ernst und verwies auf Kooperationen der Firma mit der technischen Hochschule in Offenburg und  örtlichen Schulen. 

Andreas Schwab stellte fest, dass das Unternehmen in vielen Bereichen gut aufgestellt sei. Er regte an, in einer gesonderten Veranstaltung vor Ort gezielt einige Themenfelder tiefer anzusprechen. Eine Frage werde sein, ob die Politik für sich in Anspruch nehmen kann, vieles gezielt zu steuern. Seniorenchef Egon Ernst wünschte sich, dass Politik und Wirtschaft gezielter zusammenarbeiten. „Wo es Verbesserungspotentiale gibt, helfen wir“, so Schwab.

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