Finanzielle Lage von Kappelrodeck

Von Entspannung kann noch keine Rede sein

Autor: 
Berthold Gallinat
Lesezeit 3 Minuten
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31. Juli 2020

Wie sieht es aus mit den Finanzen der Gemeinde Kappelrodeck? Kämmerin Margareta Timbur nahm dazu Stellung. ©Iris Rothe

Die finanzielle  Situation Kappelrodecks hat sich zwar im Vergleich zum Mai deutlich entschärft. Aber die Corona-Krise wird sich noch lange auf die Finanzlage der Gemeinde auswirken.

Bestandsaufnahme zur aktuellen Haushaltslage der Gemeinde machte Kämmerin Margareta Timbur am Montagabend im Kappelrodecker Rat. Sie legte alle Zahlen vor, vermittelte aber auch unmissverständlich, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die geplanten Aufwands- und vor allem Ertragspositionen 2020 aktuell nur unsicher und grob prognostizierbar seien. Das gelte auch für die Folgejahre. 

Gemäß ihren Ausführungen schlagen in der Gemeindekasse 2020 rund 640 000 Euro weniger Einnahmen und geschätzte 130 000 Euro Mehrausgaben als geplant zu Buche. Gegenüber der Planung 2020 ergebe sich eine Verschlechterung in Höhe von knapp 800 000 Euro. Zur Zahlungskraft der Gemeinde teilte sie mit: Die Liquidität reicht bis dato aus, es musste weder die Kreditermächtigung 2019 in Höhe von 500 000 Euro noch die von 2020 in Höhe von zwei Millionen Euro in Anspruch genommen werden. 

„Die Lage hat sich seit der letzten Wasserstandsmeldung im Mai deutlich entschärft, wir können noch recht viel gut steuern“, stellte Bürgermeister Stefan Hattenbach fest und bekräftigte, dass es gut war, im Mai angesichts der deutlich schlechteren Bestandsaufnahme nicht die Nerven zu verlieren und in Panik-Reaktionen zu verfallen. Stefan Hattenbach ließ aber keinen Zweifel, dass von Entspannung keine Rede sein könne, da nur ein Teil der voraussichtlichen finanziellen Verschlechterungen noch in diesem Jahr kompensiert werden könne. Er zeigte sich sicher: „Sehr spannend und fordernd werden die Haushaltsberatungen 2021 und folgende sein, da wir in diesen auf Planungsebene steuernd arbeiten müssen. Unsere kommunalen Handlungsspielräume werden noch weiter eingeschränkt werden, es gilt mehr denn je: Fahren auf Sicht.“

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Dem Jahresabschluss 2018 des Eigenbetriebs Gemeindewerke stimmte der Rat zu. Er schloss bei einer Bilanzsumme von 4 591 786 Euro in der Summe der Erträge (799 526 Euro) und der Summe der Aufwendungen (706 181 Euro) mit einem Gewinn von 93 344 Euro ab. Der Gewinn wird auf die Rechnung 2019 vorgetragen. 

Der Kappelrodecker Rat folgte dem Vorschlag der Verwaltung, ab September in der Gemeinde wieder einen Ausbildungsplatz zur Verwaltungsfachangestellten beziehungsweise zum Verwaltungsfachangestellten anzubieten. Der Rat gab einstimmig sein Placet. 

Frühe LKW-Fahrten

Der Ratssitzung in der Schwarzwaldhalle war die Sitzung des Technischen Ausschusses vorausgegangen. In dieser stimmte der Rat dem Abbruch eines Ökonomiegebäudes zu, verbunden mit dem Umbau und der Erweiterung eines bestehenden Wohnhauses. In der Fragezeit trug Manfred Lamm (CDU) die Beschwerde eines Bürgers vor, dass bei einer privaten Rebumlegung die Lastwagen bereits um 4.30 und 5 Uhr anführen. „Was wird in den Sommerferien an Renovierungsarbeiten in den Sporthallen gemacht? Könnte ein Verein eine Halle nutzen?“ wollte Nadja Zink (FWV) wissen. Bürgermeister Stefan Hattenbach stellte fest, dass in der Schulferienzeit die normalen Instandhaltungsarbeiten erfolgten. Sollte ein Verein eine Halle nutzen wollen, werde das mit dem Verein geklärt, aber grundsätzlich gelte: In den Ferien sind die Hallen geschlossen. 

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